Diplomarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 1,0
1. Geistige Behinderung
1.1. Definition des Begriffes „Geistige Behinderung“
1.2. Problematik der Begriffsdefinition „Geistige Behinderung “
1.3. Ursachen von geistiger Behinderung
1.3.1. Ätiologie der geistigen Behinderung
1.4. Diagnose geistiger Behinderung
2. Menschenbild
3. Ältere Menschen mit geistiger Behinderung
3.1. Definition von Alter und seine Bedeutung für Menschen mit geistiger Behinderung
3.2. Die Dimensionen des Alterns
3.2.1. Biologisches Altern
3.2.2. Psychologisches Altern
3.2.3. Soziologisches Altern
3.3. Eingrenzung des Personenkreises
4. Sozialdemographische Entwicklung und Lebenserwartung
4.1. Sozialdemographische Entwicklung von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
4.2. Lebenserwartung von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
5. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung
5.1. Lebenssituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
6. Wohnsituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
6.1. Zur Bedeutung des Wohnens für Menschen mit geistiger Behinderung
6.2. Aktuelle Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung
6.3. Wohnangebote für ältere Menschen mit geistiger Behinderung unter Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse
6.3.1. Zur Wohnsituation von älter werdenden Menschen mit geistiger Behinderung
6.4. Handlungskompetenzen im Bereich Wohnen
6.5. Wohnen im Alter am Beispiel des Wohnbereichs Herrenberg
7. Arbeitssituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
7.1. Zur Bedeutung der Arbeit für Menschen mit geistiger Behinderung
7.2. Die Arbeit in einer Werkstatt für Behinderte (WfB)
7.3. Der Übergang von der Arbeit in den Ruhestand
7.4. Vorbereitung auf den Ruhestand an zwei Praxisbeispielen
7.5. Handlungskompetenzen für den Übergang in den Ruhestand
8. Freizeitsituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung
8.1. Zur Bedeutung der Freizeit für ältere Menschen mit geistiger Behinderung
8.2. Freizeitgestaltung bei älteren Menschen mit geistiger Behinderung
8.3. Handlungskompetenzen für den Freizeitbereich
9. Sterben und Tod
9.1. Sterben und Tod bei Menschen mit geistiger Behinderung
9.2. Auseinandersetzung mit Sterben und Tod - Konzepte aus der Praxis
9.2.1. Individuelle Erinnerungsarbeit
9.2.2. Lehrgang " Vorbereitung und Verarbeitung von Verlust und Sterben"
9.3. Sterbebegleitung
10. Resümee und Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Lebenssituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung, einer bisher in der Behindertenhilfe eher vernachlässigten Gruppe, und entwickelt Ansätze zur Gestaltung eines sinnerfüllten Lebensabends in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeit.
1.1. Definition des Begriffs Geistige Behinderung
Obwohl Behinderung heute zu einem zentralen Begriff geworden ist, bleibt seine definitorische und damit allgemein gültige Bestimmung weiterhin sehr schwierig. Eine Definition (v.lat.: de ab, weg finis Grenze, also Definitio = Abgrenzung) ist die genaue Bestimmung eines Begriffes durch Beschreibung und/oder Erklärung seines Inhalts. (http://de.wikipedia.org/wiki/Definieren, 21.09.05)
Definieren bedeutet auch immer festlegen und zwar endgültig (definitiv). Die Schwierigkeit der Definition von „Geistiger Behinderung“ liegt zunächst in der Individualität des Phänomens der Behinderung. Das bedeutet, dass es nicht den Menschen mit geistiger Behinderung gibt. Die organische Schädigung und die geistigen seelischen Folgen sind bei jedem Betroffenen individuell andere.
(Vgl. FORNEFELD 2002, 45)
1. Geistige Behinderung: Dieses Kapitel definiert den Begriff, erläutert die Problematik der Definition, nennt Ursachen (Ätiologie) und geht auf die Diagnoseverfahren ein.
2. Menschenbild: Hier wird das der Arbeit zugrundeliegende Menschenbild anhand des Grundsatzprogramms der Lebenshilfe dargelegt.
3. Ältere Menschen mit geistiger Behinderung: Dieses Kapitel definiert Alter in verschiedenen Dimensionen und grenzt den relevanten Personenkreis ab.
4. Sozialdemographische Entwicklung und Lebenserwartung: Fokus auf statistische Daten zur demographischen Entwicklung sowie Faktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen.
5. Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung: Beleuchtung der speziellen Lebenssituation, geprägt durch Verlusterlebnisse und neue Kompetenzanforderungen im Alter.
6. Wohnsituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung: Analyse der Bedeutung des Wohnens, aktueller Wohnangebote und notwendiger Anpassungen für ältere Menschen.
7. Arbeitssituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung: Untersuchung der Bedeutung der Arbeit, der Rolle der WfB und Konzepte für den Übergang in den Ruhestand.
8. Freizeitsituation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung: Thematisierung der Bedeutung von Freizeit als Ersatz für Arbeitsstrukturen sowie Handlungsoptionen für die Freizeitgestaltung.
9. Sterben und Tod: Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Sterbebegleitung bei Menschen mit geistiger Behinderung und Vorstellung praktischer Konzepte.
10. Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Situation und ein Ausblick auf die notwendigen strukturellen Veränderungen in der Behindertenhilfe.
Geistige Behinderung, Alter, Lebenshilfe, Behindertenhilfe, Altern, Wohnen, Werkstatt für behinderte Menschen, Ruhestand, Freizeitgestaltung, Sterbebegleitung, Lebensqualität, demographischer Wandel, Inklusion, Kompetenzorientierung, Partizipation.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von älteren Menschen mit geistiger Behinderung, einem Personenkreis, der aufgrund des demographischen Wandels zunehmend in den Fokus der Behindertenhilfe rückt.
Die zentralen Themen sind Wohnen, Arbeit, Freizeit sowie das Thema Sterben und Tod im Kontext des Älterwerdens mit einer geistigen Behinderung.
Ziel ist es, die aktuelle Lebenssituation zu analysieren und Konzepte aufzuzeigen, wie Einrichtungen Menschen mit geistiger Behinderung ein zufriedenes Altern ermöglichen können.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis von Literaturstudien sowie die Einbindung von Praxisbeispielen, wie etwa dem "Übergangsmodell" in Wohnstätten.
Der Hauptteil behandelt systematisch die Bereiche Definitionen von Alter und Behinderung, die demographische Entwicklung, die Wohn-, Arbeits- und Freizeitsituation sowie Ansätze der Sterbebegleitung.
Wichtige Begriffe sind Lebenshilfe, Teilhabe, Prozesshaftigkeit des Alterns, "es ist normal verschieden zu sein" und Empowerment.
Der Ruhestand bedeutet für viele Menschen mit geistiger Behinderung den Verlust wichtiger sozialer Kontakte und einer Tagesstruktur, die durch die Arbeit in der Werkstatt vorgegeben war.
Die Lebenshilfe dient als zentraler Orientierungsrahmen, deren Menschenbild ("Es ist normal verschieden zu sein") die Arbeit maßgeblich prägt.
Es wird aufgezeigt, dass Einrichtungen versuchen, durch spezielle Wohngruppen und strukturierte Freizeitangebote einen "normalen" Lebensabend zu ermöglichen, wenngleich oft noch Defizite bestehen.
Es handelt sich um die Nachkriegsgeneration von Menschen mit geistiger Behinderung, die nun erstmals in größerer Zahl das Rentenalter erreicht.
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