Bachelorarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
2. Multinationale Unternehmen und Menschenrechtsverletzungen
2.1 TOTAL in Myanmar
2.2 Norsk Hydro in Indien
3. Entscheidungstheorie und die Rolle von Institutionen
3.1 Das Gefangenendilemma
3.2 Reputation und Vertrauen
3.2.1 Reputation
3.2.2 Reputationsbasiertes Vertrauen
3.2.3 Reputationsbasiertes Vertrauen in der Spieltheorie
3.3 Institutionen
3.3.1 Formelle Institutionen
3.3.2 Informelle Institutionen
3.4 Reputations- und wertebasiertes Vertrauen und Institutionen
3.5 Überlegung zur Absolutheit der Wirkung von Reputation
3.5.1 Der Fall Arthur Andersen
3.5.2 Fazit
4. Unternehmen und die Institution Menschenrechte
4.1 Menschenrechte als Institution
4.2 Organisationen
4.3 Organisationsform Unternehmen
4.4 Anforderungen an die Institution Menschenrechte
4.5 Externe Überwachung und Sanktionierung von Unternehmen
4.6 Die Vereinten Nationen und nichtstaatliche Organisationen
4.6.1 Die Organisation der Vereinten Nationen
4.6.1.1 Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
4.6.1.2 Der Globale Pakt der Vereinten Nationen
4.6.2 Nichtstaatliche Organisationen
4.6.2.1 amnesty international
4.6.2.2 CorpWatch – “Holding corporations accountable”
4.6.2.3 Greenpeace International
5. Unternehmensethik
5.1 Begriff und Definition der Ethik
5.1.1 Metaethische Grundlagen und Problemstellungen
5.1.2 Ansätze und Denkschulen der normativen Ethik
5.1.2.1 Deontologismus
5.1.2.2 Konsequentialismus
5.1.2.3 Tugend-Ethik
5.2 Begriff und Definition der Unternehmensethik
5.2.1 Normative Ansätze in der internationalen Unternehmensethik
5.2.2 Ethik Programme
5.2.2.1 Ethik-Trainings
5.2.2.2 Verhaltenskodices
5.3 Interne Überwachung und Sanktionierung von Unternehmen
6. Resümee
6.1 Inhaltsangabe
6.2 Fazit
Die Arbeit untersucht die Rollen von Akteuren, die in die Institution der Menschenrechte eingebettet sind, mit einem besonderen Schwerpunkt auf multinationalen Unternehmen und Organisationen. Ziel ist es, aufzuzeigen, welche komparativen Vorteile durch sozial verantwortungsvolles Handeln entstehen und wie Unternehmen ethische Standards sowie den Schutz der Menschenrechte in ihre Geschäftspraktiken integrieren können.
3.5.1 Der Fall Arthur Andersen
Als Beispiel einer absoluten, reputationsbasierten Sanktionierung sei hier der sowohl wörtlich in seiner Alltagsbedeutung als auch als bildlich gemeinte Fall der Wirtschafts- und Steuerberatungsgesellschaft Arthur Andersen, im Zusammenhang mit dem Finanzskandal und anschließenden Bankrott des Energieunternehmens Enron, genannt.
Die Arthur Andersen Zweigstelle in Houston, dem damaligen Hauptsitz von Enron, hatte dieses über viele Jahre beraten und dessen Buchhaltung geprüft. Viel zu spät hatte die Steuerberatungsgesellschaft dabei von den Unregelmäßigkeiten bei der Buchführung Enrons Kenntnis genommen beziehungsweise nehmen wollen und die Behörden über diese informiert.
Im Jahr 2002 wurde Andersen nach 89 Jahren Firmengeschichte aufgrund der Tatsache, dass das Unternehmen noch nach der Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen gegen Enron Akten vernichtet hatte, die certified public accountant (CPA) Lizenz, und damit das Recht vor der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) zu operieren, aberkannt.
