Examensarbeit, 2004
101 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. DIE TALENTPROBLEMATIK
2.1 DIMENSIONEN VON TALENT
2.1.1 DER STATISCHE TALENTBEGRIFF
2.1.1.1 Dispositionen
2.1.1.2 Bereitschaft
2.1.1.3 Soziale Umwelt
2.1.1.4 Leistungsresultate
2.1.2 DER DYNAMISCHE TALENTBEGRIFF
2.1.2.1 Aktiver Veränderungsprozess
2.1.2.2 Steuerung durch Training
2.1.2.3 Pädagogische Begleitung
2.2 DIE VOLLSTÄNDIGE DEFINITION VON TALENT
3. EIN WIRKSAMES TALENTKONZEPT
3.1 TALENTERKENNUNG
3.1.1 ASPEKTE DER TALENTERKENNUNG
3.1.1.1 Leistungsauffälligkeit
3.1.1.2 Retrospektive
3.1.1.3 Talenterkennung als Prozess
3.1.2 INDETERMINATION
3.1.2.1 Entwicklung und Veränderung
3.1.2.2 Komplexität
3.1.2.3 Freiheitsgrade
3.2 TALENTFÖRDERUNG
3.2.1 STRATEGIEN DER TALENTFÖRDERUNG
3.2.1.1 Wachsenlassen
3.2.1.2 Reduzierung der Freiheitsgrade
3.2.1.3 Intentionale Vielseitigkeit
3.2.2 TRAININGSPRINZIPIEN FÜR JUNGE SPORTLERINNEN UND SPORTLER
3.2.3 DER LANGFRISTIGE LEISTUNGSAUFBAU
3.2.3.1 Bedeutung des langfristigen Leistungsaufbaus
3.2.3.2 Strukturmodell des langfristigen Leistungsaufbaus
3.2.3.2.1 Ausbildungsetappen
3.2.3.2.2 Altersstruktur
3.2.3.3 Trainingsbelastung
3.2.4 DAS SOZIALE UMFELD
3.2.5 TALENTPROGNOSE
4. KOOPERATION SCHULE - VEREIN
4.1 ENTWICKLUNG
4.2 ORGANISATION
4.3 ZIELE DER KOOPERATION SCHULE / VEREIN - VERDEUTLICHT AM KOOPERATIONSPROGRAMM BADEN - WÜRTTEMBERG
4.4 ALLGEMEINPÄDAGOGISCHE SICHTWEISE
4.5 ASPEKTE DER SPORTPÄDAGOGIK
4.6 SCHULE UND LEISTUNGSSPORT
4.6.1 ENTWICKLUNG
4.6.2 ANSPRÜCHE AN DIE SCHULE/SCHULSPORT
4.7 FLANKIERENDE MAßNAHMEN JUVENILER LEISTUNGSSPORTLERINNEN UND -SPORTLER
4.7.1 ORGANISATIONSMODELLE
4.7.2 PARTNERSCHULEN DES LEISTUNGSSPORTS
4.7.3 SPORTINTERNATE
4.7.4 SPORTBETONTE SCHULEN
4.7.5 SPORTMEDIZINISCHE BETREUUNG
4.7.6 PÄDAGOGISCHE UND SOZIALE BETREUUNG
4.8 KRITERIEN ZUR ERFÜLLUNG EINES TALENTFÖRDERKONZEPTS
5. TALENTSICHTUNG UND TALENTFÖRDERUNG AN DER FREIBURGER FUßBALLSCHULE
6. DAS FÖRDERKONZEPT DER TSG HOFFENHEIM
7. BEWERTUNG
8. ZUSAMMENFASSUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen einer effektiven Talentförderung im Sport unter Einbeziehung der Schule als zentralem Kooperationspartner. Ziel ist es, Lehrkräften, Eltern und Trainern aufzuzeigen, wie eine pädagogisch verantwortungsvolle Talententwicklung gelingen kann, wobei die Forschungsfrage darauf fokussiert, welche Kriterien für ein sinnvolles Talentförderkonzept entscheidend sind und wie diese in der Praxis bei unterschiedlichen Vereinen umgesetzt werden.
2.1.1.1 Dispositionen
Das sportliche Talent wird durch die Disposition für sportliche Höchstleistungen bestimmt.
„Wenn man jemanden als ‚Talent’ bezeichnet, so meint man damit im allgemeinen, dass diese Person auf einem bestimmten Gebiet bzw. in einer bestimmten Tätigkeit hohe Leistungen erreichen kann, aber noch nicht (unbedingt) erreicht hat, d.h. dass diese Person eine besondere Begabung für das Erreichen hoher Leistungen auf einem bestimmten Gebiet hat. Der Begriff ‚Talent’ zielt demgemäß keineswegs ausschließlich, ja nicht einmal vordergründig auf jene Personen ab, die bereits die höchsten Leistungen in einem bestimmten Gebiet realisieren, sondern auf diejenigen, die eine ‚Perspektive’ haben, beinhaltet also immer auch einen prognostischen Aspekt“ (Singer 1981, S.14).
