Magisterarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Kapitel 1
Das zweischneidige Schwert der Kausalität
Kapitel 2
Eine grundsätzliche Kritik an der Regularitätstheorie
2.1 Drei Probleme der Regularitätstheorie
2.2 Humes zweite Definition
Kapitel 3
Counterfactuals und mögliche Welten
3.1 Die Untauglichkeit des Subjunktors
3.2 Die Untauglichkeit des strikten Konditionals
3.3 Ähnlichkeitssphären ordnen die Welten
3.4 Wahrheitsbedingungen des variablen strikten Konditionals
Kapitel 4
Lewis 1973 - Eine neue Theorie der Kausalität
4.1 Kausale Abhängigkeit und Kausalketten
4.3 Die vier Regeln der Ähnlichkeitsrelation
4.4 Die Lösung der Probleme der Regularitätstheorie
4.5 Fazit
Kapitel 5
Lewis 1986 – Kausalität und Quasi-Abhängigkeit
5.1 Late-Preemption
5.2 Quasi-Abhängigkeit
5.3 Quasi-Abhängigkeit in Bedrängnis
Kapitel 6
Lewis 2000 – Kausalität und Einfluss
6.1 Neue Typen von Abhängigkeits-Beziehungen
6.2 Der Begriff der Abänderung
6.3 Eine neue Definition der Kausalität
6. 4 Einfluss und Preemption
6.4.1 Late Preemption
6.3.2 Early-Preemption
Kapitel 7
Lewis und Trumping-Preemption
7.1 Schaffers Trumping-Preemption
7.2 1973 und Trumping
7.3 1986 und Trumping
7.4 2000 und Trumping
Kapitel 8
Einfluss in der Kritik
8.1 Ist Einfluss notwendig für Kausalität?
8.2 Ist Einfluss hinreichend für Kausalität?
8.3 Keine Ursachen sind kleine Ursachen?
8.4 Diffizile Abänderungen
8.4.1 Der zeitliche Aspekt
8.4.2 Der räumliche Aspekt
8.5 Fazit
Kapitel 9
Warum ist Trumping-Preemption ein Problem?
Kapitel 10
Schlussbemerkungen
Die vorliegende Magisterarbeit setzt sich zum Ziel, die Entwicklung von David Lewis’ Theorie der Kausalität kritisch zu analysieren und zu bewerten, indem sie untersucht, inwieweit seine kontrafaktischen Analysen in der Lage sind, komplexe kausale Problemstellungen wie Preemption oder Trumping-Preemption über die Jahrzehnte hinweg konsistent zu erklären.
Das zweischneidige Schwert der Kausalität
Ich sitze vor meinem Computer und tippe mit den Fingern auf der Tastatur. Das Tippen ist die Ursache dafür, dass auf dem Bildschirm ein Text erscheint. Freilich bleibt einem technisch unversierten Zeitgenossen der genaue Mechanismus dahinter verborgen, erst recht wenn man bedenkt, dass die Tastatur nicht einmal mehr mit einem Kabel mit dem Rechner verbunden ist. Doch an einer Intuition kann diese Unwissenheit nicht rütteln: Meine Fingerbewegungen verursachen die Worte, die auf dem Monitor zu sehen sind.
Wie fast jedes Buch über das Thema Kausalität, so beginnt auch diese Arbeit mit einem alltäglichen Beispiel für eine Kausalbeziehung. Das Prinzip von Ursache und Wirkung spielt in unserem Leben eine grundlegende Rolle. Wir trinken, weil wir glauben, damit den Durst zu löschen. Wir schimpfen über Steuererhöhungen, weil wir erwarten, aufgrund dieser finanziell schlechter dazustehen. Wir versuchen Ereignisse zu vermeiden, die Schmerz auslösen.
Auch wissenschaftliches Arbeiten kommt ohne Kausalität nicht aus. Es mag zwar ein Streitpunkt sein, ob beispielsweise die moderne Physik mit ihren Gleichungssystemen noch nach Ursachen und Wirkungen sucht. Aber sicherlich sehen sich die Forscher, welche diese Gleichungen aufstellen, in ihren Experimenten ständig mit Ursachen und Wirkungen konfrontiert.
Kapitel 1: Das zweischneidige Schwert der Kausalität: Einführung in die Bedeutung von Kausalbeziehungen im Alltag und in der Wissenschaft sowie Darstellung der Schwierigkeiten, eine konsistente Theorie zu entwickeln.
