Magisterarbeit, 2003
92 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Was ist Chicano-Theater?
2.1 Definitionsversuche in der modernen Forschung.
2.2 „Ethnisches“, „ethnospezifisches“ und „nationales“ Theater.
3. Die Entwicklung des Teatro Chicano vom Agitprop zum professionellen Theater
3.1 Die Bedeutung des Teatro Campesino für das Chicano-Theater der Gegenwart.
3.2 Das zeitgenössische Teatro Chicano und die Debatte um Mainstream, Kommerzialisierung und angloamerikanischen Einfluss
3.2.1 Chicanos on Broadway: Die Debatte um das Zielpublikum
3.2.2 Die Forderung nach „Multicultural Theater“ und der Effekt für das Chicano-Theater seit den 80er Jahren.
3.2.3 Die Struktur des Chicano-Theaters heute
3.3 (K)Eine Debatte um die Sprache auf der Bühne
4. Reflecting the Other(s): Das moderne Chicano-Theater und der Blick auf die amerikanische Gesellschaft
4.1 America as a Rainbow of Color? Oliver Mayers Ragged Time
4.2 A Lesson in Diversity.Culture Clash: Bordertown San-Diego-Tijuana.
5. 1. Reflecting Us and Our Community: Der Blick des Chicano-Theaters auf die Chicanos und die Forderung nach sexueller Befreiung
5.1 Die Darstellung der Frau im modernen Chicano-Theater.
5.1.1 Die Ausgangslage
5.1.2 Fat is a Feminst Issue. Josefina Lopez: Real Women Have Curves
5.1.3 Re-Constructing El Teatro Campesino. Cherríe Moraga: Heroes & Saints
5.2 Homosexualität als Thema im modernen Chicano-Theater
5.2.1 Die Ausgangslage
5.2.2 Giving Up the Myth. Cherrie Moraga: Giving Up the Ghost
5.2.3 Homosexualität im Boxsport.. Oliver Mayer: Blade to the Heat
5.2.4 What it Means to be a Family. Luis Alfaro Straight as a Line
5.2.5 A Chicana/Lesbian Nationalism. Monica Palacios: Greetings From a Queer Senorita
6. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht das zeitgenössische Chicano-Theater seit 1990 mit dem Ziel, dessen politische Funktion, gesellschaftliche Relevanz und künstlerische Entwicklung darzulegen, wobei insbesondere die Fragestellung nach der Repräsentation von Chicanas/os und der Artikulierung ihrer Interessen gegenüber der angloamerikanischen Mehrheitsgesellschaft im Vordergrund steht.
Die Darstellung der Frau im modernen Chicano-Theater.
Setzte sich das Chicano-Theater der 60er Jahre noch vornehmlich mit der Situation der Chicanos als Minderheit in der amerikanische Gesellschaft auseinander und artikulierte Forderungen nach mehr Rechten und Gleichstellung dieser ethnischen Gruppe, hat seit den Beginn der 80er Jahre ein Wechsel in der Thematik stattgefunden: aus der Politik des Klassenkampfes ist vermehrt eine Politik der sexuellen Befreiung geworden. Das jahrelang von Männern dominierte Genre des Chicano-Theaters hat seitdem eine bedeutende Anzahl an Chicanas hervorgebracht, die erfolgreich Dramen für und über ihre ethnische Gruppe inszenieren. Ihr Fokus liegt auf der Repräsentation der lateinamerikanischen Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten in Bezug auf die Marginalisierung von Frauen, aber auch von Homosexuellen. Die Rolle der Chicana wird in diesen Dramen neu definiert und dem traditionellen Bild der stereotypischen passiven Frau eine Alternative entgegengestellt.
Diese Entwicklung ist nicht nur im Theater der Chicanos festzustellen. Auch in lateinamerikanischer Prosaliteratur und im Feld der Chicano-Forschung sind „Gender Studies“ zum bedeutendsten Thema geworden. Der Journalist Hector Tobar stellte 1999 fest: With gender studies displacing Marxism and nationalism as the dominant “paradigm” on college campuses, the new heroes in Chicano studies are feminist writers like Sandra Cisneros and Cherrie Moraga.
