Diplomarbeit, 2005
99 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und zentrale Fragestellungen der Arbeit
1.2 Methodischer Aufbau der Arbeit
2 Systemtransformation
2.1 Theoretische Aspekte der Systemtransformation
2.2 Theoretische Gründe einer Transformationskrise
2.3 Elemente der Systemtransformation
2.4 Transformationsstrategien
2.5 Privatisierung in Transformationsökonomien
3 Die wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens
3.1 Die Ausgangslage der Transformationsstaaten in Mittelosteuropa
3.2 Die Ausgangssituation Rumäniens 1989
3.3 Die verschiedenen Phasen der Transformation
3.3.1 Die erste Transformationskrise (1989-1992)
3.3.2 Der erste wirtschaftliche Aufschwung (1993-1996)
3.3.3 Die zweite Transformationskrise (1997-1999)
3.3.4 Der zweite wirtschaftliche Aufschwung (2000-2005)
4 Bedeutende Faktoren des Transformationsprozesses
4.1 Die Entwicklung der Privatisierung
4.2 Die Entwicklung der Ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien und ihre Bedeutung für den Transformationsprozess
5 Auswirkungen der zweiten Transformationskrise auf die Sektoralstruktur Rumäniens
5.1 Die Gesamtsektorale Entwicklung
5.2 Die Entwicklung der Landwirtschaft
5.3 Die Entwicklung der Industrie
5.4 Die Entwicklung des Dienstleistungssektors
6 Auswirkungen der zweiten Transformationskrise auf die Regionalstruktur Rumäniens
6.1 Auswirkungen der Transformation auf die Regionalstruktur
6.2 Die Veränderung der Regionalstruktur Rumäniens während der zweiten Transformationskrise
7 Die Systemtransformation Rumäniens im Vergleich zu anderen mittel- und osteuropäischen Staaten
8 Fazit
8.1 Zusammenfassende Beurteilung des rumänischen Transformationsprozesses
8.2 Perspektiven für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Landes
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Ursachen für Rumäniens Sturz in eine zweite Transformationskrise nach vorausgegangenen Jahren wirtschaftlichen Wachstums zu identifizieren und die gesamtwirtschaftlichen, sektoralen sowie regionalen Auswirkungen dieser Krise fundiert zu analysieren.
2.4 Transformationsstrategien
Unter dem Transformationskonzept der „Schocktherapie“, auch als „big-bang“-Transformation bezeichnet, versteht man, dass der Transformationsprozess sofort begonnen wird, und dass alle wichtigen Reformen möglichst gleichzeitig zu Transformationsbeginn durchgeführt werden (vgl. Pappenberger 1995, S. 186). Dabei ist zu beachten, dass die einzelnen Reformelemente schnellstmöglich umgesetzt werden, um den gesamten Transformationsprozess im kürzest möglichen Zeitraum durchzuführen. Die Grundidee hinter einem derart umfassenden und schnellen Vorgehen bei der Systemtransformation ist, dass der marktwirtschaftliche Regelmechanismus nicht oder nur unvollständig funktioniert, wenn die Ordnungselemente der Marktwirtschaft nicht gemeinsam und gleichzeitig durch die Reformen geschaffen werden (vgl. Bleuel 1996, S. 114).
Als Ergebnis solch umfassender Reformen stellt sich bei den Wirtschaftssubjekten, die sich auf die neuen Rahmenbedingungen einstellen müssen, ein Schock ein. Dabei ist entscheidend wie die einzelnen Wirtschaftssubjekte auf diesen Transformationsschock reagieren: Stellen sich die beteiligten Personen und Unternehmen auf die radikal veränderten Rahmenbedingungen ein, kann man von einem erfolgreichen Transformationsprozess ausgehen, werden hingegen die Anpassungsmöglichkeiten der Beteiligten überfordert, führt dieses zu ökonomischen, sozialen und politischen Problemen. Das Transformationskonzept der „Schocktherapie“ basiert auf Vorstellungen der neoklassischen Wirtschaftstheorie, die auf den marktwirtschaftlichen Allokationsmechanismus vertraut und die staatlichen Eingriffe grundsätzlich auf Ordnungspolitik, Infrastrukturpolitik und Wettbewerbspolitik begrenzt sehen möchte.