Kapitel 2: Eine grundsätzliche Kritik an der Regularitätstheorie: Analyse der Defekte der Regularitätstheorie, insbesondere im Hinblick auf die Vertauschung von Ursache und Wirkung, Epiphänomene und ausgeschaltete Ursachen.
Kapitel 3: Counterfactuals und mögliche Welten: Diskussion der methodischen Grundlage durch kontrafaktische Konditionale und die Interpretation mittels Ähnlichkeitssphären in möglichen Welten.
Kapitel 4: Lewis 1973 - Eine neue Theorie der Kausalität: Vorstellung von Lewis’ ursprünglichem Ansatz, der auf kontrafaktischer Abhängigkeit und Kausalketten basiert.
Kapitel 5: Lewis 1986 – Kausalität und Quasi-Abhängigkeit: Erörterung der Modifikation durch Quasi-Abhängigkeit, um Probleme wie Late-Preemption zu adressieren.
Kapitel 6: Lewis 2000 – Kausalität und Einfluss: Darstellung des späteren Einfluss-Ansatzes, der Ursache und Wirkung durch eine komplexere Abhängigkeitsstruktur definiert.
Kapitel 7: Lewis und Trumping-Preemption: Untersuchung des speziellen Problems der Trumping-Preemption und der Schwierigkeiten, dieses innerhalb der verschiedenen Ansätze von Lewis zu lösen.
Kapitel 8: Einfluss in der Kritik: Kritische Auseinandersetzung mit dem Einfluss-Ansatz, insbesondere der Frage, ob Einfluss eine notwendige oder hinreichende Bedingung für Kausalität darstellt.
Kapitel 9: Warum ist Trumping-Preemption ein Problem? Eingehende Analyse der Herausforderungen, die Trumping-Preemption für die Lewissche Methodologie und den Kausalitätsbegriff stellt.
Kapitel 10: Schlussbemerkungen: Zusammenfassendes Fazit über die Entwicklung der Theorie und die Frage, ob Kausalität vollständig auf kontrafaktische Konditionale reduzierbar ist.
Kausalität, Ursache, Wirkung, David Lewis, Kontrafaktische Konditionale, Mögliche Welten, Regularitätstheorie, Preemption, Quasi-Abhängigkeit, Einfluss, Kausalkette, Ähnlichkeitsrelation, Trumping-Preemption, Metaphysik, Analytische Philosophie
Die Arbeit untersucht David Lewis’ Kausalitätstheorie und deren historische Entwicklung von 1973 bis 2000, um zu bewerten, wie erfolgreich der Autor verschiedene kausale Phänomene und Einwände behandeln konnte.
Im Zentrum stehen die kausale Abhängigkeit, kontrafaktische Konditionale, die Rolle möglicher Welten und die Abgrenzung von Ursachen bei komplexen Szenarien wie Preemption.
Das Ziel ist eine kritische Prüfung, ob Lewis’ Ansatz trotz verschiedener Modifikationen eine adäquate und konsistente Analyse der Kausalität liefert oder ob die ständigen Erweiterungen zu einem Verlust der theoretischen Plausibilität führen.
Es wird eine philosophisch-analytische Methode angewandt, die auf der Prüfung logischer Konsistenz und der Konfrontation mit Gegenbeispielen (Gedankenexperimenten) beruht.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die Lewis’ unterschiedliche Entwürfe (1973, 1986, 2000) vorstellen und diese durch die Auseinandersetzung mit Kritikern wie Schaffer, McDermott und Fine auf ihre Belastbarkeit hin prüfen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie kontrafaktische Abhängigkeit, Kausalkette, Einfluss, Late-Preemption, Trumping-Preemption und mögliche Welten.
Lewis versucht Preemption zunächst durch Kausalketten, dann durch Quasi-Abhängigkeit und schließlich durch ein komplexeres Konzept des „Einflusses“ zu lösen, wobei jede Stufe ihre eigenen theoretischen Herausforderungen mit sich bringt.
Im Gegensatz zur klassischen Preemption, bei der eine Ereigniskette unterbrochen wird, finden bei der Trumping-Preemption beide Ereignisse statt, was die einfache Identifizierung der tatsächlichen Ursache mittels kontrafaktischer Analyse erschwert.
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