Diplomarbeit, 2005
168 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Problemstellung und Ziele
1.3 Inhaltlicher Aufbau
2. Theoretische Grundlage: Tourismus und Nachhaltigkeit
2.1 (Fern-)Tourismus
2.1.1 Historische Entwicklung
2.1.2 Formen des Dritte Welt-Tourismus
2.1.3 Touristische Effekte
2.1.3.1 Ökologische Auswirkungen
2.1.3.2 Ökonomische Auswirkungen
2.1.3.3 Soziokulturelle Auswirkungen
2.1.4 Tourismuspolitische Strukturen
2.2 Nachhaltigkeit
2.2.1 Begriffliche Entwicklung
2.2.2 Spannungsverhältnis zum Tourismus
2.3 Nachhaltiger Tourismus
2.3.1 Kulturtourismus
2.3.2 Naturtourismus und Ökotourismus
2.3.3 Fazit
3. Methodik
3.1 Auswahl der Methoden
3.1.1 Säule I : Literatur- und Internetrecherche
3.1.2 Säule II : Empirische Untersuchungen und Felderhebungen
3.1.2.1 Reisebüros und Reiseveranstalter
3.1.2.2 Gastgeber
3.1.2.3 Besucher
3.1.2.4 Experten
3.1.2.5 Teilnehmende Beobachtungen
3.1.3 Säule III : Analyse und Bewertung
3.1.4 Säule IV : Dokumentation und Visualisierung
3.2 Bewertung der angewandten Methoden
4. Destinationsanalyse: Titicacasee
4.1 Touristisches Angebot
4.2 Ökologische Rahmenbedingungen
4.2.1 Geographische Lage
4.2.2 Klima
4.2.3 Biodiversität
4.3 Soziokulturelle Rahmenbedingungen
4.3.1 Bevölkerungsstruktur
4.3.2 Sprache
4.3.3 Religion und Tradition
4.4 Politische Rahmenbedingungen
4.5 Ökonomische Rahmenbedingungen
4.5.1 Landwirtschaft
4.5.2 Fischerei
4.5.3 Kunsthandwerk
4.6 Infrastruktur
4.6.1 Harte Infrastruktur
4.6.2 Weiche Infrastruktur
4.7 Resümee
5. Fallbeispiele: Tourismus auf Taquile und Capachica
5.1 Ursprüngliches und konzipiertes Angebot
5.1.1 Kulturerlebnis Taquile
5.1.2 Naturerlebnis Llachón - Capachica
5.2 Strukturvergleich
5.2.1 Touristische Infrastruktur
5.2.2 Umweltrelevante Verträglichkeit
5.2.3 Touristisches Potential
5.3 Analyse der Anbieter
5.3.1 Anbieterstruktur
5.3.2 Steuerung und Kontrolle
5.4 Analyse der Gastgeber
5.4.1 Know-how und Organisation
5.4.2 Gewichtung des Tourismus
5.5 Analyse der Besucher
5.5.1 Motiv und Aktivität
5.5.2 Frequenz und Herkunft
5.5.3 Aufenthaltsdauer
6. SWOT – Analyse: Taquile und Capachica
6.1 Ressourcenanalyse und Aussichten
6.2 Steuernde Maßnahmen
6.3 Resümee
7. Exkurs: Das „Raum-Erlebnis Titicacasee“
7.1 Das Verhältnis Mensch - Natur
7.2 Reiseerwartung und Wahrnehmung
7.2.1 Imaginäre Geographie durch Visualisierung
7.2.2 Emotionen der Besucher
7.2.3 Emotionen der Gastgeber
7.3 Tourismusethik
7.4 Akkulturation im Zeitalter der Globalisierung
8. Fazit: Nachhaltiger Tourismus am Titicacasee
8.1 Bewertung und Perspektiven
8.2 Vergleichende Übertragbarkeit
9. Zusammenfassungen
9.1 Deutsche Zusammenfassung
9.2 English Summary
9.3 Resumen castellano
10. Bibliographie
10.1 Literaturverzeichnis
10.2 Internetverzeichnis
Die Arbeit untersucht die ambivalenten Auswirkungen des Nachhaltigen Tourismus in Entwicklungsländern, wobei der Fokus spezifisch auf dem Titicacasee in Peru liegt. Ziel ist es, anhand der beiden Fallbeispiele Isla de Taquile und Península de Capachica (Dorf Llachón) zu analysieren, welche Probleme in der Planung, Organisation und Durchführung eines solchen Tourismuskonzepts auftreten und ob sich diese Erfahrungen auf andere Reiseziele übertragen lassen.
1.1 Relevanz des Themas
Tourismus sei also wie Feuer. Bei solch einem Vergleich stellt sich zunächst die Frage, welche Eigenarten dem Feuer grundsätzlich zugesagt werden?
