Examensarbeit, 2005
83 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Überblick
2. Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses
2.1 Mehrspeichermodelle
2.2 Theorie der Verarbeitungstiefe
2.3 Die duale Kode-Theorie
2.4 Zusammenfassung und Bedeutung für die vorliegende Arbeit
3. Prozesse und Faktoren für das Einprägen und Erinnern aus dem Langzeitgedächtnis
3.1 Einprägen
3.1.1 Organisation der Lernsituation
3.1.2 Bildhaftigkeit
3.1.3 Bekanntheitsgrad
3.1.4 Elaborative Verarbeitung
3.2 Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
3.3 Erkenntnisse zu Gedächtnisleistungen von Förderschülern
4. Mnemotechniken
4.1 Geschichtentechnik
4.2 Schlüsselwortmethode
5. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothesen
6. Methode
6.1 Vorüberlegungen und Voruntersuchungen
6.2 Untersuchungsplan
6.2.1 Benennung und Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen
6.2.1.1 Schüler einer Förderschule Schwerpunkt Lernen
6.2.1.2 Lerngegenstand
6.2.1.3 Unterrichtseinheit auf Basis ausgewählter Mnemotechniken
6.2.1.4 Messzeitpunkte
6.2.1.5 Langzeiteffekte bei der Behaltensleistung der Unterrichtsinhalte
6.2.2 Auswahl der Untersuchungsmethode
6.3 Untersuchungsdurchführung
6.3.1 Untersuchungsablauf
6.3.2 Beschreibung der Lerngruppe
6.3.3 Lernausgangslage
6.3.4 Lehrer und Mitarbeiter
6.3.5 Beschreibung der Unterrichtseinheit
6.3.5.1 Bezug zu theoretischen Überlegungen
6.3.5.2 Kürzübersicht über die Unterrichtseinheit
6.3.5.3 Darstellung der einzelnen Unterrichtsstunden
7. Ergebnisse
7.1 Ergebnisse der einzelnen Messzeitpunkte
7.2 Darstellung der Gesamtergebnisse
7.3 Fehlerschwerpunkte
8. Diskussion
8.1 Methodenkritik
8.2 Überprüfung der aufgestellten Hypothesen
8.3 Probleme und Umsetzung im Unterricht
8.4 Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, wie Mnemotechniken eingesetzt werden können, um Förderschülern im Schwerpunkt Lernen Faktenwissen – konkret die Bundesländer Deutschlands – effizient zu vermitteln und deren langfristige Behaltensleistung zu fördern.
4.1 Geschichtentechnik
Eine Methode unverbundene Informationen miteinander zu verknüpfen, um sie besser erinnern zu können, besteht darin, sie in eine zusammenhängende Geschichte einzubinden. Die folgenden zehn Begriffe (Hut, Kugelschreiber, Arzt, Löwen, Tulpe, Zahn, Schlüssel, Lampe, Tasse und Kamin) können nach Metzig und Schuster (2003, S. 66) in diese Geschichte eingebracht werden:
„Ein alter Hut soll repariert werden. Mit dem Kugelschreiber notiert sich der Arzt, dem der Hut gehört, dass der Hutmacher in der Löwenstraße wohnt. Für die Frau des Hutmachers schneidet er eine Tulpe und geht los. Obwohl ihn sein Zahn schmerzt, vergisst er nicht, mit dem Schlüssel abzusperren. Der Hutmacher besieht sich den alten Hut genau unter der Lampe, trinkt genüsslich aus seiner Tasse und wirft ihn verächtlich in den offenen Kamin.“
Um sich an die Begriffe zu erinnern, wird die Geschichte mental von Anfang an durchgegangen, wobei die kritischen Begriffe in der vorgegebenen Reihenfolge wieder erkannt werden können. Somit ist es nicht nur möglich sich an alle Informationen zu erinnern, sondern diese können zusätzlich in einer bestimmten Reihenfolge gelernt werden.
1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Problematik des Auswendiglernens und Begründung der Relevanz von Mnemotechniken für Förderschüler.
2. Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses: Darstellung psychologischer Modelle wie Mehrspeichermodelle und Theorie der Verarbeitungstiefe als theoretische Basis.
3. Prozesse und Faktoren für das Einprägen und Erinnern aus dem Langzeitgedächtnis: Analyse kognitiver Faktoren wie Bildhaftigkeit und elaborative Verarbeitung für erfolgreiche Lernprozesse.
4. Mnemotechniken: Detaillierte Erläuterung der Geschichtentechnik und Schlüsselwortmethode zur Wissensvermittlung.
5. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothesen: Entwicklung der Hypothesen zur Wirksamkeit von Mnemotechniken im Kontext einer Förderschule.
6. Methode: Beschreibung des Untersuchungsplans, der Variablen, der Lerngruppe sowie der konkreten Durchführung der Unterrichtseinheit.
7. Ergebnisse: Statistische Darstellung der Messergebnisse zu verschiedenen Zeitpunkten inklusive einer Analyse der Fehlerschwerpunkte.
8. Diskussion: Kritische Reflexion der Methodik, Validierung der Hypothesen sowie Ausblick auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten.
Mnemotechniken, Gedächtnis, Förderschule, Lernen, Geschichtentechnik, Schlüsselwortmethode, Langzeitgedächtnis, Faktenwissen, Behaltensleistung, Unterrichtsmethoden, Lernstrategien, Bundesländer, empirische Untersuchung, Förderschwerpunkt Lernen.
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Mnemotechniken bei der Vermittlung von Faktenwissen für Schüler einer Förderschule.
Im Zentrum stehen die Gedächtnispsychologie, verschiedene Lerntechniken sowie deren praktische Umsetzung im Unterricht mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
Das Ziel ist zu prüfen, ob sich eine Unterrichtseinheit mittels Mnemotechniken so gestalten lässt, dass ein Lernzuwachs erzielt wird und das Wissen langfristig abrufbar bleibt.
Es wurde eine Gruppenstudie im Rahmen einer Unterrichtseinheit durchgeführt, bei der der Wissensstand durch wiederholte Testungen (Lückentexte, Zuordnungsaufgaben) über einen Zeitraum von neun Monaten überprüft wurde.
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen zum Gedächtnis, die Einführung der Geschichtentechnik und Schlüsselwortmethode, die detaillierte Methodenbeschreibung sowie die Auswertung der Testergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Mnemotechniken, Förderschule, Langzeitgedächtnis, Lernstrategien und Behaltensleistung.
Die Bundesländer sind fester Bestandteil des Lehrplans für die Schule für Lernhilfe und eignen sich aufgrund ihres abstrakten Charakters gut für das Training mit Mnemotechniken.
Die größte Hürde war die Abstraktion mancher Schlüsselwörter; zudem hatten einige Schüler Probleme, die Strategie ohne intensives Modellieren durch den Lehrer eigenständig anzuwenden.
Ja, die Ergebnisse zeigen eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortest, und auch neun Monate nach der Unterrichtseinheit konnten die meisten Schüler die erlernten Fakten erfolgreich abrufen.
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