Magisterarbeit, 2005
134 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Verlauf der Forschung
1.2 Warum ist der neue Biologismus so aktuell?
2 Präsentation der Textgrundlage
2.1 Allgemeine Daten zum Buch
2.2 Peases Thesen zur Geschlechterdifferenz
2.2.1 Geschlechterdifferenz steht nicht im Widerspruch zur Gleichberechtigung!
2.2.2 Unterschiede sind nicht mit psychologischen, sondern nur mit biologischen Theorien zu erklären!
2.2.3 Wir sind auch heute immer noch Steinzeitmenschen!
2.2.4 Wir sind unsere Hormone!
2.2.5 Wir sind unser Gehirn!
2.2.6 Wir wollen doch nur helfen!
2.3 Meine Kritikpunkte
3 Biologischer Blick auf die Geschlechterdifferenz
3.1 Diskussion der Theorien der Peases
3.1.1 Chromosomale Einflüsse
3.1.2 Vergleich zwischen Mensch und Tier
3.1.3 Evolutionsbiologische Theorien
3.1.4 Hormonelle Einflüsse
3.1.5 Gehirnspezifische Einflüsse
3.2 Unterschiede der Theorien der Peases zur Soziobiologie
4 Biologischer Blick auf das Geschlechtskontinuum
4.1 Physiologisches Kontinuum
4.2 Biologie der Anomalien
5 Sozialpsychologischer Blick auf die Geschlechterdifferenz
5.1 Einfluss der Umwelt
5.1.1 Wechselwirkung von Umwelt und biologischen Merkmalen
5.1.2 Konstruktionen
5.1.3 Schwierigkeiten des biologischen Determinismus
5.2 Reflexive Betrachtung
5.2.1 Verbindung zwischen Gesellschaft und Wissenschaft
5.2.2 Androzentrismus
5.2.3 Unzulässige Datensammlung
5.2.4 Westliche Kultur und Oberschicht
5.2.5 Merkmalsmessung
5.2.6 Definition von Merkmalen
5.2.7 Momentaufnahme
5.2.8 Bildgebende Verfahren
5.3 Veränderungen in Partnerschaften
6 Sozialpsychologischer Blick auf das Geschlechtskontinuum
6.1 Psychologisches Kontinuum
6.2 Androgyniekonzept
7 Fazit
7.1 Unzureichende Darstellung der biologischen Ergebnisse
7.2 Geschlechterdifferenz oder Geschlechtskontinuum?
7.3 Biologische oder psychologische Ursachen?
7.4 Zusammenarbeit der Fachrichtungen
8 Ausblick
Die vorliegende Magisterarbeit setzt sich kritisch mit den Theorien von Allan und Barbara Pease auseinander, um den aktuellen Trend des "neuen Biologismus" in der Geschlechterforschung zu hinterfragen. Ziel ist es, die biologisch-deterministische Argumentationsweise der Peases sozialpsychologisch zu reflektieren und ihr alternative Konzepte, wie das Modell des Geschlechtskontinuums, gegenüberzustellen.
1 Einleitung
„Männer sind anders. Frauen auch.“ , „Männer sind vom Mars. Frauen von der Venus.“ , „66 Unterschiede zwischen Mann und Frau...“ , „Anders von Anfang an“ , „Why men and women think differently“ und dergleichen mehr wird in den Medien verkündet. Seien es nun Zeitschriftenartikel, Bestseller oder Fernsehsendungen, überall wird vermittelt: Frauen und Männer unterscheiden sich und dies liege vor allem an ihrer biologischen Beschaffenheit. Jeder Mensch wird unter diesem Aspekt erfasst und in ein binäres Klassifikationsmuster eingeordnet: es gibt im allgemeingültigen Denken nur die Kategorien „Mann“ und „Frau“. Die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht, was im Allgemeinen nur eine Abstraktion von biologischen Merkmalen darstellt, beinhaltet immer ein Differenzbewusstsein zum anderen Geschlecht, das heißt Frau-Sein bedeutet zu jeder Zeit auch Nicht-Mann-Sein und umgekehrt.
