Diplomarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 2,3
1. Problemstellung
1.1 Einführung
1.2 Zielsetzung und Fragestellung
1.3 Konzeptioneller Aufbau
2. Theoretische Legitimierung der Integration einer Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft
2.1 Motivation für internationalen Handel
2.2 Theoretische Begründung für internationalen Freihandel
2.2.1 Theorie der komparativen Kosten
2.2.2 Produktivitäts- Theorie
2.2.3 Heckscher-Ohlin-Theorem
2.2.4 „Export- led growth“ – Hypothese
2.2.5 Neue Wachstumstheorie
2.2.6 Zusammenfassung
2.3 Gegenargument der nationalen Wohlfahrt – Protektionismus
2.3.1 Definition und Instrumente des Protektionismus
2.3.2 Argumente zur Legitimierung des Protektionismus
2.3.2.1 „Infant-industry“- Argument
2.3.2.2 „Autarkie“- Argument
2.3.2.3 „Terms of Trade“- Argument
2.3.3 Fazit
2.4 Entwicklungsstrategien
2.4.1 Importsubstitution
2.4.2 Exportdiversifizierung
3. Implikation einer Außenhandelsliberalisierung
3.1 Thematische Einführung
3.2 Ausgangslage vor Reformbeginn
3.3 Struktur einer Außenhandelsliberalisierung
3.3.1 Ziele und Handlungsfelder
3.3.2 Relevante Komponenten einer Außenhandelsliberalisierung
3.3.2.1 Stabilisierung und ordnungspolitischer Rahmen
3.3.2.2 Kapitalverkehrsliberalisierung
3.3.2.3 Preisliberalisierung, Privatisierung und Finanzmarktreform
3.3.3 Das Reformdesign
3.3.3.1 „Sequencing“ der Reformschritte
3.3.3.2 „Timing“ der Reformschritte
4. Indiens Wirtschaftsstruktur vor dem Transformationsprozess von 1991
4.1 Grundlegende Elemente der indischen Wirtschaftspolitik seit 1947
4.2 Das indische Außenhandelssystem und seine Folgen
4.3 Ergebnisse der indischen Wirtschaftsplanung und die Zahlungsbilanzkrise von 1991
5. Die Liberalisierung des Außenhandels seit 1991
5.1 Wirtschaftspolitische Reformziele
5.2 Neugestaltung des Handelssektors
5.3 Reformmaßnahmen relevanter Nebenbedingungen
6. Ergebnisse und Entwicklungstendenzen der Reformen
6.1 Auswirkungen des Reformprozesses auf den Außenhandel und auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung
6.2 Indiens außenwirtschaftliche Entwicklung im internationalen Vergleich
6.3 Kritische Würdigung und Perspektiven des indischen Liberalisierungsprozesses
6.3.1 Bewertung der Reformen
6.3.2 Überprüfung der theoretischen Erkenntnisse am Fallbeispiel Indien
6.3.3 Handlungsempfehlung
7. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert den Außenhandelsliberalisierungsprozess der Republik Indien, ausgehend von der wirtschaftlichen Krise 1991, und bewertet diesen vor dem Hintergrund außenhandelstheoretischer Ansätze und entwicklungspolitischer Rahmenbedingungen.
2.2.1 Theorie der komparativen Kosten
Der Engländer David Ricardo hatte bereits 1817 in seiner „Theorie der komparativen Kosten“ erkannt, dass durch freien internationalen Handel komparative Kostenunterschiede im In- und Ausland entstehen können (vgl. SIEBERT 2000, S.29). Demnach kann ein Land selbst für den Fall, dass die absoluten Kosten der Produktion ihrer Güter höher als im Ausland sind, in einem Gut einen relativen Kostenvorteil erzielen. Der internationale Handel führt daher zu einer Produktionsspezialisierung jedes Landes auf dasjenige Gut, bei dem es über einen komparativen Kostenvorteil verfügt. Dieses ist dann der Fall, wenn die Opportunitätskosten für dessen Herstellung, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in anderen Ländern. Durch die jeweilige Spezialisierung auf ein Gut kann mit unverändertem Faktoreinsatz bei gleichem Produktionsverfahren von beiden Produkten mehr produziert werden. Internationaler Handel führt deshalb zu einer Steigerung der weltweiten Produktionsmenge. Somit kann man den internationalen Freihandel gesamtwirtschaftlich als wohlfahrtsoptimal bezeichnen (vgl. KRUGMAN/ OBSTFELD 2004, S.38ff.; vgl. BENDER 2003, S.484ff.; vgl. SIEBERT 2000, S.29-38).
1. Problemstellung: Einleitung in die Bedeutung des internationalen Handels und Darstellung der indischen Wirtschaftskrise 1991 als Auslöser für den Transformationsprozess.
2. Theoretische Legitimierung der Integration einer Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft: Darstellung theoretischer Modelle des Freihandels und der Gegenargumente des Protektionismus sowie Erläuterung von Entwicklungsstrategien.
3. Implikation einer Außenhandelsliberalisierung: Analyse der Handlungsfelder, Nebenbedingungen und des Reformdesigns für eine erfolgreiche Integration in den Weltmarkt.
4. Indiens Wirtschaftsstruktur vor dem Transformationsprozess von 1991: Untersuchung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Indiens von 1947 bis 1991, geprägt durch Importsubstitution.
5. Die Liberalisierung des Außenhandels seit 1991: Detaillierte Darstellung der Reformziele und Maßnahmen zur Neugestaltung des Handelssektors und relevanter Nebenbedingungen.
6. Ergebnisse und Entwicklungstendenzen der Reformen: Empirische Auswertung der Reformwirkungen und kritische Würdigung der indischen Entwicklung im Vergleich.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfragen sowie Ausblick.
Außenhandelsliberalisierung, Indien, Importsubstitution, Exportdiversifizierung, Freihandel, Protektionismus, Transformationsprozess, Zahlungsbilanzkrise, Wirtschaftswachstum, Reformdesign, Sonderwirtschaftszonen, Weltwirtschaft, Handelsbilanz, Strukturwandel.
Die Arbeit untersucht den Übergang der indischen Volkswirtschaft von einem protektionistischen System hin zu einer außenhandelsorientierten Strategie seit 1991.
Die zentralen Themen sind außenhandelstheoretische Ansätze, die Analyse der indischen Wirtschaftshistorie, die Mechanismen der Liberalisierung sowie deren praktische Auswirkungen.
Ziel ist die Darstellung und objektive Bewertung des indischen Außenhandelsliberalisierungsprozesses vor dem Hintergrund ökonomischer Wohlfahrtstheorien.
Es wird eine theoretische Fundierung durch klassische und neoklassische Außenhandelstheorien mit einer empirischen Analyse der indischen Reformpraxis und Wirtschaftsdaten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse des Scheiterns der indischen Importsubstitutionspolitik und die detaillierte Untersuchung der Reformmaßnahmen ab 1991.
Wichtige Begriffe sind Außenhandelsliberalisierung, Indien, Importsubstitution, Exportdiversifizierung und Transformation.
Indien litt unter massiven makroökonomischen Fehlsteuerungen, hohen Subventionen und einer restriktiven Handelspolitik, was durch externe Schocks wie den Golfkrieg zur Zahlungsbilanzkrise führte.
Die "Invisibles" (wie Rücküberweisungen von Auslandsindern und Dienstleistungsexporte) waren entscheidend, um das dauerhafte Handelsbilanzdefizit auszugleichen und die Leistungsbilanz zu stabilisieren.
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