Diplomarbeit, 2005
86 Seiten, Note: 1,15
1. Motivation
2. Stadtmarketing – Das moderne Zauberwort der Stadtentwicklung
2.1 Sinn und Aufgaben des Stadtmarketing
2.2 Der Stadtmarketingprozess
2.3 Organisation und Finanzierung von Stadtmarketingaktivitäten
2.4 Controlling im Stadtmarketing
3. Business Improvement Districts (BIDs) – Stadtmarketing räumlich heruntergebrochen
3.1 BID –Was ist das?
3.2 Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGs)
3.3 Beispiel: ISG Bemuda3Eck, Bochum
4. Controlling in BID-Prozessen – Erfolgskontrolle in ISGs
4.1 Einleitung
4.2 Indikatorenset zur Erfolgskontrolle in der ISG Bermuda3Eck
4.3 Allgemeine Vorschläge zum weiteren Umgang mit Controlling in der ISG Bermuda3Eck
5. Zusammenfassung & Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Erfolgskontrolle im Stadtmarketing, insbesondere für Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGs), praxisnah zu gestalten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Entwicklung eines anwendbaren Indikatorensets, das es ISGs ermöglicht, den Erfolg ihrer Maßnahmen effizient und nachvollziehbar zu messen und dadurch ihre Arbeit für Stakeholder zu legitimieren.
3.1 BID –Was ist das?
Wie bereits in Kapitel 2, Absatz 3 erläutert, wird bei der Organisation von Stadtmarketingprozessen/-projekten gerne auf Public-Private-Partnerships (PPPs) – Kooperationen von Akteuren der öffentlichen Hand mit solchen aus der Privatwirtschaft – zurückgegriffen, weil sie zum einen eine erschöpfendere und stabilere Finanzierungsstruktur erzeugen können als dies ein Akteur allein vermag, und zum anderen, weil sie dazu führen, dass das geistige Kapital und die Materialien der Akteure zusammengebracht werden, um diese im Sinne der Erarbeitung gemeinsamer Ziele zu vereinen.
Häufig gehen von PPPs auch Entwicklungsimpulse auf das „Umland“ – die räumliche oder auch funktionale (z.B. Zulieferer, Kunden) Umgebung der Kooperation aus und fungieren somit als „Entwicklungskatalysator“ (vgl. TRATTNER; 2001; S.13). Von elementarer Wichtigkeit für Stadtmarketing ist bei PPPs insbesonders die Umverteilung der Verantwortung: Agierten die jetzt in einer PPP vereinten Akteure einer Stadt bis dato in ihren eigenen Rollen und nach ihren eigenen Zielvorgaben – die Privaten primär im Sinne einer Gewinnerzielung, die der öffentlichen Hand in Verfolgung des Gemeinwohls –, werden die Aktivitäten durch PPPs aufeinander abgestimmt und dienen auch der Erfüllung gemeinsamer Ziele.
Die Akteure gehen somit vorsichtiger und bedachter miteinander um, harmonisieren ihre Aktivitäten – was zu einer Steigerung der Produktivität führen kann – und entwickeln ein Gefühl der gemeinsamen Verantwortung bezüglich den Aufgaben der PPP. Die Atmosphäre wird im Idealfall positiver und attraktiver, z.B. auch für neue Investoren.
In diesem Sinne hat sich im Jahre 1970 in Toronto, Kanada die Idee der BIDs entwickelt. In einer Initiative zur Aufwertung ihres Einzelhandelsstandorts schlossen sich die Gewerbetreibenden des Stadtteils „Bloor West Village“ zusammen.
1. Motivation: Einleitung in die Thematik der Komplexität im Stadtmarketing und die Zielsetzung der Arbeit, ein anwendbares Instrument zur Erfolgskontrolle zu liefern.
2. Stadtmarketing – Das moderne Zauberwort der Stadtentwicklung: Untersuchung der Grundlagen, Prozesse und Organisation des Stadtmarketings sowie der Notwendigkeit und Anwendung von Controlling.
3. Business Improvement Districts (BIDs) – Stadtmarketing räumlich heruntergebrochen: Analyse des BID-Konzepts, der Übertragung auf deutsche Verhältnisse als ISG und praktische Betrachtung des Bermuda3Ecks in Bochum.
4. Controlling in BID-Prozessen – Erfolgskontrolle in ISGs: Entwicklung eines bedarfsgerechten Indikatorensets zur Erfolgskontrolle und Diskussion über den Umgang mit Controlling im ISG-Modell.
5. Zusammenfassung & Schlussbetrachtungen: Fazit der Arbeit mit der Erkenntnis, dass Controlling für den Erfolg von ISGs unumgänglich ist, aber individuell angepasst werden muss.
Stadtmarketing, Controlling, Erfolgskontrolle, Business Improvement District, BID, Immobilien- und Standortgemeinschaft, ISG, Bermuda3Eck, Public-Private-Partnership, PPP, Standortentwicklung, Indikatorenset, Stadtmanagement, Benchmarking, Wirtschaftsförderung.
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung professioneller Controlling-Instrumente für das Stadtmarketing, fokussiert auf das Modell der Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGs).
Die Schwerpunkte liegen auf Stadtmarketing-Prozessen, der BID-Idee, dem Controlling in öffentlichen-privaten Partnerschaften und der Entwicklung praxisnaher Indikatoren.
Das Ziel ist die Entwicklung eines anwendbaren Indikatorensets für die ISG Bermuda3Eck, das als Vorlage für andere Standorte dienen soll, um Erfolge messbar zu machen.
Die Autorin nutzt einen deduktiven Erarbeitungsansatz, ergänzt durch Literaturrecherche, Expertengespräche und die Kooperation mit der Bochum Marketing GmbH.
Der Hauptteil analysiert das BID-Konzept, die Besonderheiten der deutschen ISGs, die spezifische Situation des Bermuda3Ecks und stellt konkrete Indikatoren zur Erfolgskontrolle vor.
Zu den Kernbegriffen zählen Stadtmarketing, ISG, BID, Erfolgskontrolle, Controlling, Standortentwicklung und Public-Private-Partnership.
Während BIDs oft auf einer verpflichtenden Zwangsabgabe basieren, beruhen ISGs in Deutschland auf dem Prinzip der Freiwilligkeit und erhalten Initialförderung durch das Land.
Als Modellprojekt muss die ISG ihren Nutzen für die Stakeholder beweisen, um langfristig die Finanzierung und das Engagement der Mitglieder (insb. der Immobilienbesitzer) zu sichern.
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