Drei Jahre später wurde das Urteil wegen Verfahrensfehlern revidiert, trotzdem verlor Arthur Andersen durch die Verwicklung in die Korruptionsaffäre weltweit jegliche Reputation und damit die Geschäftsgrundlage. Heute beschäftigt das damals, mit 350 Büros und 85.000 Angestellten in 84 Ländern, zu den Big 5, den fünf größten international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, zählende Andersen-Netzwerk, nur noch rund 200 Mitarbeiter, deren Betätigungsfeld einzig in der Auflösung des Unternehmens liegt.
1. Einführung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Konflikts zwischen gewinnorientiertem Handeln multinationaler Unternehmen und der Einhaltung universeller Menschenrechte ein.
2. Multinationale Unternehmen und Menschenrechtsverletzungen: Hier werden anhand von Fallstudien zu Total in Myanmar und Norsk Hydro in Indien konkrete Beispiele für Verstöße gegen Menschenrechte durch multinationale Akteure aufgezeigt.
3. Entscheidungstheorie und die Rolle von Institutionen: Dieses Kapitel erläutert spieltheoretische Dilemmata und die Bedeutung von Reputation und Vertrauen als informelle Steuerungsmechanismen für Unternehmen.
4. Unternehmen und die Institution Menschenrechte: Der Fokus liegt hier auf der Definition von Menschenrechten als Institution und der Analyse, wie Unternehmen innerhalb dieses Rahmens überwacht werden können.
5. Unternehmensethik: Es werden philosophische Grundlagen der Ethik sowie konkrete Instrumente wie Ethik-Programme und Verhaltenskodices zur Implementierung moralischer Werte im Unternehmen behandelt.
6. Resümee: Dieses Kapitel rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und führt in einem Modell die Wechselwirkungen zwischen Unternehmen, Gesellschaft und den Sanktionsmechanismen der Institution Menschenrechte zusammen.
Unternehmensethik, Menschenrechte, Multinationale Unternehmen, Reputation, Vertrauen, Spieltheorie, Institutionen, Global Compact, Nichtstaatliche Organisationen, Corporate Responsibility, Ethik-Programme, Sanktionierung, Wirtschaftsethik, Whistleblowing, Governance.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der ökonomischen Tätigkeit multinationaler Unternehmen und ihrer moralischen Verpflichtung zur Wahrung international anerkannter Menschenrechte.
Die zentralen Themen umfassen Wirtschafts- und Unternehmensethik, die Rolle von Institutionen bei der globalen Durchsetzung von Standards sowie die Bedeutung von Reputation als Sanktionsmechanismus.
Ziel ist es, die Rolle von Unternehmen innerhalb der Institution Menschenrechte zu beleuchten und aufzuzeigen, wie verantwortungsvolles Handeln durch eine Kombination aus formellen und informellen Mechanismen gefördert werden kann.
Der Autor nutzt eine Kombination aus ökonomischer Entscheidungstheorie, Spieltheorie und ethischen Analyserahmen, ergänzt um aktuelle Fallstudien aus der internationalen Unternehmenspraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen, die theoretische Fundierung von Vertrauen und Institutionen sowie die Untersuchung von Ethik-Programmen und Überwachungsnetzwerken.
Zu den prägenden Begriffen gehören Unternehmensethik, Reputation, Menschenrechte, Global Compact und der institutionenökonomische Ansatz der Unternehmensführung.
Der Fall illustriert die "Unbedingtheit" von Reputation: Ein massiver Reputationsverlust kann bei einem global agierenden Unternehmen zu einer irreversiblen Zerstörung der Geschäftsgrundlage führen, selbst wenn das Unternehmen rechtlich später rehabilitiert wird.
Formelle Institutionen stützen sich auf klare, kontrollierbare Strafmaße (wie Geldstrafen), während informelle Institutionen über den Reputationsmechanismus wirken, der oft härter, "absoluter" und weniger leicht abzustufen ist.
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