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Zielsetzung der Arbeit, die zentralen Fragestellungen zur zweiten Transformationskrise in Rumänien und erläutert den methodischen Aufbau der wissenschaftlichen Analyse.
2 Systemtransformation: Dieses Kapitel bietet eine theoretische Einführung in die Systemtransformation, beleuchtet deren Elemente sowie verschiedene Transformationsstrategien wie Gradualismus und Schocktherapie.
3 Die wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens: Hier wird die Ausgangssituation Rumäniens im Jahr 1989 detailliert betrachtet und die Transformation des Landes anhand der verschiedenen Phasen zwischen 1989 und 2005 analysiert.
4 Bedeutende Faktoren des Transformationsprozesses: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen der Privatisierungspolitik sowie die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen (ADI) für den rumänischen Transformationsprozess.
5 Auswirkungen der zweiten Transformationskrise auf die Sektoralstruktur Rumäniens: Hier werden die sektoralen Veränderungen und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt während der zweiten Transformationskrise untersucht.
6 Auswirkungen der zweiten Transformationskrise auf die Regionalstruktur Rumäniens: Dieses Kapitel analysiert, inwieweit der Transformationsprozess regionale Disparitäten in Rumänien verschärft oder gemildert hat.
7 Die Systemtransformation Rumäniens im Vergleich zu anderen mittel- und osteuropäischen Staaten: Diese vergleichende Analyse stellt die rumänische Transformation den Prozessen in Bulgarien, Ungarn und Polen gegenüber.
8 Fazit: Das Fazit beurteilt den rumänischen Transformationsprozess abschließend und wagt einen Ausblick auf die zukünftigen wirtschaftlichen Perspektiven des Landes im Zuge des EU-Beitritts.
Systemtransformation, Rumänien, Transformationskrise, Schocktherapie, Gradualismus, Privatisierung, Ausländische Direktinvestitionen, ADI, Sektoralstruktur, Regionalstruktur, Strukturwandel, Europäische Union, EU-Beitritt, Transformationsstrategie, Wirtschaftsentwicklung.
Die Arbeit untersucht die spezifischen wirtschaftlichen Bedingungen und Ursachen, die dazu führten, dass Rumänien nach einer ersten Erholungsphase in eine zweite, schwere Transformationskrise (1997-1999) geriet.
Zentrale Themen sind der Prozess der Systemtransformation von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft, die Privatisierungspolitik, die Akquise ausländischer Direktinvestitionen (ADI) und die daraus resultierenden strukturellen Veränderungen in den Sektoren und Regionen des Landes.
Die Arbeit fragt nach den Auslösern der zweiten Transformationskrise, ihren gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sowie den Konsequenzen für die rumänische Sektoral- und Regionalstruktur, verbunden mit einer Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung.
Die Arbeit basiert primär auf einer tiefgehenden Analyse sekundärstatistischer Daten und wertet den Transformationsverlauf im Vergleich zu anderen mittel- und osteuropäischen Transformationsstaaten aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine detaillierte Phasenanalyse der rumänischen Entwicklung, die Untersuchung bedeutender Transformationsfaktoren (Privatisierung, ADI), eine sektoral-regionale Folgenanalyse sowie einen internationalen Ländervergleich.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Systemtransformation, Transformationskrise, Privatisierung, ADI, Strukturwandel, Sektoralstruktur, Regionalstruktur und EU-Beitritt geprägt.
Aufgrund des abrupten Wechsels von einer extrem gradualistischen Reformpolitik (1990-1996) hin zu einer schockartigen Reformbeschleunigung ab 1997 durch die neue Regierung, was den Transformationsprozess instabil machte.
Nach 1996 erkannte die Regierung ADI als Schlüssel für den Erfolg der Reformen. Die darauffolgende Öffnung und die verbesserten Rahmenbedingungen für Investoren waren essenziell, um Kapital, Technologie und Management-Wissen ins Land zu holen und das Wachstum nach der Krise zu stützen.
Es zeigte sich, dass die zweite Transformationskrise bestehende Pol-Peripherie-Gegensätze verstärkte; während die Hauptstadtregion Bukarest und westliche Grenzregionen profitierten, litten vor allem östliche Industriegebiete und ländliche Regionen unter der Krise.
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