Examensarbeit, 2006
66 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Was ist Metafiktion?
2.Allgemeinmetafiktion am Beispiel der Sprachtheorie
2.1 Sprachtheorie in The New York Trilogy
2.1.1. City of Glass
2.1.2 Ghosts
2.1.3 The Locked Room
2.1.4 Zusammenfassung
3. Fremdmetafiktion: Intertextualität
3.1 Intertextualität in The New York Trilogy
3.1.1 Austers Trilogie als Parodie und Echo auf Hawthornes „Wakefield“
3.1.2 Austers Trilogie und Thoreaus Walden
3.2 Zusammenfassung
4. Eigenmetafiktion am Beispiel des Autors in City of Glass
4.1 City of Glass: Wer konstruiert hier wen?
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Metafiktion in Paul Austers Werk "The New York Trilogy", um aufzuzeigen, wie durch selbstreflexive Narrative das Verhältnis von Fiktion und Realität dekonstruiert und die Identität sowie Handlungsmacht des postmodernen Subjekts hinterfragt wird.
2.1.1. City of Glass
In City of Glass ist Stillman sen. auf der Suche nach der ursprünglichen Sprache des Menschen – einer prelapsarian speech, in welcher es den „Signifikanten“ wieder möglich ist „Präsenz“ (Holzapfel 1996:38) zu vermitteln. Dies wäre eine Sprache, die nicht von dem Objekt entfernt ist, das sie zu beschreiben versucht und nicht nur auf sich selbst verweist. Stillman empfindet es als Mangel, dass er diese Präsenz nicht erreichen kann. In Lacans Worten leidet er unter der „Spaltung“, die sein Eintritt in die „symbolische Ordnung“, also den Eintritt in die Welt der Sprache, verursacht hat (vgl. Klepper 1996: 252). Er fühlt sich vom wirklichen Ausdruck seiner Identität entfernt. Seine persönliche Sprachkrise und die damit verbundene Erkenntnis, dass die Welt nicht mehr adäquat abgebildet werden kann, sind allgemeinmetafiktionale Erörterungen. Er empfindet die vorherrschende Sprache als unzureichend und erhebt somit innerhalb einer Fiktion – also innerhalb „einer Welt, die gänzlich aus Sprache konstruiert ist“ (Waugh 1984:4) – das komplexe Verhältnis von Sprache und Realität als Gegenstand und gibt Anlass zu Reflexionen. Einerseits verweist er damit auf die Künstlichkeit von Fiktion und ihrer Verankerung in der Sprache und andererseits auch auf den Konstruktcharakter der Realität, da man ja auch hier Sprache als Transportmittel benutzt, um die Welt zu spiegeln.
Einleitung: Die Einleitung führt in die postmoderne Epoche und das Phänomen der Metafiktion ein und erläutert, wie diese in Austers Trilogie als Mittel zur Illustration der Subjektdezentrierung eingesetzt wird.
1. Was ist Metafiktion?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Forschungsansätze zur Definition von Metafiktion und betont ihre Funktion als illusionsstörendes Element, das die Konstrukthaftigkeit von Sprache und Realität thematisiert.
2.Allgemeinmetafiktion am Beispiel der Sprachtheorie: Hier wird der Zusammenhang zwischen poststrukturalistischer Sprachtheorie und der Sprachkrise der Protagonisten in Austers Romanen untersucht.
3. Fremdmetafiktion: Intertextualität: Das Kapitel analysiert, wie durch die Einbettung von Werken wie Hawthornes „Wakefield“ und Thoreaus „Walden“ die Abhängigkeit von Texten aufgezeigt und die Idee der Einheit eines Werkes dekonstruiert wird.
4. Eigenmetafiktion am Beispiel des Autors in City of Glass: Dieser Teil betrachtet das Auftreten des Autors als Figur innerhalb der Erzählung und die damit einhergehende Problematisierung von Autorschaft und Identität.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie die Trilogie die Subjektivität im Postmodernismus reflektiert und das Verständnis für die „universale Fiktionalität“ des Individuums schärft.
Metafiktion, Paul Auster, The New York Trilogy, Postmoderne, Sprachtheorie, Intertextualität, Dekonstruktion, Subjektdezentrierung, Autorproblematik, Identitätskrise, Fiktion und Realität, Logozentrismus, Differance, Narrativik.
Die Arbeit analysiert die metafiktionalen Elemente in Paul Austers "The New York Trilogy" und deren Rolle bei der Dekonstruktion von Realität und Identität in der Postmoderne.
Zentrale Themen sind die Sprachkrise, die Rolle der Intertextualität sowie die dezentrierte Identität des modernen Subjekts und die Rolle des Autors.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Auster durch illusionsstörende Erzählstrategien das Verhältnis zwischen Sprache, fiktionaler Welt und der Realität des Lesers problematisiert.
Die Arbeit stützt sich auf literaturwissenschaftliche Theorien zur Metafiktion und Postmoderne, insbesondere unter Rückgriff auf Theoretiker wie Wolf, Waugh, Hutcheon und Derrida.
Der Hauptteil gliedert sich in Allgemeinmetafiktion (Sprachtheorie), Fremdmetafiktion (Intertextualität) und Eigenmetafiktion (Autorschaft) und wendet diese Konzepte auf die Trilogie an.
Schlüsselwörter sind Metafiktion, Postmoderne, Intertextualität, Autorschaft und Subjektdezentrierung.
Sie dienen als fremdmetafiktionale Elemente, um durch intertextuelle Parallelen und Echo-Effekte den Konstruktcharakter von Austers Texten und die Identitätskrisen der Protagonisten zu verdeutlichen.
Der Autor wird nicht als isolierte, sinnstiftende Instanz gesehen, sondern als dezentriertes "Produkt textlicher Beziehungen", was durch den Auftritt einer Figur namens Auster im Roman "City of Glass" explizit gemacht wird.
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