Diplomarbeit, 2006
68 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. DATEN UND FAKTEN
2.1. Das schwarze Gold: Die Bedeutung des Öls im weltweiten Kontext
2.2. Energietrends in China
2.3. Chinas Ölreserven und Eigenproduktion
2.3.1. Onshore
2.3.2. Offshore
2.4. Chinas Paradigmenwechsel
3. ENERGIESICHERHEIT UND CHINAS ÖLPOLITIK
3.1. Drei Konzepte der Energiesicherheit
3.2. Bedrohungspotentiale für die Energiesicherheit
3.3. Die Lehren aus den Ölkrisen der 1970er Jahre
3.4. Welches Konzept verfolgt China?
3.5. Die Hauptakteure der Energiepolitik und Ihre Ziele
3.5.1. Die strategische Sicherheitskultur Chinas und das chinesische Souveränitätsverständnis
3.5.2. Der zunehmende Einfluss des chinesischen Militärs
3.6. Chinas Hauptinstrumente zur Verbesserung der Energiesicherheit
3.6.1. Maximierung der inländischen Rohölproduktion
3.6.2. Maximierung der Raffineriekapazität
3.6.3. Infrastuktur und Transport
3.6.4. Strategische Ölreserve
3.6.5. Alternative Treibstoffe
3.6.6. Diversifikation der Herkunft der Erdölimporte
3.6.7. Investitionen in Produktion und Exploration in Übersee
3.6.8. Öldiplomatie
4. DIE AUSWIRKUNGEN DER ÖLPOLITIK AUF DIE AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITIK CHINAS
4.1. Geopolitik in Ostasien
4.2. Chinas Interessen in Zentralasien
4.3. Chinas strategisches Interesse am Nahen und Mittleren Osten
5. FAZIT UND AUSBLICK
Die Diplomarbeit analysiert die chinesische Energiepolitik vor dem Hintergrund des massiv steigenden Ölbedarfs und untersucht kritisch, wie dieser Bedarf die außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der Volksrepublik China beeinflusst und zu regionalen sowie globalen Konfliktpotenzialen beiträgt.
3.5.1. Die strategische Sicherheitskultur Chinas und das chinesische Souveränitätsverständnis
Seit Anfang der 1990er Jahre haben offizielle chinesische Seekarten fast die gesamte Südchinesische See als chinesisches Hoheitsgebiet ausgewiesen. Die schleichende Besetzung einzelner Inseln und Riffe in der Region, kann mit einer strategischen Sicherheitskultur Chinas erklärt werden. Hierbei spielen politische Manövrierfähigkeit und Flexibilität bei diplomatischen Verhandlungen, unter Verwendung von Mitteln wie Desinformation, Täuschung, Zwang, Einschüchterung und Propaganda eine herausragende Rolle. Deren Anfänge im Kontext mit jahrhundertealter chinesischer Kriegsphilosophie (zurückgehend auf Sunzi Bing Fa und fortgeführt von Mao Zedong) liegen. Zudem folgt das chinesische Weltbild und Denken der taoistischen Philosophie, nach der alles veränderlich und im Fluss ist. Demnach kann es permanente Machtkonstellationen und ein unverändertes Mächtegleichgewicht auf längere Zeit nicht geben. Die einzige zuverlässige Garantie bilden die eigenen Verteidigungskapazitäten. Daher muss sich China auf alle eventuellen Konfliktmöglichkeiten und Sicherheitsbedrohungen entsprechend vorbereiten.
Obwohl weder eine offene Bedrohung der chinesischen Souveränität und territorialen Integrität, noch eine andere konkrete sicherheitspolitische Bedrohung durch andere Staaten erkennbar ist, herrscht ein weit verbreitetes historisch begründetes Gefühl der Verwundbarkeit, ausgelöst unter anderem durch die ausländischen Invasionen Japans und des Westens seit dem 19. Jahrhundert. Diese gefühlte Verletzlichkeit steht im Gegensatz zu einem zunehmend selbstbewusst vorgetragenen Machtanspruch auf regionaler und globaler Ebene, welcher auf ein historisch begründetes Überlegenheitsgefühl über andere Staaten und Nationen gründet, galt doch China im Selbstbild Jahrtausende als Zentrum des Universums.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Bedeutung des Wirtschaftswachstums für Chinas Energiebedarf sowie die Problemstellung der zunehmenden Importabhängigkeit.
2. DATEN UND FAKTEN: Analyse der weltweiten Bedeutung von Erdöl und der spezifischen Energietrends, Reserven und der Eigenproduktion innerhalb Chinas.
3. ENERGIESICHERHEIT UND CHINAS ÖLPOLITIK: Untersuchung theoretischer Konzepte der Energiesicherheit und deren konkreter Umsetzung sowie der Akteure und Instrumente in China.
4. DIE AUSWIRKUNGEN DER ÖLPOLITIK AUF DIE AUßEN- UND SICHERHEITSPOLITIK CHINAS: Untersuchung der geopolitischen Folgen des chinesischen Ölbedarfs in den Regionen Ostasien, Zentralasien und dem Nahen Osten.
5. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse und Diskussion der Notwendigkeit eines neuen, nachhaltigen Energiemodells für Chinas Zukunft.
Energiesicherheit, China, Ölpolitik, Rohölimporte, Geopolitik, Südchinesisches Meer, Energiesicherheitspolitik, Volksbefreiungsarmee, Energiebedarf, Strategische Ölreserve, Erdöl, Autarkie, Außenpolitik, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen Chinas rapid steigendem Bedarf an Erdöl und der resultierenden Anpassung seiner Außen- und Sicherheitspolitik.
Im Zentrum stehen die chinesische Energiepolitik, der "strategische" Ansatz zur Energiesicherung, die Rolle der politischen Akteure sowie geopolitische Spannungsfelder.
Das Ziel ist es, ein aktuelles Bild der chinesischen Energiepolitik zu zeichnen, deren Erfolg kritisch zu beleuchten und Risiken sowie notwendige Neuausrichtungen aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine Analyse der internationalen Energiepolitik unter Einbeziehung von statistischen Daten, geopolitischen Lagebeurteilungen und einer Untersuchung der internen Machtstrukturen in China.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Energiedaten, der theoretischen Sicherheitskonzepte, der Akteure (wie Militär und Ölkonzerne) und deren Auswirkungen auf Chinas Beziehungen zu anderen Regionen.
Zu den Kernbegriffen zählen Energiesicherheit, Rohölimporte, Geopolitik, Autarkiestreben und der Einfluss staatlicher Konzerne.
Das Militär gewinnt durch die Sicherung von Öltransportrouten und Territorialansprüchen (insb. Südchinesisches Meer) als Akteur an Gewicht, da es Energiefragen zunehmend unter Sicherheitsaspekten betrachtet.
Es dient als Fallbeispiel für die Verknüpfung von ökonomischen Investitionen, Infrastrukturprojekten und direkter politischer Einflussnahme, um den strategischen Zugriff auf Ressourcen zu sichern.
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