Diplomarbeit, 2005
140 Seiten, Note: Sehr gut
I. VORWORT
1 ALLGEMEIN
2 AKTUALITÄT DER THEMATIK
II. EINLEITUNG
1 PROBLEMSTELLUNG
2 AUFBAU UND METHODIK DER ARBEIT
III. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1 NACHHALTIGKEIT
1.1 Allgemeine Einführung
1.2 Definition
1.3 Dimensionen der Nachhaltigkeit
1.4 Nachhaltiges vs. Neoklassisches Unternehmen
1.5 Nachhaltigkeitsbericht
1.6 Zusammenfassung und Begriffsabgrenzung
2 CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY (CSR)
2.1 Einleitung
2.2 Relevanz von Corporate Social Responsibility
2.3 Historische Entwicklung der sozialen Verantwortung von Unternehmen
2.3.1 Soziale Verantwortung im Mittelalter
2.3.2 Soziale Verantwortung im Zeitalter des Merkantilismus
2.3.3 Soziale Verantwortung im Zeitalter der Industrialisierung
2.3.4 Charity und Stewardship Prinzipien
2.4 Definitionen
2.4.1 Wissenschaftliche Begriffsabgrenzung
2.4.2 Institutionelle Begriffsabgrenzungen
2.4.3 Das Pyramidenmodell von Carroll
2.5 Konzepte von CSR
2.5.1 Corporate Social Responsiveness
2.5.2 CS-Performance (CSP)
2.6 Pro-Contra CSR
2.7 CSR und Nachhaltigkeit
2.8 CSR und Stakeholder
2.9 CSR, Nachhaltigkeit und Stakeholderkonzept
2.10 Begriffliche Abgrenzung dieser Arbeit
2.11 Zusammenfassung 2. Kapitel
3 STAKEHOLDERANSATZ
3.1 Einleitung
3.1.1 Unternehmen und Umwelt – Ein interaktives System
3.1.2 Ziele des Stakeholderansatzes
3.2 Stakeholderklassifikation
3.2.1 Bezugsgruppen, Interessensgruppen & Strategische Anspruchsgruppen
3.2.2 Primäre und Sekundäre Stakeholder
3.2.3 Innerer und äußerer Kreis
3.2.4 Interne und externe Gruppen
3.2.5 Kapitalmarkt, Produktmarkt und Organisationsstakeholder
3.2.6 Resource Base, Industry Structure und Sozial Poltitisch
3.3 Bewertung von Stakeholdern
3.3.1 Macht, Legitimität und Dringlichkeit
3.3.2 Weitere Bewertungsmethoden
3.4 Stakeholderverhalten
3.4.1 Lenksysteme der Stakeholder
3.4.2 Wie agieren Stakeholder?
3.4.3 Wann agieren Stakeholder?
3.4.4 Zusammenfassung - Stakeholderverhalten
3.5 Zusammenfassung 3. Kapitel
IV. STAKEHOLDER UND NACHHALTIGKEIT IN UNTERNEHMERISCHER WIRKLICHKEIT – EINE ANALYSE SPEZIFISCHER BEDÜRFNISSE
1 EINLEITUNG
2 STAKEHOLDERANSPRÜCHE
2.1 Allgemeine Stakeholderansprüche
2.2 Länderspezifische Stakeholderansprüche
2.3 Stakeholdergruppen und Ansprüche
2.3.1 Mitarbeiter
2.3.2 Konsument
2.3.3 Aktionär
2.3.4 Regierung
2.3.5 Lieferant
2.3.6 Nichtregierungsorganisation (NGO)
2.3.7 Schlussfolgerung
2.4 Zusammenfassung
3 STAKEHOLDER UND NACHHALTIGKEITSBERICHTE
3.1 Allgemein
3.2 Ansprüche an Nachhaltigkeitsberichte
3.3 Zusammenfassung
4 WAHRNEHMUNG DER STAKEHOLDERASPEKTE AUS UNTERNEHMENSPERSPEKTIVE
5 ZUSAMMENFASSUNG
V. SCHLUSSBEMERKUNGEN
1 FAZIT
2 ZUKÜNFTIGE FORSCHUNGSFRAGEN
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Unternehmen und ihren Anspruchsgruppen (Stakeholdern) im Kontext einer nachhaltigen Unternehmensführung. Ziel ist es, die spezifischen Erwartungen verschiedener Stakeholdergruppen an Unternehmen zu identifizieren, zu analysieren und mit theoretischen Modellen sowie der unternehmerischen Praxis abzugleichen, um ein besseres Verständnis für nachhaltiges Handeln zu entwickeln.
2.3.1 Soziale Verantwortung im Mittelalter
„CSR is not a new issue. There has always been a tension between the need of businesses to make profits and the needs of society. Some of those tensions arose in the middle ages over the power of crafts guilds, can be seen internationally in the business of the slave trade”.42 Bereits im Mittelalter konnten Formen von sozialer Verantwortung festgestellt werden. Die vorherrschende ökonomische Ethik wies dem Verkäufer eine direkte moralische Verantwortung zu, gerechte Preise festzusetzen und eine ebensolche dem Arbeitgeber, Bedürfnislöhne zu bezahlen. Die dominante Institution dieses Zeitalters, die Kirche, formulierte einen Wertekatalog, der die soziale Rolle Gewerbetreibender definierte und im Konfliktfall als letzte Berufungsinstanz fungierte.43 Clarence Walton versucht durch die Betrachtung der Geschichte auf die heutige Zeit zu verweisen.
