Diplomarbeit, 2006
108 Seiten, Note: 1,5
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION VON GEWALT
3 GEWALT VERSUS AGGRESSION
3.1 Ursachen von Aggression
3.2 Formen von Aggression
4 FORMEN VON GEWALT
4.1 Personale Gewalt
4.1.1 Physische Gewalt
4.1.2 Psychische Gewalt
4.1.3 Sexuelle Gewalt
4.2 Strukturelle Gewalt
4.3 Derzeitige Rechtslage
4.4 Mobbing, Bullying, Stalking
4.4.1 Mobbing
4.4.2 Bullying
4.4.3 Stalking
5 GEWALT IN DER SCHULE
5.1 Gewalt im Alltag der Schule
5.2 Reale Vorfälle von Gewalt in der Schule
5.3 Gewalt gegen Lehrer/innen unter Einbeziehung des Amoklaufs in Erfurt
5.4 Rechtsextremismus an Schulen
6 MÖGLICHE URSACHEN UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN
6.1 Anthropologischer Ansatz
6.2 (Leistungs-) Gesellschaft
6.3 Familiäre Erziehungsbedingungen
6.4 Gewalt im sozialen Nahraum
6.4.1 Wie kommt es zu Gewalt im sozialen Nahraum?
6.5 Wohn- und Lebensbedingungen
6.6 Gruppeneinfluss
6.7 Medieneinfluss
7 SIND MEDIEN HEIMLICHE MITERZIEHER?
7.1 Was Kinder und Jugendliche an Gewaltfilmen interessiert
7.2 Wie Kinder und Jugendliche Gewalt im Fernsehen verstehen
7.3 Kontrollmechanismen
7.3.1 FSK
7.3.2 Zensur
7.3.3 PG (Parental Guidance)
8 MEDIALE GEWALT – UNTERSUCHUNGEN UND THESEN ZU REZEPTION UND WIRKUNG
8.1 Katharsisthese und Inhibitionsthese
8.2 Stimulationsthese
8.3 Habitualisierungsthese
8.4 Kultivierungs- oder Emotionalisierungsthese
8.5 Suggestions- oder Imitationsthese
8.6 Rationalisierungsthese
8.7 Nullhypothese oder These der Wirkungslosigkeit
8.8 Resumèe
9 GEWALT IM FILM, GEWALT DURCH FILM: EXEMPLARISCHE FILMANALYSEN
9.1 Stanley Kubrick
9.1.1 A Clockwork Orange (1971) - Gewalt als Kunst
9.1.1.1 Titel und Inhalt
9.1.1.2 Schauspieler und ihre Rollen
9.1.1.3 Filmischer Code
9.1.1.4 Einfluss und Wirkung
9.2 David Fincher
9.2.1 Fight Club (1999)
9.2.1.1 Titel und Inhalt
9.2.1.2 Schauspieler und ihre Rollen
9.2.1.3 Filmischer Code und Besonderheiten
9.2.1.4 Einfluss und Wirkung
9.3 Oliver Stone
9.3.1 Natural Born Killers (1994)
9.3.1.1 Titel und Inhalt
9.3.1.2 Filmischer Code und Besonderheiten
9.3.1.3 Einfluss und Wirkung
9.4 Lars von Trier
9.4.1 Dogville (2003)
9.4.1.1 Titel und Inhalt
9.4.1.2 Schauspieler und ihre Rollen
9.4.1.3 Filmischer Code und Besonderheiten
9.4.1.4 Einfluss und Wirkung
9.5 Michael Haneke
9.5.1 Benny’s Video (1992)
9.5.1.1 Titel und Inhalt
9.5.1.2 Filmischer Code und Besonderheiten
9.5.1.3 Einfluss und Wirkung
9.6 Resumèe
10 MÖGLICHE PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR EINE GEWALTFREIE JUGEND
10.1 Medienerziehung der Eltern
10.2 Medienerziehung in der Schule
10.3 Allgemeine Gewaltprävention in der Schule
11 RESUMÈE
Die Diplomarbeit untersucht die vielschichtigen Erscheinungsformen von Gewalt, deren Ursachen bei Kindern und Jugendlichen sowie den Einfluss medialer Gewaltdarstellungen. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Ansätze und beispielhafter Filmanalysen ein professionelles Verständnis für Gewalt zu entwickeln und daraus effektive Präventionsmöglichkeiten für den pädagogischen Alltag abzuleiten.
9.1.1.1 Titel und Inhalt
Der Titel des Films ist ein Wortspiel – Clockwork als Uhrwerk ist eine exakt funktionierende Maschine, und Orange nimmt vermutlich Bezug auf die malaiische Sprache, wo "orang" nichts anderes als "Mensch" bedeutet. Anthony Burgess, der Autor des Buches, das später als Filmvorlage diente, nimmt Bezug auf eine Redensart, die er in einem Londoner Pub gehört hatte, nämlich jemand sei „schräg wie eine aufgezogene Orange“, was ihn als Ausdruck volkstümlicher Surrealistik faszinierte. „A Clockwork Orange“ spielt in der damals (1971) nahen Zukunft, nämlich 1983. Schon in der Eingangssequenz wird deutlich, in welch obskurer und abstrakter Welt wir uns befinden. Sie zeigt Alex und seine Droogs (wie er seine Kumpels/Untergebenen nennt) in der Korova-Milchbar, wo man Milch-plus, also Milch mit Drogen, zu trinken bekommt, was die vier Jugendlichen anheizt für ihre späteren Gewalttaten. Die Bar ist gespickt mit Obszönitäten, die Gäste stellen ihre Gläser auf nackte Plastikfrauenkörper; Milch erhält man, indem man den Frauen zwischen die Beine fährt und einen Knopf betätigt, woraufhin die Milch sich aus der Brustwarze der Skulptur ergießt.