Der Versuch dieser Definition zeigt, dass sich ein Talent über Jahre entwickeln und entfalten kann, um irgendwann Höchstleistungen zu vollbringen. Dispositionen sind somit somatische, motorische und psychische Bedingungen individueller Art, die das Können unterstreichen.
1. EINLEITUNG: Die Arbeit motiviert die Untersuchung der Talentförderung als Kooperationsaufgabe und definiert die Zielgruppe sowie den persönlichen Hintergrund des Autors.
2. DIE TALENTPROBLEMATIK: Dieses Kapitel erläutert theoretische Begrifflichkeiten wie Talent, Begabung und Eignung und stellt die Dimensionen von Talent sowie statische und dynamische Talentbegriffe dar.
3. EIN WIRKSAMES TALENTKONZEPT: Hier werden praxisrelevante Aspekte wie Talenterkennung, Talentförderung, langfristiger Leistungsaufbau und Trainingsprinzipien für junge Sportler behandelt.
4. KOOPERATION SCHULE - VEREIN: Dieses Kapitel thematisiert die notwendige Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen und Sportvereinen, flankierende Maßnahmen und Anforderungen an das soziale Umfeld.
5. TALENTSICHTUNG UND TALENTFÖRDERUNG AN DER FREIBURGER FUßBALLSCHULE: Eine detaillierte Untersuchung der praktischen Umsetzung des Förderkonzepts bei der Freiburger Fußballschule anhand der zuvor definierten Kriterien.
6. DAS FÖRDERKONZEPT DER TSG HOFFENHEIM: Eine Analyse der spezifischen, auf mehrere Standorte verteilten Strukturen und Fördermaßnahmen der TSG Hoffenheim.
7. BEWERTUNG: Ein qualitativer Vergleich der beiden Vereinskonzepte, bei dem Stärken und Schwächen der Ansätze herausgearbeitet werden.
8. ZUSAMMENFASSUNG: Abschlussbetrachtung der zentralen Ansprüche und Kriterien, die eine gelungene Talentförderung im Sport definieren.
Talentförderung, Talenterkennung, Leistungssport, Schule-Verein-Kooperation, langfristiger Leistungsaufbau, Nachwuchstraining, pädagogische Begleitung, sportliche Eignung, Talentkonzept, Vielseitigkeit, Sportinternate, Doppelbelastung, soziale Unterstützung, Trainingsprinzipien.
Die Arbeit befasst sich mit der Talentförderung im Sport als eine gemeinsame Aufgabe von Schule und Verein, wobei der Fokus auf dem langfristigen Leistungsaufbau junger Talente liegt.
Zentral sind die theoretische Definition von Talent, die Trainingsprinzipien für junge Sportler, die Notwendigkeit schulischer Unterstützungsmaßnahmen und der Vergleich konkreter Förderkonzepte aus dem Fußballsport.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine pädagogisch verantwortungsvolle Talentförderung unter Berücksichtigung schulischer Belange gelingen kann und welche Kriterien dabei für Trainer und Lehrkräfte maßgeblich sind.
Der Autor nutzt eine Kombination aus theoretischer Literaturanalyse und einer praxisorientierten Fallstudie, in der er die Konzepte von zwei Fußballvereinen anhand eines Kriterienkatalogs untersucht.
Der Hauptteil behandelt neben den theoretischen Grundlagen zum Talentbegriff vor allem die Kooperationsmodelle zwischen Schule und Verein sowie die konkreten Maßnahmen in den Nachwuchszentren von SC Freiburg und TSG Hoffenheim.
Zu den prägenden Begriffen zählen Talentförderung, Kooperation, langfristiger Leistungsaufbau, Doppelbelastung und Schulsport.
Freiburg agiert stärker standortgebunden mit einem Vollinternat, während Hoffenheim ein auf mehrere Zentren verteiltes Konzept mit spezialisierten Teilzeitinternaten und einer stärkeren Vernetzung mit verschiedenen sozialen Kooperationspartnern verfolgt.
Die Vielseitigkeit im Grundlagentraining wird als entscheidend erachtet, um eine zu frühe Spezialisierung zu verhindern, koordinative Fähigkeiten auszubilden und die Motivation der Kinder zu erhalten.
Beide setzen auf eine enge Kooperation mit Schulen, um durch flexible Stundenpläne, Nachhilfepools und individuelle Freistellungsregelungen den schulischen Erfolg neben dem zeitintensiven Training sicherzustellen.
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