Diplomarbeit, 2005
65 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung
2. Besonderheiten und Rahmenbedingungen der Elektrizitätswirtschaft
2.1 Ursachen staatlicher Regulierung in der Elektrizitätswirtschaft
2.1.1 Das natürliche Monopol im Elektrizitätssektor
2.1.2 Externe Effekte
2.2 Besonderheiten des Elektrizitätssektors
2.3 Strompreise und Energiemix in Deutschland
2.4 Deutschland vor der Liberalisierung
3. Der Begin der Liberalisierung auf dem deutschen Elektrizitätsmarkt
3.1 Die Binnenmarktrichtlinie Elektrizität
3.2 Das Energiewirtschaftsgesetz von 1998
3.2.1 Durchleitung und Netzzugang
3.2.2 Unbundling
3.2.3 Politische Sonderlasten
4. Die Reform des Ordnungsrahmens für die Elektrizitätswirtschaft 2005
4.1 Überblick über die Umsetzung der Richtlinie in Deutschland
4.2 Unbundling im deutschen Energiewirtschaftsrecht
4.2.1 Rechtliche Entflechtung
4.2.2 Operationelle Entflechtung
4.2.3 Informationelle Entflechtung
4.2.4 Buchhalterische Entflechtung
4.3 Regulierung des Netzbetriebs in Deutschland
4.3.1 Aufgaben der Netzbetreiber
4.3.2 Netzanschluss
4.3.3 Netzzugang
4.3.4 Entgeltregulierungskonzepte des EnWG
4.3.5 Befugnisse der Regulierungsbehörde, Sanktionen
5. Instrumente zur Anreizregulierung
5.1 Yardstick Competition
5.2 Price-Cap-Regulierung
5.3 Revenue-Cap-Regulierung
5.4 Bewertung
6. Fazit
Die Diplomarbeit analysiert den durch staatliche Eingriffe geprägten Liberalisierungsverlauf und den sich daraus entwickelnden Ordnungsrahmen der deutschen Elektrizitätswirtschaft, um eine fundierte Einschätzung der künftigen Markt- und Regulierungsentwicklung zu ermöglichen.
2.1.1 Das natürliche Monopol im Elektrizitätssektor
Eine der Ursachen für Marktversagen, und somit für staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, ist das natürliche Monopol. Die Grundlage des natürlichen Monopols ist die Subadditivität der Totalkosten, welche vorliegt, wenn ein gegebenes Output von einem einzelnen Unternehmen zu geringeren Totalkosten produziert werden kann, als von mehreren Unternehmen.
In der Elektrizitätswirtschaft beruht die Subadditivität unter anderem auf Skaleneffekten (Economies of Scale) und Verbundvorteilen (Economies of Scope). Skaleneffekte werden häufig auch als Größenvorteile bezeichnet und beschreiben sinkende Durchschnittskosten bei steigender Nachfrage und folglich steigendem Output. Bei einer Erhöhung des Auslastungsgrades der Netze sinken die Durchschnittskosten pro Kunde, da sich die Aufbaukosten der kapitalintensiven Netze auf eine größere Menge Kunden verteilen und der Anschluss eines zusätzlichen Kunden bei hoher Netzdichte relativ geringe Kosten verursacht. Dies spiegelt sich auch in der so genannten Zwei-Drittel Regel wider, welche besagt, dass die Kapazitätserhöhung um eine Einheit lediglich einen Kostenzuwachs von etwa zwei Dritteln verursacht. Zudem entstehen beim Bau einer Leitung mit hoher Kapazität durch einen einzelnen Anbieter weniger Kosten als wenn mehrere Anbieter jeweils ihre eigenen Leitungen mit geringerer Kapazität bauen. Vor diesem Hintergrund erscheint auch der Bau mehrerer paralleler Leitungen als gesamtwirtschaftlich ineffizient und somit nicht wünschenswert.