Die vorliegende Arbeit setzt am Differenzgedanken des Geschlechts an. Dazu betrachte und diskutiere ich im Hauptteil meiner Ausarbeitung die Theorien von Allan und Barbara Pease, welche meiner Meinung nach ein sehr striktes Differenzdenken an biologische Theorien knüpfen. Differenz bedeutet: „eine Gesamtheit gliedert sich auf. Etwas entwickelt sich auseinander; in dem, was fest schien, logisch oder natürlich verbunden, zeigen sich Unterschiede.“ Bezüglich der Geschlechterdifferenz geht es um die Unterschiede zwischen den Geschlechtern bzw. den Geschlechterrollen, also um die Frage, wie jeder Einzelne sein Geschlecht nach außen hin repräsentiert. Die Biologen erfassen mit Geschlechterdifferenz aber nicht nur die Rollen der Geschlechter, sondern auch die im Körper begründeten Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Verbreitung biologischer Differenztheorien und führt die Forschungsarbeit als kritische Auseinandersetzung mit den Peases ein.
2 Präsentation der Textgrundlage: Dieses Kapitel stellt die populären Thesen von Allan und Barbara Pease vor, die menschliches Verhalten maßgeblich durch Gene und Hormone erklären.
3 Biologischer Blick auf die Geschlechterdifferenz: Eine detaillierte biologische Analyse der Thesen der Peases, unter Einbeziehung von Genetik, Hormonen und Hirnforschung.
4 Biologischer Blick auf das Geschlechtskontinuum: Hier werden biologische Belege für ein Kontinuum zwischen den Geschlechtern präsentiert, die dem binären Modell widersprechen.
5 Sozialpsychologischer Blick auf die Geschlechterdifferenz: Die Arbeit wechselt die Perspektive zur Sozialpsychologie und hinterfragt gesellschaftliche Einflussfaktoren sowie methodische Schwächen bei den Peases.
6 Sozialpsychologischer Blick auf das Geschlechtskontinuum: Darstellung sozialpsychologischer Ansätze, die die Variabilität innerhalb der Geschlechter betonen.
7 Fazit: Eine abschließende Bewertung, die auf die Notwendigkeit einer interdisziplinären Sichtweise plädiert und die Einseitigkeit biologischer Deterministik unterstreicht.
Geschlechterdifferenz, Geschlechtskontinuum, Soziobiologie, biologischer Determinismus, Sozialpsychologie, Allan und Barbara Pease, Konstruktivismus, doing gender, Hormonwirkung, Hirnforschung, Geschlechterrollen, Androgyniekonzept, Androzentrismus, Humangenetik, Geschlechtsidentität.
Die Arbeit untersucht kritisch die populärwissenschaftlichen Theorien von Allan und Barbara Pease über Geschlechterunterschiede und reflektiert diese aus einer sozialpsychologischen sowie biologischen Perspektive.
Zentrale Themen sind der Biologismus, die Konstruktion von Geschlecht ("doing gender"), die Rolle von Hormonen und Gehirnstrukturen sowie die Kontroverse zwischen Geschlechterdifferenz und Geschlechtskontinuum.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Verhalten nicht rein biologisch determiniert ist, und zu belegen, dass eine rein biologische Betrachtungsweise die komplexe menschliche Realität unzulässig vereinfacht.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Meta-Analyse von Fachliteratur aus Biologie, Sozialpsychologie und Geschlechterforschung betreibt, um die Thesen der Peases zu kontextualisieren und zu kritisieren.
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Diskussion biologischer Grundlagen (Chromosomen, Hormone, Hirn), eine sozialpsychologische Reflexion der Pease-Theorien sowie eine Gegenüberstellung zum Modell des Geschlechtskontinuums.
Geschlechterdifferenz, Biologismus, Sozialpsychologie, Geschlechtskontinuum und die methodische Kritik an reduktionistischen Erklärungsmodellen.
Die Autorin sieht in den Medien und einer "naiven Wissenschaftsgläubigkeit" einen Verstärker für die Popularität von Theorien, die Stereotype bestätigen und gesellschaftliche Vorurteile naturalisieren.
Er wird als unwissenschaftlich abgelehnt, da er Punkte willkürlich gewichtet und lineare Schlüsse aus komplexen biologischen Daten zieht, die so nicht haltbar sind.
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