Bachelorarbeit, 2006
57 Seiten, Note: 1,3
1 Die Hispanics in den USA
1.1 Geschichte der Hispanics in den USA
1.1.1 Mexican-Americans
1.1.2 Puertoricaner
1.1.3 Kubaner
1.2 Heutige Situation
2 Spanglish
2.1 Bilingualismus
2.2 Diglossie
2.3 Codeswitching
2.3.1 Arten des Codeswitching
2.3.2 Funktionen des Codeswitching
2.3.3 Syntaktische Beschränkungen beim Codeswitching
2.4 Codemixing
2.5 Entlehnungen
2.5.1 Lehnwort
2.5.2 Lehnprägung
2.5.3 Unterscheidung von Codeswitching und Entlehnungen
2.6 Transferenz und Interferenz
2.7 Weitere Besonderheiten des US-Spanischen
2.7.1 Anredeformen
2.7.2 Futurbildung
2.7.3 Konjunktiv
2.8 Versuch Definition Spanglish
3 Diskussion: Mehrsprachigkeit oder „English-Only“ in den USA?
3.1 Vor- und Nachteile von Bilingualismus
3.2 Bilinguale Erziehung in den USA
3.2.1 Bereicherungsprogramme
3.2.2 Übergangsprogramme
3.2.3 „Submersion“-Programme
3.3 Bewertung bilingualer Erziehung in den USA
3.4 Die Debatte über Semilingualismus
3.5 Diskussionspunkt bilinguale Erziehung in den USA
3.6 Die „English-Only“-Bewegung und ihre Opposition „English Plus“
3.7 Bewertung Spanglish
3.8 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die kontroverse Frage, ob „Spanglish“ als eigenständige Sprache der Hispanics in den USA betrachtet werden kann, und analysiert dabei das komplexe Spannungsfeld zwischen sprachlicher Identität und dem Druck zur Assimilation in die US-amerikanische Gesellschaft.
2.3 Codeswitching
Wie bereits erwähnt, ist Codeswitching sicher das Phänomen, welches Linguisten, aber ebenso andere Wissenschaftler am meisten beschäftigt hat und wohl auch weiterhin beschäftigen wird. Ein Beweis für dieses besondere Interesse sind die vielen existierenden Definitionen, Modelle, Arten und Funktionen von Codeswitching. Codeswitching wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven betrachtet: der grammatikalischen und der soziolinguistisch-pragmatischen. Erstere versucht zu erklären, wann Codeswitching auftritt, an welchen Stellen in einem Gespräch oder Satz, und welche Elemente gewechselt werden dürfen. Weiterhin wird untersucht, von welchen Faktoren es bestimmt bzw. eingeschränkt wird, d.h. ob, und wenn ja, welchen grammatikalischen Regeln es folgt. Die Vertreter der soziolinguistischen und pragmatischen Perspektive interessiert mehr, warum Codeswitching überhaupt benutzt wird, von welchen sozialen und psychischen Faktoren es ausgelöst wird und was der Sprecher damit erreichen kann bzw. will.
Bevor ich die verschiedenen Analyseansätze bezüglich des Codeswitching näher erläutere, soll zunächst eine Definition des Begriffs „Codeswitching“ vorgenommen werden. Im Folgenden werden Definitionen dreier ausgewählter Autoren vorgestellt, die für die Codeswitching-Forschung als einschlägig gelten.
Gumperz, der zwischen zwei Arten von Codeswitching unterscheidet, dem metaphorical und dem situational Codeswitching, beschreibt erstgenanntes Phänomen folgendermaßen: „Conversational code switching can be defined as the juxtaposition within the same speech exchange of passages of speech belonging to two different grammatical systems or subsystems.” (Gumperz 1982: 59). Myers-Scotton weist darauf hin, dass ein Wechsel des Codes vom Sprecher (bewusst oder unbewusst) gewählt wird: „Code switching is the selection by bilinguals or multilinguals of forms from an embedded variety (varieties) in utterances of a matrix variety during the same conversation.” (Myers-Scotton 1993a: 3).
1 Die Hispanics in den USA: Dieses Kapitel betrachtet die Einwanderungsgeschichte der drei größten hispanischen Gruppen sowie deren heutige, oft durch Diskriminierung geprägte Lebenssituation.
2 Spanglish: Hier werden linguistische Grundlagen wie Bilingualismus, Diglossie und verschiedene Sprachkontaktphänomene (insbesondere Codeswitching und Entlehnungen) erläutert, um das Phänomen „Spanglish“ zu definieren.
3 Diskussion: Mehrsprachigkeit oder „English-Only“ in den USA?: Dieses Kapitel analysiert die politische und pädagogische Debatte über bilinguale Erziehung, die „English-Only“-Bewegung und den Status von Minderheitensprachen in den USA.
Spanglish, Hispanics, USA, Bilingualismus, Codeswitching, Diglossie, Sprachkontakt, Assimilation, bilinguale Erziehung, English-Only, Sprachmischung, Semilingualismus, Minderheiten, Identität, Soziolinguistik
Die Arbeit untersucht das linguistische Phänomen „Spanglish“ und stellt die kritische Frage, ob es als die Sprache der Hispanics in den USA betrachtet werden kann.
Die zentralen Themenfelder sind die Immigrationsgeschichte der Hispanics, linguistische Beschreibungen von Sprachkontaktformen sowie die gesellschaftliche und schulpolitische Diskussion um Mehrsprachigkeit in den USA.
Das Ziel ist es, den Status von Spanglish im Kontext soziopolitischer Rahmenbedingungen zu bewerten und zu hinterfragen, inwieweit das Erlernen des Englischen für den Erfolg der Hispanics unverzichtbar bleibt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse linguistischer und soziologischer Konzepte sowie der Auswertung von Studien zu Bilingualismus und Bildungspolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte linguistische Analyse der Sprachmischung „Spanglish“ und eine umfassende Diskussion über die Vor- und Nachteile bilingualer Erziehungsprogramme.
Wichtige Begriffe sind Spanglish, Bilingualismus, Codeswitching, Assimilation, Soziolinguistik und das Spannungsfeld zwischen der „English-Only“-Bewegung und einer kulturellen Mehrsprachigkeit.
Die „English-Only“-Bewegung setzt sich politisch für die Festschreibung des Englischen als Amtssprache ein und betrachtet bilinguale Bildungsangebote häufig als Hindernis für die schnelle Assimilation von Einwanderern.
Die Autorin sieht Spanglish als hybrides Phänomen, dessen Zukunft stark von der gesellschaftlichen Akzeptanz und der schulpolitischen Entwicklung in den USA abhängt, betont jedoch gleichzeitig die fortbestehende Notwendigkeit der englischen Sprache für den sozialen Aufstieg.
Sie besagt, dass die Kompetenz in der Zweitsprache stark von der bereits erworbenen Kompetenz in der Erstsprache abhängt und beide Sprachen ein gemeinsames kognitives Repertoire bilden.
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