Zu Beginn des Mittelalters war Landbesitz ein Statussymbol. Wer auf den Gütern eines Grundherrn lebte, tat dies im Rahmen allgemein bekannter und klar definierter Beziehungsregeln. Zwischen Grundherr und Abhängigen bestanden gegenseitige Verpflichtungen, die die soziale Verantwortung der landbesitzenden Klasse definierten. Im 14. Jahrhundert führte der Ausbruch des „schwarzen Todes“ zu einem Mangel an Arbeitskräften und deshalb konnten sich viele Abhängige aus den Feudalkontrakten befreien. Dies führte zur Transformation von statusorientierter Gesellschaft zu einer auf Verträgen basierenden. Erkenntnisse für heute sind demnach, dass gegenwärtig die Besitzlosen durch die Geburt von Massengewerkschaften an Stärke gewonnen haben und somit ihre Interessen besser durchsetzen können.
NACHHALTIGKEIT: Das Kapitel bietet eine allgemeine Einführung und definiert Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung ihrer Dimensionen sowie des Unterschieds zwischen nachhaltigen und neoklassischen Unternehmen.
CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITY (CSR): Hier wird die historische Entwicklung und Relevanz von CSR erörtert, zentrale Modelle wie das Pyramidenmodell von Carroll vorgestellt und eine begriffliche Abgrenzung vorgenommen.
STAKEHOLDERANSATZ: Dieses Kapitel behandelt das Unternehmen als interaktives System und analysiert verschiedene Ansätze zur Klassifikation und Bewertung von Stakeholdern.
STAKEHOLDER UND NACHHALTIGKEIT IN UNTERNEHMERISCHER WIRKLICHKEIT – EINE ANALYSE SPEZIFISCHER BEDÜRFNISSE: Im Analyseteil werden empirische Studien herangezogen, um länderspezifische Unterschiede bei Stakeholderansprüchen zu identifizieren und die Praxis mit der Theorie zu vergleichen.
STAKEHOLDER UND NACHHALTIGKEITSBERICHTE: Das Kapitel untersucht die Ansprüche an Nachhaltigkeitsberichte, die Glaubwürdigkeit der Informationen aus Stakeholdersicht sowie die Zielgruppen der Berichterstattung.
WAHRNEHMUNG DER STAKEHOLDERASPEKTE AUS UNTERNEHMENSPERSPEKTIVE: Hier findet ein Perspektivenwechsel statt, bei dem die Wahrnehmung der Stakeholder aus Sicht der Unternehmensführung (z.B. Geschäftsführer) mit den Ergebnissen aus den Stakeholderanalysen gespiegelt wird.
SCHLUSSBEMERKUNGEN: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und identifiziert zukünftige Forschungsfragen, insbesondere im Bereich der Kommunikation und Interaktion zwischen Unternehmen und Stakeholdern.
Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, CSR, Stakeholder, Stakeholderansatz, Unternehmensführung, Nachhaltigkeitsbericht, Stakeholderkommunikation, Soziale Verantwortung, Ökologische Dimension, Ökonomische Dimension, Performance-Expectation-Gap, Interessensgruppen, Unternehmensreputation, Global Reporting Initiative.
Die Diplomarbeit untersucht die komplexen Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Stakeholdern im Kontext nachhaltiger Unternehmensführung, um zu verstehen, welche Ansprüche gesellschaftliche Akteure an Unternehmen stellen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition und Implementierung von Nachhaltigkeit, das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR), Methoden der Stakeholder-Klassifikation sowie die Rolle der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Das Hauptziel ist die Identifikation von Stakeholderansprüchen an nachhaltig agierende Unternehmen und deren Abgleich mit theoretischen Modellen sowie der gelebten unternehmerischen Praxis.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Literatur sowie einer systematischen Analyse bereits durchgeführter empirischer Studien und Befragungen (z.B. von MORI oder CSR-Europa), um Praxis- und Theorieerkenntnisse gegenüberzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachhaltigkeit und CSR, eine fundierte Analyse des Stakeholderansatzes und einen empirischen Analyseteil, der spezifische Bedürfnisse und Ansprüche verschiedener Stakeholdergruppen sowie deren Sicht auf Nachhaltigkeitsberichte beleuchtet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, CSR, Stakeholder-Theorie, Unternehmensethik, Triple-Bottom-Line und Stakeholder-Dialog charakterisiert.
Die Arbeit stellt fest, dass in der Praxis ökonomische Ansprüche oft überwiegen, während die Theorie eine ausgewogene Berücksichtigung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Dimension fordert (Performance-Expectation-Gap).
Nachhaltigkeitsberichte dienen als Kommunikationsplattform, um Verantwortungsbewusstsein gegenüber Stakeholdern transparent zu machen, dienen aber in der Praxis oft eher dem Imageaufbau, da viele Stakeholder die Glaubwürdigkeit der Informationen kritisch bewerten.
NGOs fungieren zunehmend als „Sprachrohr“ der Gesellschaft und treiben Nachhaltigkeitsthemen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit voran, wobei sie Unternehmen zur Interaktion und zum Dialog zwingen.
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