Magisterarbeit, 2005
110 Seiten, Note: 17 auf 20
Einleitung
Warum Marie Luise Kaschnitz ? ... S.1-2
Ein Exkurs zur Gattung der Kurzgeschichte: ihr Kommen und ihr Gehen ... S.3-7
Das Verschwinden und erneute Wiederkehren der Kurzgeschichte ... S.8-11
Das Thema: die Kaschnitzschen Kurzgeschichten ... S.12-13
Die Schwerpunktfrage ... S.14-15
Anfängliche Schwierigkeiten in der Vorgehensweise ... S.16-17
Der berüchtigte rote Faden ... S.18-20
Kapitel I
I.1 Das Ich in verschiedenen Positionen ... S.21-24
I.2 Figur und Lebenslüge ... S.25-31
I.3 Die Figuren als Repräsentanten zwischenmenschlicher Verhaltensmuster ... S.32-38
I.4 Und immer wieder Einsamkeit – gemeinsam einsam ... S.39-43
Kapitel II
II.1 Ein Abstraktum: Die Figur in der Zeit ... S.44-50
II.2 Zwischenzeit als Handlungszeit ... S.51-53
II.3 Erzählte Zeit ... S.54-55
Kapitel III
III.1 Die Bedeutung der unmittelbaren Umgebung ... S.56-57
III.2 Die Figur in der Natur ... S.58-61
III.3 Die Natur in der Figur - Natur, die verrückt macht ... S.62-65
III.4 Sonstige Schauplätze ... S.66-70
Kapitel IV
IV.1 Auf der Gratwanderung zwischen Fiktion und Wirklichkeit ... S.71
IV.2 Literarische Hypnose und Verführungskunst ... S.72-79
IV.3 Der Tod ... S.80-89
Schlussbetrachtungen
Das letzte Buch ... S.90-93
Persönliches Fazit ... S.94-97
Marie Luise Kaschnitz heute ... S.98-101
Anhang
Kurze Zusammenfassung von: Das Inventar, Die Füße im Feuer, Eisbären, Ja, mein Engel, Schiffsgeschichte und Zu irgendeiner Zeit ... S.102-105
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der "subjektiven Instanz" in den Erzählwerken von Marie Luise Kaschnitz, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, inwieweit die Autorin trotz fiktiver Erzählhaltungen ihre persönliche Sichtweise und subjektive Wahrnehmung in die Gestaltung ihrer Figuren und Themen einwebt.
I.1 DAS „ICH“ IN VERSCHIEDENEN POSITIONEN
Nicht selten bedient sich die Autorin eines Ich-Erzählers, der zuweilen Mann, Frau, ein Neutrum, also „man“, alt oder jung sein kann. Das Ich hat keinesfalls immer dieselbe Position in der Erzählung, es gibt da das außenstehende berichtende Ich wie es in Zu irgendeiner Zeit der Fall ist, wo zwar ein Ich-Erzähler vorhanden ist, der jedoch in die Handlung an sich nicht involviert ist. Das Ich erzählt von einer Begebenheit, von der es gehört, an der es aber persönlich nicht teilhat. Es setzt einen Leser konkret voraus, das heißt es spricht ihn direkt an, als würden sich Leser und erzählendes Ich in physischem Dialog miteinander befinden: „Muss man was erfahren, fragen Sie. [...] Sie möchten wahrscheinlich noch erfahren, was damals aus meinem Bekannten geworden ist.“13 Ich und Protagonist sind demzufolge hier nicht ein und dieselbe Person. Jeder Schriftsteller setzt natürlich einen potenziellen Leser voraus, doch wird dieser selten direkt angesprochen. Diese Form des Dialoges ruft ein persönliches Verhältnis zwischen Erzähler und Leser und somit zum Erzählten hervor. Es erweckt den Eindruck, zwischen Leser und Erzähler bestehe eine persönliche Bindung. Auf diese Weise wird der Abstand zwischen Darsteller und Zuschauer, also die Barriere zwischen literarischer Bühne und lesendem Publikum vermindert. Es ist, als bekomme der Leser etwas zugeflüstert,
Einleitung: Begründung der Themenwahl und Exkurs über die Gattungsgeschichte der Kurzgeschichte sowie die Bedeutung von Marie Luise Kaschnitz als Autorin.
Kapitel I: Analyse der Ich-Erzählhaltungen, Lebenslügen und zwischenmenschlicher Verhaltensmuster der Figuren bei Kaschnitz.
Kapitel II: Untersuchung der Zeitwahrnehmung, der Dämmerung als Handlungszeit und der Bedeutung der erzählten Zeit in den Texten.
Kapitel III: Betrachtung der Umgebung und Natur als Spiegel der psychischen Zustände der Figuren sowie die Analyse spezieller Schauplätze.
Kapitel IV: Untersuchung der Grenzbereiche zwischen Fiktion und Wirklichkeit sowie eine vertiefende Deutung der Todesdarstellungen.
Schlussbetrachtungen: Reflexion über die heutige Relevanz von Kaschnitz' Werk und das "letzte Buch" als Symbol für den Stellenwert der Literatur.
Anhang: Zusammenfassende Übersichten der behandelten Kurzgeschichten.
Marie Luise Kaschnitz, Kurzgeschichte, subjektive Instanz, Lebenslüge, Zwischenmenschlichkeit, Einsamkeit, Zeitwahrnehmung, Fiktion, Realität, Tod, Schauplatz, Erzählhaltung, Psychologie, Literaturwissenschaft, Identität
Die Arbeit beschäftigt sich mit den erzählerischen Mitteln und Themen in den Kurzgeschichten von Marie Luise Kaschnitz, insbesondere mit der Rolle der subjektiven Instanz hinter den unterschiedlichen Erzählhaltungen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung von Lebenslügen, menschlichen Verhaltensmustern, der Bedeutung von Zeit und Natur für die Figuren sowie dem Grenzgang zwischen Realität und Fiktion.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kaschnitz durch ihren "subjektiven Blick" aus Einzelschicksalen allgemeingültige existenzielle Fragen ableitet und den Leser zur Reflexion anregt.
Die Arbeit basiert auf einer textnahen literaturwissenschaftlichen Analyse, die einzelne Erzählungen als Fallbeispiele heranzieht und durch Beobachtungen der Autorin aus ihren Aufzeichnungen und Tagebüchern ergänzt.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Kapitel, die nacheinander die Ich-Positionen, die zeitlichen Aspekte, die schauplatzbedingten Einflüsse auf die Figuren und die metaphysische Dimension des Todes beleuchten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben dem Namen der Autorin selbst Konzepte wie "subjektive Instanz", "Lebenslüge", "Einsamkeit" und das "Verschwimmen von Wirklichkeit und Phantastik".
Die Arbeit interpretiert die Dämmerung als eine "Zwischenzeit", die als optimaler Nährboden für symbolhaft-abstraktes Schauen und Empfinden dient, da sie in keinem klaren Hell-Dunkel-Schema verortbar ist.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass Kaschnitz' Werk durch seine authentische "Blöße" und Unparteiischkeit ein zeitloses Zeugnis menschlicher Ratlosigkeit ist, das den Leser auch heute noch zum aktiven Nachdenken und zur Selbstfindung anregen kann.
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