Alex und seine Kumpels sind weiß gekleidet, tragen einen Unterleibsschutz und schwarze Melonenhüte, als Accessoire dienen ihnen schwarze Stöcke, mit denen sie nur allzu gern auf Menschen einprügeln. Sie sinnieren über ihren weiteren Tagesablauf, den man sogleich in der nächsten Einstellung erfährt, als die Gang einen „dreckigen, stinkenden Siffkopf“, der Lieder grölt und sich über die Welt beschwert, auf brutale Art und Weise zusammenschlägt. In der nächsten Szene treffen Alex und seine Droogs auf eine andere Gang, die gerade im Begriff ist, eine Frau auf der Bühne eines alten Spielcasinos zu vergewaltigen. Spätestens hier fällt die bühnenhafte Inszenierung auf, die Frau wird herumgereicht wie ein Objekt, während man Rossinis fröhliche Klänge im Hintergrund hört, durchbrochen von den Schreien der wehrlosen, nackten Frau. Das „alte Rein-Raus-Spiel“ wird aber unterbrochen durch die Beschimpfung des Anführers, woraufhin eine wilde Schlägerei beginnt, noch immer begleitet von der Musik.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet Gewalt als ein grundlegendes menschliches Phänomen und stellt die Relevanz der Untersuchung für die pädagogische Praxis dar.
2 DEFINITION VON GEWALT: Dieses Kapitel ergründet die semantische Vielschichtigkeit des Gewaltbegriffs und strukturiert diesen anhand personaler, psychischer und struktureller Ansatzpunkte.
3 GEWALT VERSUS AGGRESSION: Der Text arbeitet die feinen Unterschiede zwischen dem instinktiven oder erlernten Aggressionsbegriff und der bewussten Gewaltausübung heraus.
4 FORMEN VON GEWALT: Eine systematische Kategorisierung von personaler, struktureller Gewalt sowie spezifischen Phänomenen wie Mobbing und Stalking unter Einbezug der aktuellen Rechtslage.
5 GEWALT IN DER SCHULE: Dieser Abschnitt analysiert das Gewaltaufkommen im schulischen Alltag, beleuchtet reale Vorfälle wie Amokläufe und diskutiert die Rolle der Lehrkräfte.
6 MÖGLICHE URSACHEN UND ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR GEWALT BEI KINDERN UND JUGENDLICHEN: Eine Untersuchung anthropologischer, gesellschaftlicher und familiärer Faktoren sowie des Medieneinflusses auf das Gewaltverhalten von Jugendlichen.
7 SIND MEDIEN HEIMLICHE MITERZIEHER?: Ein kritischer Blick auf das mediale Konsumverhalten und die Motive von Kindern und Jugendlichen beim Konsum von Gewaltinhalten.
8 MEDIALE GEWALT – UNTERSUCHUNGEN UND THESEN ZU REZEPTION UND WIRKUNG: Zusammenfassung der gängigen medienwissenschaftlichen Theorien, von der Katharsisthese bis zur Nullhypothese der Wirkungslosigkeit.
9 GEWALT IM FILM, GEWALT DURCH FILM: EXEMPLARISCHE FILMANALYSEN: Eine detaillierte Untersuchung der filmischen Darstellung und Wirkung von Gewalt anhand von fünf Regisseur-Porträts und konkreten Filmbeispielen.
10 MÖGLICHE PRÄVENTIONSMAßNAHMEN FÜR EINE GEWALTFREIE JUGEND: Das abschließende Kapitel diskutiert praktische Ansätze für die Medienerziehung in Elternhaus und Schule sowie Strategien zur Gewaltprävention.
11 RESUMÈE: Fazit der Arbeit, das die Erkenntnisse zusammenführt und den persönlichen Lerneffekt der Verfasserin reflektiert.
Gewalt, Aggression, Jugendgewalt, Mediale Gewalt, Filmanalyse, Gewaltprävention, Medienerziehung, Strukturelle Gewalt, Personale Gewalt, Mobbing, Bullying, Stalking, Amoklauf, Rezeptionsforschung, Sozialisation
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt, die Ursachen für gewalttätiges Verhalten bei Jugendlichen und den Einfluss, den mediale Gewaltdarstellungen auf diese Zielgruppe haben.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Definition von Gewalt, schulische Gewaltkontexte, Erklärungsansätze für Jugendgewalt sowie die Analyse prominenter Spielfilme, die Gewalt thematisieren.
Das Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis für die Mechanismen von Gewalt zu entwickeln, um daraus konkrete Präventionsmaßnahmen für die pädagogische Tätigkeit abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller humanwissenschaftlicher Theorien zu Gewalt und einer exemplarischen Filmanalyse, die filmische Mittel und deren Wirkung kritisch untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Gewaltformen und Ursachen sowie eine filmwissenschaftliche Analyse der Werke von Regisseuren wie Stanley Kubrick, David Fincher, Oliver Stone, Lars von Trier und Michael Haneke.
Die wichtigsten Schlagworte sind Gewalt, Mediale Gewalt, Jugendgewalt, Prävention, Medienerziehung, Filmanalyse und Aggressionsforschung.
Der Film von Stanley Kubrick wird als hochgradig stilisierte "Aktionskunst" beschrieben, die Gewalt ästhetisiert und die Zuschauer konditioniert, wobei er eine kritische Distanz zum Thema strukturelle Gewalt aufbaut.
Der Film von Michael Haneke wird als erschreckend emotionsloser Kommentar zur Mediengesellschaft analysiert, der die Zuschauer durch die subjektive Kameraperspektive selbst in die Rolle von Gewaltvoyeuren drängt.
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