Diplomarbeit, 1996
120 Seiten, Note: 1,0
Vorwort...................................................................................................... 1
Einleitung.................................................................................................. 3
Teil 1: Interdisziplinäre Überlegungen zu Tod und Sterben.................. 6
1.1. Historisch - Philosophische Aspekte des Todes.......................................7
1.1.1. Historisch - Philosophische Erklärungen der griechischen Antike............... 7
1.1.2. Historisch-Philosophische Erklärungen der römischen Antike .................... 9
1.1.3. Der Tod im Mittelalter und in der frühen Neuzeit .......................................11
1.1.4. Moderne Gedanken zum Tod ..........................................................................13
1.2. Theologisch - Christliche Aspekte des Todes ........................................16
1.2.1. Der Tod im Verständnis des Alten Testaments.............................................16
1.2.2. Das Todesverständnis des Neuen Testaments ..............................................17
1.3. Psychologische Aspekte von Tod und Sterben.......................................20
1.4. Soziologische Aspekte von Tod und Sterben.........................................26
1.4.1. Die Frage nach einer Thanatosoziologie.........................................................26
1.4.2. Der gesellschaftliche Umgang mit Sterben und Tod ....................................27
1.4.2.1. Der verbotene Tod .................................................................................................27
1.4.2.2. Der akzeptierte Tod..................................................................................................31
1.5. Tod und Sterben in der sozialarbeiterischen Praxis ...............................34
Teil 2: Entstehung und Entwicklung des Todeskonzepts bei Kindern 36
2.1. Die Kognitive Entwicklung des Kindlichen Sterblichkeitswissens........37
2.1.1. Das Kind bis zu fünf Jahren.............................................................................38
2.1.2. Das Kind von sechs und sieben Jahren ..........................................................43
2.1.3. Das Kind von acht und neun Jahren...............................................................45
2.1.4. Das Kind von zehn bis vierzehn Jahren .........................................................46
2.2. emotionale Faktoren des kindlichen Todesverständnisses...................52
2.3. Das kindliche Trauerverhalten ...............................................................57
2.4. Pädagogische Überlegungen zur Entwicklung des kindlichen Todeskonzeptes............................................................................................. 61
2.4.1. Die Rolle der Eltern ...........................................................................................62
2.4.2. Die Rolle des Kindergartens.............................................................................66
2.4.3. Die Rolle der Schule...........................................................................................67
2.4.4. Die Bedeutung der Massenmedien ..................................................................68
Exkurs: Das schwerkranke Kind...................................................................70
Teil 3: Praxis des kindlichen Todesverständnisses: Projektarbeit des Hospizvereins Wattenscheid e. V........................................................... 73
Teil 4: Das Thema „Tod und Sterben“ in der Kinderliteratur.............. 80
4.1. Die Bedeutung der Literatur für die Sterbeerziehung............................ 81
4.2. Tod und Sterben in Kindermärchen .......................................................84
4.3. Ausgewählte Kinderlitearatur .................................................................87
4.3.1. Antoine de Saint - Exupéry: Der Kleine Prinz...............................................88
4.3.2. Marit Kaldhol / Wenche Oyen: Abschied von Rune ...................................91
4.3.3. Sigrid Zeevaert: Max, mein Bruder..................................................................93
4.3.4. Astrid Lindgren: Mio, mein Mio / Die Brüder Löwenherz .........................96
4.3.5. Peter Härtling: Alter John .................................................................................98
4.3.6. Elfie Donnelly: Servus Opa, sagte ich leise ....................................................99
Exkurs: die irische Sagenwelt ..................................................................... 102
Teil 5: Anhang.......................................................................................105
5.1. Resümee und Reflexion ........................................................................ 106
5.2. Literaturverzeichnis .............................................................................. 109
5.3. Bildverzeichnis.......................................................................................116
Die Arbeit untersucht die Entwicklung kindlicher Vorstellungen von Sterben und Tod unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sozialer und entwicklungspsychologischer Einflüsse. Ziel ist es, die Tabuisierung dieses Themas zu hinterfragen, Möglichkeiten für eine altersgerechte Sterbeerziehung aufzuzeigen und die Rolle der Sozialarbeit sowie der Kinderliteratur in diesem Prozess kritisch zu beleuchten.
1.1.1. Historisch - Philosophische Erklärungen der griechischen Antike
In der griechischen Antike hat es zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Antworten zu den Fragen nach dem Tod gegeben. Die Angst vor dem Tod herrschte im 8. - 6. Jahrhundert v. Chr. vor; geprägt wurde dies durch das homerische Epos und die Vorstellung, die Toten müssten als leblose Wesen ein ruheloses Schattendasein führen. Da es keine Verbindung mehr zu den Lebenden gäbe und sich die Seelen der Toten vor einem gnadenlosen Richter (Minos, Aikos und Rhadamanthys) zu verantworten hätten, fürchteten viele Menschen den Tod, „der keineswegs als friedlicher Schlaf oder als Durchgangsstufe zu einem glücklichen Leben aufgefasst wurde“, sondern dem „vielmehr etwas Bedrückendes und Furchterregendes“ anhaftete.
