Diplomarbeit, 2006
109 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
1.1 RELEVANZ DES THEMAS
1.2 BEGRIFFSDEFINITIONEN
1.2.1 Lehrerrolle
1.2.2 Schulsozialarbeit
1.3 ZIEL DER ARBEIT
1.4 AUFBAU DER ARBEIT
2 DIE ROLLE DES LEHRERS IM HISTORISCHEN ÜBERBLICK
2.1 MÖNCHE UND SCHULMEISTER
2.2 SOZIALPÄDAGOGEN
2.3 REVOLUTIONISTEN
2.4 BEAMTE
2.5 NATIONALSOZIALISTEN
2.6 DEMOKRATEN
2.7 WISSENSVERMITTLER
2.8 ZUSAMMENFASSUNG
3 SOZIALER WANDEL
3.1 SOZIOÖKONOMISCHER WANDEL
3.2 SOZIOÖKOLOGISCHER WANDEL
3.3 WERTEWANDEL
3.4 ERZIEHUNGSWANDEL
3.5 WANDEL DER KINDHEIT
3.5.1 Räume
3.5.2 Aktivitäten
3.5.3 Beziehungen
3.5.4 Einschätzung des Wandels
4 DIE LEHRERROLLE HEUTE
4.1 VOM WISSENSVERMITTLER ZUM BERATER
4.2 ROLLENKONFLIKTE
4.2.1 Anpassung oder Individualisierung
4.2.2 Selektion oder Integration
4.2.3 Wissensvermittlung oder Erziehung
4.2.4 Weitere Ursachen für Konflikte
4.3 BEWÄLTIGUNG DER ROLLENKONFLIKTE
4.4 SCHLUSSFORLGERUNG
5 SCHULSOZIALARBEIT
5.1 ENTWICKLUNG SEIT BEGINN DES 20. JAHRHUNDERTS
5.2 PROJEKTFORMEN UND KOOPERATIONSMODELLE
5.3 DEFINITIONEN, ZIELE UND AUFGABEN
5.4 KRITIK
6 KOOPERATIONSPROBLEME ZWISCHEN LEHRERN UND SCHULSOZIALARBEITERN
6.1 UNTERSCHIEDE BEIDER BERUFSGRUPPEN
6.1.1 Rollen
6.1.2 Professionalisierung
6.1.3 Arbeitsstruktur
6.2 VORURTEILE UND ERWARTUNGEN VON LEHRERN
6.3 VORURTEILE UND ERWARTUNGEN VON SCHULSOZIALARBEITERN
6.4 WEITERE KOOPERATIONSHEMMNISSE
7 WEGE ZU EINER GELINGENDEN KOOPERATION
7.1 EIN GEMEINSAMES ZIEL
7.2 GEDULD
7.3 RESSOURCENORIENTIERTE ZUSAMMENARBEIT
7.4 WEITERE BEDINGUNGEN
8 AUSBLICK
9 ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Lehrerrolle und analysiert, inwieweit Schulsozialarbeit als zusätzliche Ressource zur Bewältigung gegenwärtiger Rollenkonflikte sowie zur Förderung einer ressourcenorientierten Kooperation in der Schule beitragen kann.
4.2.3 Wissensvermittlung oder Erziehung
„Als Lehrer versteht man sich in erster Linie als Fach. Als Fachvermittler. Und ich glaube, das kann auch nicht anders sein ... ja gut, die Pädagogik ... fließt mit in das Vermitteln von Wissen ein, aber ich würde mich nicht verstehen – und ich muss sagen, dagegen wehre ich mich – das zu übernehmen, was Sozialarbeiter [zur Aufgabe haben]“ (zit. nach Szczyrba 2003, S. 102).
An dieser Aussage einer Lehrerin wird noch einmal die starke Betonung der Wissensvermittlungsrolle für die heutigen Lehrer deutlich. Demgegenüber stehen inzwischen jedoch wieder andere Erwartungen von Eltern, Pädagogen, Politik und Öffentlichkeit, welche von den Lehrern immer mehr sozialpädagogische Kompetenzen fordern, die über das bloße Unterrichten hinausgehen.