Mit dem Feuer verbindet man spürbare Energie und Licht. Ein lebenswichtiges Element, das im Menschen Ehrfurcht und feurige Leidenschaft entfachen kann. Doch Feuer steht auch für Gefahr und verheerende Zerstörung. Unkontrolliert breitet es sich mit hoher Geschwindigkeit aus, verschlingt seine Ressourcen, entzieht seiner Umgebung den Sauerstoff zum Atmen und vernichtet Leben. Es liegt in der Natur des Menschen, sich beim Spiel mit dem Feuer zu verbrennen. Der wohl überlegte und gezielte Einsatz und Umgang mit diesem Element ist ganz entscheidend.
Ähnlich wie bei der Ambivalenz des Feuers verhält es sich mit der Thematik des internationalen Reiseverkehrs in der Literatur. Einerseits wird die Tourismusbranche als das Zugpferd der Weltwirtschaft unseres 21. Jahrhunderts und der Völkerverständigung propagiert. Und zugleich liest man von seiner „friedlichen Selbstzerstörung“ [vgl. MÄDER 1986, 96]. Für Hans Magnus Enzensberger „zerstört der Tourismus das, was er sucht, indem er es findet“ [vgl. ELLENBERG 1997, 32]. Gemeint sind damit traditionelle Feste und erholsame Ruhe, Geldfreiheit und Religiosität, Gastfreundschaft, eine ausgewogene Natur und ein ursprüngliches Verhältnis des Menschen zu ihr [vgl. ARMANSKI 1986, 79].
Jährlich zieht es über eine halbe Milliarde Menschen in fremde Länder, ein saisonales Nomadentum auf der Suche nach Traumwelten [vgl. HENNIG 1997, 2]. Stellt diese kommerzielle Völkerwanderung etwa die Zukunft unseres globalen Wirtschaftssystems dar? Bringt sie den Untergang unserer überlebensnotwendigen Umwelt und unserer kulturellen Vielfalt mit sich?
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Ambivalenz des Tourismus ein und definiert die Forschungsziele sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Theoretische Grundlage: Tourismus und Nachhaltigkeit: Hier werden die theoretischen Konzepte des Ferntourismus und der Nachhaltigkeit erläutert und deren schwieriges Spannungsverhältnis diskutiert.
3. Methodik: Der Autor stellt die verwendeten wissenschaftlichen Arbeitsweisen vor, darunter Literaturrecherche und empirische Felderhebungen vor Ort.
4. Destinationsanalyse: Titicacasee: Eine detaillierte Untersuchung der ökologischen, soziokulturellen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen in der Region Puno am Titicacasee.
5. Fallbeispiele: Tourismus auf Taquile und Capachica: Ein vertiefender Vergleich der touristischen Entwicklung und Strukturen auf der Insel Taquile und im Dorf Llachón.
6. SWOT – Analyse: Taquile und Capachica: Eine systematische Gegenüberstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken beider Fallbeispiele zur Entwicklung steuernder Maßnahmen.
7. Exkurs: Das „Raum-Erlebnis Titicacasee“: Eine Analyse von Reiseerwartungen, Wahrnehmung und der Rolle von Akkulturation im Kontext der Globalisierung.
8. Fazit: Nachhaltiger Tourismus am Titicacasee: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie Diskussion der Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Destinationen.
Nachhaltiger Tourismus, Ferntourismus, Titicacasee, Puno, Isla de Taquile, Península de Capachica, Llachón, Entwicklungszusammenarbeit, Ökotourismus, Kulturtourismus, SWOT-Analyse, Reiseerwartung, Akkulturation, Tourismusethik, Destinationsentwicklung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Problemen und Potentialen des Nachhaltigen Tourismus am Beispiel der Region Puno am Titicacasee in Peru, speziell an den Standorten Taquile und Llachón.
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit im Tourismus, der Analyse von ökologischen und soziokulturellen Auswirkungen und der praktischen Untersuchung konkreter Fallbeispiele.
Das Hauptziel ist die Analyse der Probleme bei der Planung und Durchführung von nachhaltigen Tourismusprojekten, um daraus Handlungsoptionen für eine zukunftsfähige Entwicklung abzuleiten.
Der Autor nutzt einen Mix aus Literaturrecherche, quantitativen und qualitativen empirischen Erhebungen (Interviews, Fragebögen, teilnehmende Beobachtungen) sowie eine SWOT-Analyse der untersuchten Destinationen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Destinationsanalyse des Titicacasees sowie der vergleichenden Untersuchung der beiden Fallbeispiele Taquile und Llachón hinsichtlich ihrer touristischen Struktur und Organisation.
Begriffe wie Nachhaltigkeit, Ferntourismus, Ethnotourismus, Partizipation der lokalen Bevölkerung, ökonomische Nischenstrategien und regionale Infrastruktur sind zentral für das Verständnis der Untersuchung.
Während Taquile eine lange Tradition als Kulturtourismus-Ziel hat, ist Llachón ein neueres Beispiel für ein erfolgreich initiiertes, gemeindebasiertes Ökotourismus-Konzept („Urlaub auf dem Bauernhof“), das stärker auf Abenteueraktivitäten setzt.
Er fungiert als der zentrale Initiator und Visionär, der durch eigene Fortbildung und gezieltes Marketing den Tourismus in seinem Dorf Llachón nachhaltig aufgebaut und professionalisiert hat.
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