Magisterarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1. Identität
2.2. Kultur
2.3. Bikulturalismus
2.4. Akkulturation
2.5. Assimilation
2.6. Sprache
2.7. Bilingualismus
3. Geschichtlicher Überblick
4. Religion
4.1. Traditionelle Religion
4.1.1. Mana
4.1.2. Tapu
4.1.3. Noa
4.1.4. Atua
4.1.5. Weitere Zeremonien
4.2. Missionierung und Christianisierung
4.3. Gegenbewegungen
4.3.1. Die Io Doktrin
4.3.2. Pai Marire - Hauhau
4.3.3. Ringatu
4.3.4. Ratana
4.4. Von der Verschmelzung zur Emanzipation
4.5. Der Marae-Kirchen-Friedhofskomplex in Maorisiedlungen an der Ostküste
4.6. Die Migration der Maori vom Land in die Städte
4.7. Auswertung statistischer Daten bezüglich der Religiosität der Maori
4.8. Zusammenfassung - Religion
4.9. Ausblick - Religion
5. Die Sprache Maori
5.1. Linguistische Aspekte
5.2. Churchills Sechs-Stufen-Modell
5.3. Entwicklung im gesellschaftlichen Kontext
5.4. Ansätze zum Erhalt der Sprache
5.4.1. Bilinguale Schulausbildung
5.4.2. Taha Maori
5.4.3. Te Kohanga Reo
5.4.4. Te Kura Kaupapa Maori
5.4.5. Te Wharekura
5.4.6. Te Whare Wananga
5.5. Te Reo Maori Claim
5.6. Te Reo Maori in der Literatur
5.7. Te Reo Maori in den Medien
5.7.1. Te Reo Maori im Radio
5.7.2. Te Reo Maori im Fernsehen
5.8. Auswertung statistischer Daten bezüglich der Sprache Maori
5.9. Zusammenfassung - Sprache
5.10. Ausblick - Sprache
6. Konklusion
Die Arbeit untersucht die Akkulturationsprozesse der Maori in Neuseeland mit einem besonderen Fokus auf die beiden zentralen Identitätsfaktoren Religion und Sprache. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die europäische Kolonisation und die damit verbundenen Zivilisierungsbestrebungen die traditionelle Kultur der Maori beeinflusst haben und wie sich die heutige Situation der Maori-Identität im Spannungsfeld von Tradition und moderner Gesellschaft darstellt.
4.1.1. Mana
Als mana bezeichnet man eine Form von Energie, die heutzutage als Charisma oder Prestige interpretiert wird. Mana konnte man den Göttern, Häuptlingen und Objekten zuordnen oder es als heilige Kraft betrachten, auf jeden Fall steht mana im Zusammenhang mit übernatürlichen Mächten, dort liegen seine Quellen. In seiner Kraft ist mana undifferenziert und gefährlich, aber auch übertragbar. Seine Bedeutung wird oft erst durch das Schwinden seiner Existenz erkennbar, so zum Beispiel durch wiederholte militärische Niederlagen eines Häuptlings oder durch die Unwirksamkeit einer Arznei; meist wurde ein Bruch eines tapu (siehe 4.1.2.) dafür verantwortlich gemacht. Das mana eines ganzen Stammes vereinigte sich in der Person des Häuptlings. Durch Siege über andere Stämme konnte das mana des eigenen Stammes wachsen, aber ebenso war es permanent durch Leichtsinn, Überheblichkeit oder verlorene Kriege dem möglichen Verlust ausgesetzt. Ohne sein mana war ein Stamm nicht überlebensfähig. So wurde zum Schutz des mana das System von tapu und noa (siehe unten) eingesetzt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Rahmen der britischen Kolonisation und die daraus resultierende Notwendigkeit der Maori, sich in eine europäisch geprägte Gesellschaftsform einzugliedern, mit Fokus auf Religion und Sprache als zentrale Vermittlungsinstanzen.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden theoretische Kernbegriffe wie Identität, Kultur, Bikulturalismus, Akkulturation, Assimilation, Sprache und Bilingualismus definiert, um eine wissenschaftliche Basis für die Analyse zu schaffen.
3. Geschichtlicher Überblick: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss von der polynesischen Besiedlung über die Ankunft der Europäer und den Treaty of Waitangi bis zur modernen Emanzipationsbewegung der Maori.
4. Religion: Hier wird die Transformation der religiösen Welt der Maori unter christlichem Einfluss, die Entstehung neuer religiöser Gegenbewegungen (z.B. Ratana, Ringatu) und die aktuelle statistische Religiosität der Maori untersucht.
5. Die Sprache Maori: Dieses Kapitel analysiert die sprachliche Entwicklung, das Churchillsche Stufenmodell für Minderheitensprachen sowie konkrete Ansätze wie bilinguale Erziehung, Sprachnester (Te Kohanga Reo) und die Rolle der Medien bei der Revitalisierung des Te Reo Maori.
6. Konklusion: Das Fazit stellt fest, dass sich die sozialdarwinistische Assimilationsthese nicht bestätigt hat; stattdessen ist ein komplexer Akkulturationsprozess zu beobachten, der Neuseeland zu einem bikulturellen Staat geformt hat.
Maori, Neuseeland, Akkulturation, Assimilation, Religion, Sprache, Mana, Tapu, Christentum, Ratana, Ringatu, Bikulturalismus, Te Reo Maori, Te Kohanga Reo, Identität
Die Magisterarbeit befasst sich mit den sozialen und kulturellen Akkulturationsprozessen der Maori in Neuseeland, insbesondere wie diese durch die Faktoren Religion und Sprache geprägt wurden.
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der christlichen Missionierung auf die traditionelle Maori-Religion sowie die Bemühungen zur Wiederbelebung und Erhaltung der Maori-Sprache im 20. und 21. Jahrhundert.
Die Forschungsfrage prüft, ob die historische Entwicklung eher einer vollständigen Assimilation oder einer gezielten Akkulturation unter Beibehaltung kultureller Identitätskerne entspricht.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche, historischen Dokumenten, dem Studium des Treaty of Waitangi und der Auswertung statistischer Zensusdaten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdefinition, einen geschichtlichen Abriss, eine tiefgehende Untersuchung der religiösen Entwicklung und eine detaillierte Analyse der sprachpolitischen Maßnahmen und Bildungsinitiativen.
Die wichtigsten Begriffe sind Maori, Akkulturation, Religion, Sprache (Te Reo Maori), Identität, Kolonisation und der Treaty of Waitangi.
Dies sind zentrale traditionelle religiöse Konzepte der Maori. Mana beschreibt eine Art spirituelle Energie oder Prestige, während Tapu ein komplexes System von Heiligkeit und Verboten darstellt, das den sozialen Alltag strukturierte.
Sie gilt als entscheidender Wendepunkt in der Sprachrevitalisierung, da sie als "Sprachnest" den Kindern die Maori-Sprache außerhalb staatlicher Strukturen in einem kulturell eingebetteten Umfeld vermittelte.
Die Urbanisierung führte dazu, dass traditionelle Stammesstrukturen (wie die Marae) an Bindungskraft verloren, was korrelierend mit einer Zunahme der Areligiosität bei den städtischen Maori einhergeht.
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