1. Einführung: Diese Einleitung skizziert die historische Bedeutung des Teatro Campesino und stellt den Forschungsbedarf für das zeitgenössische Chicano-Theater seit 1990 heraus, das heute als politisches Instrument dient.
2. Was ist Chicano-Theater?: Dieses Kapitel analysiert die Schwierigkeiten bei der Definition von „Chicano-Theater“ und betont dabei die zentrale Bedeutung der Identität des Autors und des thematischen Bezugs zu Chicano-Erfahrungen.
3. Die Entwicklung des Teatro Chicano vom Agitprop zum professionellen Theater: Hier wird der Wandel von der politischen Agitprop-Bewegung der 60er Jahre hin zu einem professionellen Theater beleuchtet, wobei die Debatten um Mainstream-Akzeptanz und die Rolle des Publikums analysiert werden.
4. Reflecting the Other(s): Das moderne Chicano-Theater und der Blick auf die amerikanische Gesellschaft: Dieses Kapitel untersucht, wie Stücke wie Ragged Time und Bordertown die Lebensrealitäten verschiedener ethnischer Gruppen in den USA in Beziehung zueinander setzen und gesellschaftliche Vorurteile kritisieren.
5. 1. Reflecting Us and Our Community: Der Blick des Chicano-Theaters auf die Chicanos und die Forderung nach sexueller Befreiung: Im Fokus stehen hier die Darstellung von Frauen und Homosexualität, wobei Stücke wie Real Women Have Curves oder Heroes & Saints als Instrumente zur Aufbrechung patriarchaler Strukturen analysiert werden.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Rolle des Theaters als stark politisch motivierte Kunstform zusammen und diskutiert die schwierige finanzielle Situation angesichts kultureller Einsparungen.
Chicano-Theater, Teatro Campesino, Politische Identität, Sexuelle Befreiung, Homosexualität, Chicana, Aids, Mainstream-Debatte, Multikulturalität, Repräsentation, Feminismus, Arbeiterbewegung, Gesellschaftskritik, Minderheiten.
Die Arbeit analysiert das zeitgenössische Theater von Chicanas und Chicanos, das seit 1990 entstanden ist, und untersucht dessen politische Funktionen sowie den Wandel der behandelten Themen.
Im Zentrum stehen die politische Zielrichtung des Theaters, die Rolle des Teatro Campesino als Vorläufer, die Debatten über Mainstream-Integration sowie die neue Fokussierung auf Gender-Themen und Homosexualität.
Das Ziel ist es, die Forschungslücke zum zeitgenössischen Chicano-Theater zu schließen und aufzuzeigen, wie Dramatiker das Theater heute als politisches Instrument nutzen, um Diskriminierung anzuprangern.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Theaterstücken durchgeführt, ergänzt durch die Einordnung in den gesellschaftspolitischen Kontext der USA und die Auswertung relevanter Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Gesellschaft (Reflecting the Other) und die Auseinandersetzung mit der eigenen Community (Reflecting Us), inklusive der Darstellung von Frauenbildern und Homosexualität.
Zentrale Begriffe sind Chicano-Theater, sexuelle Befreiung, politische Identität, Homophobie, Repräsentation und der gesellschaftliche Wandel innerhalb der Chicano-Community.
Das Teatro Campesino dient als kultureller Bezugspunkt und Vorläufer, jedoch steht das moderne Theater heute in seinem Schatten; während frühere Stücke stark auf die Arbeiterklasse fokussiert waren, adressieren heutige Dramatiker komplexere soziale und individuelle Identitätsthemen.
Homosexualität fungiert als Katalysator, um die konservativen, patriarchalen Strukturen innerhalb der lateinamerikanischen Gemeinschaft kritisch zu hinterfragen und den Anspruch auf eine umfassende Befreiung über die sozialen Klassengrenzen hinaus zu formulieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

