Diplomarbeit, 2006
110 Seiten, Note: 1,7
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen des Investmentsparens
2.1 Begriffsbildung und Idee des Investmentsparens
2.2 Die historische Entwicklung der Investmentbranche
3 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen und Investmentfondstypen
3.1 Das Investmentdreieck
3.2 Systematisierung der Investmentfondstypen
3.2.1 Unterscheidung nach der Kapitalstruktur
3.2.2 Unterscheidung nach der Ausschüttungspolitik
3.2.3 Unterscheidung nach den Fondskategorien
3.2.3.1 Wertpapierfonds
3.2.3.2 Geldmarktfonds
3.2.3.3 Immobilienfonds
3.2.3.4 Hedgefonds
4 Systematik, Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen des InvStG
4.1 Das Transparenzprinzip
4.2 Sachlicher Anwendungsbereich des InvStG
4.3 Umfang der sachlichen Steuerpflicht
5 Laufende Besteuerung auf Ebene des Anteilscheininhabers
5.1 Ermittlung der steuerpflichtigen Erträge auf Fondsebene
5.1.1 Einnahme-Überschuss-Rechnung
5.1.2 Abzugsfähige Werbungskosten auf Investmentfondsebene
5.1.2.1 Unmittelbar zuordenbare Werbungskosten
5.1.2.2 Mittelbar zuordenbare Werbungskosten
5.2 Negative Erträge auf Ebene des Investmentfonds
5.3 Zuflusszeitpunkt der Fondserträge beim Anteilscheininhaber
5.3.1 Allgemeine Grundsätze
5.3.2 Besonderheiten bei betrieblichen Anlegern
5.4 Die Besteuerung der ausgeschütteten und ausschüttungsgleichen Ertragsbestandteile
5.4.1 Voraussetzungen für die Regelbesteuerung
5.4.2 Grundsätze der Regelbesteuerung
5.4.3 Zinserträge von in- und ausländischen Emittenten
5.4.4 Dividendenerträge von in- und ausländischen Emittenten
5.4.5 Erträge aus in- und ausländischem Immobilienvermögen
5.4.6 Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten
5.4.6.1 Futures
5.4.6.2 Optionen
5.5 Abzugsfähige Werbungskosten und Betriebsausgaben auf Anlegerebene
5.6 Zwischenergebnis
6 Wertveränderungen, Rückgabe und Veräußerung der Anteilscheine
6.1 Anteilscheine im Privatvermögen
6.2 Anteilscheine im Betriebsvermögen
6.2.1 Ausweis und Bewertung der Anteilscheine
6.2.2 Der Aktiengewinn
6.2.2.1 Wertveränderungen der Anteilscheine
6.2.2.2 Veräußerung bzw. Rückgabe der Anteilscheine
6.3 Zwischenergebnis
7 Quellenbesteuerung auf Fondserträge
7.1 Kapitalertragsteuer, Zinsabschlag und Solidaritätszuschlag
7.2 Ausländische Quellensteuer
7.2.1 Abkommensberechtigung eines inländischen Sondervermögens
7.2.1 Anerkennung der Abkommensberechtigung im DBA-Fall
7.2.3 Nichtanerkennung der Abkommensberechtigung im DBA-Fall
7.3 Zwischenergebnis
8 Kritische Würdigung und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die ertragsteuerrechtliche Situation eines Anlegers von Investmentfonds nach Einführung des Investmentsteuergesetzes (InvStG) kritisch zu beleuchten. Dabei steht die Kernfrage im Fokus, ob die Besteuerung bei Investitionen in offene Publikumsfonds im Vergleich zur Direktanlage zu einer höheren oder niedrigeren steuerlichen Belastung führt, insbesondere unter Berücksichtigung des sogenannten Transparenzprinzips.
4.1 Das Transparenzprinzip
Die Besteuerung der Erträge aus einer Investmentanlage kann auf drei Ebenen – der Ebene des Investitionsobjekts, des Sondervermögens und der Anleger – erfolgen. Nach dem Transparenzprinzip soll die Besteuerung eines Fondsanlegers weitestgehend der eines Direktanlegers entsprechen, wobei die steuerliche Gesamtbelastung eines Fondsanlegers weder höher noch niedriger sein sollte als bei einer Direktanlage. Der Fondsanleger ist so zu besteuern, als ob er sich unmittelbar am Kapitalmarkt beteiligen würde. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn auf der Ebene des Sondervermögens keine Steuerzahlungen anfallen. Um dies zu erreichen, bestimmt § 11 Abs. 1 InvStG i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG, dass das inländische Sondervermögen als Zweckvermögen gilt – als solches wäre es grundsätzlich körperschaft- und gewerbesteuersteuerpflichtig – und gleichzeitig von der Körperschaft und Gewerbesteuer zu befreien ist. Eine Mehrfachbesteuerung wird durch die fehlende materielle Besteuerung auf Fondsebene vermieden.