Dabei kommt auch die Frage auf, ob Lehrer überhaupt nur Wissensvermittler sein können, oder inwiefern beide Rollen nicht unweigerlich miteinander verknüpft sein müssen? Ich möchte dies an folgendem Fallbeispiel deutlich machen: Eine 17jährige Schülerin kommt zu spät zum Unterricht. Auf Nachfrage des Lehrers erklärt sie, dass ihre Mutter sie nicht geweckt habe, und dass sie sowieso immer allein zu Hause sei, da ihre Mutter nach der Scheidung öfter bei dem neuen Freund schlafe. Überhaupt wäre die Mutter an ihr nicht interessiert und würde sie sogar als „Niete“ beschimpfen, da sie auf eine Hauptschule ginge. Schließlich fängt sie zu weinen an. Die Mitschüler sind unsicher und warten auf ein Zeichen des Lehrers. Dieser scheint ebenso unsicher zu sein und schaut das Mädchen betroffen und schweigend an. Das Mädchen bittet, den Raum verlassen zu dürfen. Der Lehrer willigt ein. Als das Mädchen zurückkommt, läuft der Unterricht (äußerlich) wie gewohnt. Es erfolgt auch kein weiteres Gespräch nach dem Unterricht.
1 EINLEITUNG: Erläutert die Relevanz des Themas im Kontext von PISA und gesellschaftlichem Wandel sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 DIE ROLLE DES LEHRERS IM HISTORISCHEN ÜBERBLICK: Zeichnet die Entwicklung des Lehrerberufs von den klösterlichen Ursprüngen bis zur modernen Wissensvermittlung nach.
3 SOZIALER WANDEL: Analysiert sozioökonomische und sozioökologische Veränderungen sowie den Wandel von Werten, Erziehung und Kindheit.
4 DIE LEHRERROLLE HEUTE: Untersucht die aktuellen Anforderungen an Lehrkräfte und die damit verbundenen Rollenkonflikte.
5 SCHULSOZIALARBEIT: Bietet einen Überblick über die Entwicklung, Aufgaben und Kritikpunkte der Schulsozialarbeit.
6 KOOPERATIONSPROBLEME ZWISCHEN LEHRERN UND SCHULSOZIALARBEITERN: Analysiert Unterschiede, Vorurteile und Hemmnisse in der Zusammenarbeit beider Berufsgruppen.
7 WEGE ZU EINER GELINGENDEN KOOPERATION: Formuliert Ansätze wie ein gemeinsames Ziel, Geduld und ressourcenorientiertes Arbeiten.
8 AUSBLICK: Skizziert ein virtuelles Seminarkonzept zur gemeinsamen Ausbildung von Lehrkräften und Sozialarbeitern.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen.
Lehrerrolle, Schulsozialarbeit, Kooperation, Sozialer Wandel, Rollenkonflikt, Bildungsexpansion, Jugendhilfe, Ressourcenorientierung, Professionalisierung, Erziehung, Schulklima, Ganztagsschule, Wissensvermittlung, Beratungslehrer, Schule.
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der Lehrerrolle im historischen Verlauf und untersucht, wie Sozialarbeit bzw. Sozialpädagogik als Ressource in der Schule wirksam werden kann.
Zentrale Themen sind der gesellschaftliche Wandel, die daraus resultierenden Anforderungen an Lehrer, das Berufsfeld der Schulsozialarbeit sowie die Kooperationsbeziehung zwischen Lehrkräften und Sozialpädagogen.
Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, das gegenseitige Verständnis der Berufsgruppen zu fördern und Grundlagen für eine ressourcenorientierte Kooperation zu legen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Studien, um die Rollenkonflikte und Kooperationsprobleme theoretisch zu fundieren.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Rollenkonflikten (z. B. Anpassung vs. Individualisierung) und analysiert, warum eine Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe bisher oft schwierig ist.
Die wichtigsten Schlagworte sind Lehrerrolle, Schulsozialarbeit, Rollenkonflikt und Kooperationsprobleme.
Der Autor zeigt auf, dass die einseitige Fokussierung auf die Wissensvermittlung heute nicht mehr ausreicht, um den veränderten Lebenswelten von Schülern gerecht zu werden.
Weil die Erwartungen an die Sozialarbeit nicht zu hoch (Überforderung) und nicht zu niedrig (Entsorgungsstation) angesetzt werden dürfen, um eine tatsächliche Entlastung und Kooperation zu erreichen.
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