Die philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Tod hatten in den folgenden Jahrhunderten demnach zumeist das Ziel, dem Tod seinen Schrecken und den Menschen die Angst zu nehmen. Sowohl bei Pythagoras (572 - 497 v. Chr.) als auch bei Sokrates (469 - 399 v. Chr.) findet sich die Zweiteilung in Körper und Seele, wobei der Leib als Hülle für das Diesseits dient. Die Seele aber wird entweder im Kreislauf der Geburten gereinigt (Pythagoras), um mit dem Göttlichen wiedervereinigt zu werden, oder sie geht an einen anderen, jenseitigen Ort über (Sokrates). Unabhängig davon, ob die Seele nach dem Tod den Körper verlässt oder der Tod gar nur ein traumloser Schlaf sei, gibt es aus Sicht Sokrates’ keinen Grund, den Tod zu fürchten, da es demgegenüber die Hoffnung gäbe, dass der Tod besser sei als das Leben. Pythagoras als Vertreter der orphischen Lehre sah die Seele göttlichen Ursprungs gar gefangen im diesseitigen Körper, von dem sie erst im Tod wieder befreit wird.
Vorwort: Der Autor reflektiert die Entstehung seiner Diplomarbeit und deren persönliche Bedeutung sowie die Relevanz des Themas Tod und Sterben für die Soziale Arbeit.
Einleitung: Es werden Forschungsgegenstand, Methodik und Aufbau der Arbeit dargelegt, wobei der Fokus auf kindlichen Todeskonzepten im kulturellen Kontext liegt.
Teil 1: Interdisziplinäre Überlegungen zu Tod und Sterben: Dieses Kapitel analysiert philosophische, theologische, psychologische und soziologische Aspekte des Todes, um das gesellschaftliche Umfeld und die Ursprünge der Tabuisierung zu verstehen.
Teil 2: Entstehung und Entwicklung des Todeskonzepts bei Kindern: Hier wird der Prozess der kindlichen Auseinandersetzung mit dem Tod beleuchtet, differenziert nach kognitiven Entwicklungsstufen, emotionalen Faktoren und pädagogischen Rahmenbedingungen.
Teil 3: Praxis des kindlichen Todesverständnisses: Projektarbeit des Hospizvereins Wattenscheid e. V.: Das Kapitel stellt die praktische Umsetzung einer Projektarbeit mit Kindergärten vor, die Kindern hilft, Abschied und Trauer zu verarbeiten.
Teil 4: Das Thema „Tod und Sterben“ in der Kinderliteratur: Es wird die medienpädagogische Rolle von Kinderliteratur und Märchen untersucht, wobei konkrete Werke analysiert werden, um ihren Beitrag zur Sterbeerziehung zu bewerten.
Kindliches Todeskonzept, Sterbeerziehung, Trauerarbeit, Soziale Arbeit, Hospizverein, Kinderliteratur, Todesangst, Entwicklungspsychologie, Sozialisation, Abschiednehmen, Jenseitsvorstellungen, Thanatosoziologie, Sterbebegleitung, Identitätsentwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Vorstellungen, die Kinder über Sterben und Tod entwickeln, und untersucht, wie diese durch soziale, gesellschaftliche und pädagogische Einflüsse geprägt werden.
Zu den Kernbereichen gehören die interdisziplinäre Sicht auf den Tod, die kindliche kognitive und emotionale Entwicklung, die Bedeutung von Trauerverhalten sowie der Einsatz von Kinderliteratur als pädagogisches Instrument.
Das Ziel ist es, Kindern den Tod als natürlichen Teil des Lebens erfahrbar zu machen, Ängste zu lindern und einen veränderten, professionellen Umgang mit dem Thema Tod innerhalb der Sozialen Arbeit anzuregen.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, der Aufarbeitung entwicklungspsychologischer Theorien sowie der Auswertung praktischer Erfahrungen aus einem Hospizprojekt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse gesellschaftlicher Todeskonzepte, eine detaillierte Betrachtung der kindlichen Entwicklung, einen praktischen Exkurs zur Hospizarbeit und eine Untersuchung zur Rolle der Kinderliteratur.
Wichtige Begriffe sind unter anderem das kindliche Todeskonzept, Sterbeerziehung, Trauerarbeit, Sozialarbeit und die Rolle von Medien bei der Vermittlung des Themas Tod.
Das Werk dient als roter Faden der Arbeit, da seine Botschaft („Man sieht nur mit dem Herzen gut“) die essenzielle Bedeutung von Beziehungen und die Überwindung oberflächlicher Betrachtungsweisen bei der Auseinandersetzung mit dem Tod symbolisiert.
Die irische Sagenwelt dient als Exkurs, um aufzuzeigen, wie mündliche Erzähltraditionen und ein stark ausgeprägter Jenseitsglaube als kulturelle Mechanismen zur Linderung von Todesängsten fungieren.
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