Ein weiterer Vorteil großer Netze ergibt sich aus den starken tageszeitbedingten Nachfrageschwankungen für Strom. Da jeder einzelne Abnehmer individuelle Nachfragespitzen hat, ermöglicht ein großes Netz in gewissem Maße die Glättung der Nachfragespitzen aller Kunden, wodurch der Betreiber eines großen Netzes in Relation zur Abnehmerzahl geringere Reservekapazitäten vorhalten muss als der Betreiber eines kleinen Netzes. Dies bedingt jedoch, dass die unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen in der Hand eines vertikal integrierten Unternehmens liegen, da Netzgröße und Erzeugungskapazitäten hier unmittelbar zusammenwirken können.
1. Einführung: Darstellung der Defizite bei der Liberalisierung des deutschen Strommarktes und Zielsetzung der Analyse des Ordnungsrahmens.
2. Besonderheiten und Rahmenbedingungen der Elektrizitätswirtschaft: Erläuterung der ökonomischen und technischen Gründe für das natürliche Monopol im Netzsektor sowie eine Übersicht zur historischen Ausgangslage.
3. Der Begin der Liberalisierung auf dem deutschen Elektrizitätsmarkt: Analyse der Umsetzung der EU-Richtlinie durch das Energiewirtschaftsgesetz von 1998 und die Rolle der Verbändevereinbarungen.
4. Die Reform des Ordnungsrahmens für die Elektrizitätswirtschaft 2005: Untersuchung der neuen regulatorischen Vorgaben, insbesondere zur Entflechtung und zum regulierten Netzzugang.
5. Instrumente zur Anreizregulierung: Vorstellung und Bewertung methodischer Ansätze wie Yardstick Competition, Price-Cap und Revenue-Cap zur Effizienzsteigerung.
6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Wettbewerbsentwicklung und Ausblick auf die notwendige Etablierung einer effektiven Anreizregulierung.
Elektrizitätswirtschaft, Wettbewerb, Regulierung, natürliches Monopol, Unbundling, Netzzugang, Netzentgelte, Anreizregulierung, Energiewirtschaftsgesetz, Strommarkt, Preisobergrenze, Versorgungssicherheit, Liberalisierung, Kartellrecht, Bundesnetzagentur
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung des deutschen Strommarktes von einem monopolistisch geprägten Sektor hin zum Wettbewerbsmarkt unter besonderer Berücksichtigung der staatlichen Regulierungsmechanismen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entflechtung (Unbundling) von Stromnetz und Erzeugung sowie auf die verschiedenen Methoden der Netzentgeltregulierung, um Monopolmacht zu begrenzen.
Ziel ist es, den regulatorischen Rahmen der deutschen Elektrizitätswirtschaft zu analysieren und zu bewerten, um Erkenntnisse über die zukünftige Entwicklung eines effizienten Wettbewerbs zu gewinnen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Rechtsgrundlagen (wie das EnWG 1998 und 2005), regulatorischen Dokumenten sowie ökonomischer Fachliteratur zur Anreizregulierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Liberalisierungsprozesses seit 1998, die detaillierte Reform des Ordnungsrahmens 2005 (einschließlich Unbundling) und die vergleichende Bewertung von Regulierungsinstrumenten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Anreizregulierung, Netzzugang, natürliches Monopol, Unbundling, Bundesnetzagentur und Energiewirtschaftsgesetz.
Die rechtliche Entflechtung (Legal Unbundling) betrifft die gesellschaftsrechtliche Trennung, während die operationelle Entflechtung spezifische Vorgaben zur organisatorischen und inhaltlichen Unabhängigkeit der Netzbetreiber macht.
Die Price-Cap-Methode wird aus wohlfahrtstheoretischer Sicht positiv bewertet, da sie einen direkten, mengennunabhängigen Einfluss auf das Preisniveau hat und somit schneller Anreize für Effizienzsteigerungen setzt als andere Modelle.
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