Die Fiktion des § 11 Abs. 1 InvStG i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 5 KStG qualifiziert das Sondervermögen gleichzeitig als Steuerpflichtigen i.S.d. § 33 Abs. 1 AO, für das die Kapitalanlagegesellschaft als gesetzlicher Vertreter des Sondervermögens gem. § 1 Abs. 2 Satz 2 InvStG die Rechte und Pflichten i.S.d. § 34 Abs. 1 AO wahrnimmt. Dies betrifft u.a. die Erstattung ausländischer Quellensteuer, andernfalls müsste der Erstattungsantrag durch jeden Anleger eigenständig erfolgen. Insoweit wird das Erstattungsverfahren erheblich vereinfacht.
1 Problemstellung, Zielsetzung und Gang der Untersuchung: Diese Einleitung führt in die gesetzlichen Reformen des Investmentrechts ein und erläutert die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der steuerlichen Belastung von Fondsanlegern.
2 Grundlagen des Investmentsparens: Das Kapitel bietet eine Einführung in die historische Entwicklung und die Idee des Investmentsparens als Instrument der Risikostreuung.
3 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen und Investmentfondstypen: Es werden die Rechtsbeziehungen zwischen Kapitalanlagegesellschaft, Depotbank und Anleger analysiert sowie eine Systematisierung der verschiedenen Fondstypen vorgenommen.
4 Systematik, Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen des InvStG: Hier werden das zentrale Transparenzprinzip sowie der sachliche Anwendungsbereich des InvStG definiert.
5 Laufende Besteuerung auf Ebene des Anteilscheininhabers: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Besteuerung ordentlicher und außerordentlicher Erträge unter Berücksichtigung des Werbungskostenabzugs und der Verlustverrechnung.
6 Wertveränderungen, Rückgabe und Veräußerung der Anteilscheine: Untersucht wird die Besteuerung bei Anteilsverkäufen im Privat- und Betriebsvermögen unter Einbeziehung des Aktiengewinns.
7 Quellenbesteuerung auf Fondserträge: Analysiert werden die inländische Kapitalertragsteuer sowie die komplexe Problematik der Anrechnung ausländischer Quellensteuer.
8 Kritische Würdigung und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Transparenz im neuen Recht und einem Ausblick auf zukünftige legislative Entwicklungen.
Investmentsteuergesetz, InvStG, Transparenzprinzip, Publikumsfonds, Kapitalanlagegesellschaft, Ertragsbesteuerung, Werbungskosten, Aktiengewinn, Quellensteuer, Investmentvermögen, Sondervermögen, thesaurierende Fonds, ausschüttende Fonds, Kapitalertragsteuer, Doppelbesteuerungsabkommen.
Die Arbeit befasst sich mit der ertragsteuerlichen Behandlung von Investmentfonds nach der Einführung des Investmentsteuergesetzes (InvStG) in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der steuerlichen Belastung von Fondsanlegern, dem Transparenzprinzip, dem Werbungskostenabzug auf Fondsebene, der Verlustverrechnung sowie der Quellenbesteuerung.
Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob das Investieren über eine Investmentgesellschaft im Vergleich zu einer Direktanlage durch das InvStG zu einer steuerlichen Gleichbehandlung geführt hat oder ob Belastungsunterschiede bestehen.
Der Autor führt eine rechtliche und steuersystematische Analyse durch, die auf der kritischen Würdigung geltender Gesetze (InvStG, EStG, KStG) sowie der Literatur und Rechtsprechung basiert.
Der Hauptteil analysiert die laufende Besteuerung, die Besteuerung bei Veräußerungen und Rückgaben sowie die Quellenbesteuerung bei verschiedenen Anlegergruppen (Privatvermögen vs. Betriebsvermögen).
Zentrale Begriffe sind InvStG, Transparenzprinzip, Publikumsfonds, Aktiengewinn, Werbungskosten, Quellensteuer und Kapitalanlagegesellschaft.
Das Transparenzprinzip wird durch die aktuelle Regelung verletzt, da negative Erträge (Verluste) auf Fondsebene nicht an die Anleger weitergeleitet werden können, sondern nur fondsintern mit positiven Erträgen gleicher Art verrechenbar sind.
Die Rückgabe von Anteilscheinen steht wirtschaftlich der Veräußerung gleich und unterliegt daher der Ertragsbesteuerung, wobei insbesondere bei Privatpersonen die Einhaltung von Haltefristen entscheidend für die Steuerfreiheit sein kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

