Examensarbeit, 2004
94 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Überblick
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Gedächtnisentwicklung
2.2 Gedächtnistheoretische Überlegungen und Modelle
2.2.1 Mehrspeichermodelle
2.2.2 Theorie des Arbeitsgedächtnisses
2.2.3 Theorie der Verarbeitungstiefe
2.2.4 Die duale Kode-Theorie
2.2.5 Integration der Ergebnisse zu den dargestellten gedächtnistheoretischen Überlegungen
2.3 Formen mentaler Repräsentation
2.4 Faktoren und Prozesse des Einprägens und Erinnerns
2.4.1 Einprägen
a) Standardparadigmen des verbalen Lernens
b) Übung
c) Merkmale des Lernmaterials
d) Kognitive Prozesse
2.4.2 Behalten und Abruf
a) Abruf aus dem Kurzzeitgedächtnis
b) Abruf aus dem Langzeitgedächtnis
2.5 Gedächtnistraining
2.5.1 Trainierbare Aspekte des Gedächtnisses
2.5.2 Erfolgreiche Elemente eines Gedächtnistrainings
2.5.3 Mnemotechniken
a) Schlüsselwort-Methode
b) Loci-Methode
3. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothese
4. Methode
4.1 Vorüberlegungen und Voruntersuchungen
4.2 Untersuchungsplan
4.2.1 Benennung und Operationalisierung der unabhängigen und abhängigen Variablen
a) Jüngere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
b) Gedächtnistraining auf Basis der Loci-Methode
c) Lernmaterial
d) Messzeitpunkte
e) Gedächtnisleistung
4.2.2 Auswahl der Untersuchungsmethode
4.3 Untersuchungsdurchführung
4.3.1 Untersuchungsablauf
4.3.2 Zeitliche und räumliche Bedingungen
4.3.3 Trainer und Mitarbeiter
4.3.4 Beschreibung der Stichprobe
5. Ergebnisse
5.1 Ergebnisse der Einzelfalluntersuchungen
5.2 Zusammenfassung der Einzelfallbetrachtungen
5.3 Betrachtung der Einzelfalluntersuchungen im Sinne der MGV
6. Diskussion
6.1 Methodenkritik
6.2 Überprüfung der H1-Hypothese
6.3 Vorschläge zur Modifikation der vorliegenden Untersuchung
6.4 Anwendungsmöglichkeiten
6.5 Ausblick auf weitere mnemotechnische Verfahren
6.6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Einsatz eines Gedächtnistrainings auf Basis der Loci-Methode die Gedächtnisleistungen von jüngeren Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf verbessern kann. Ziel ist es, ein theoriegeleitetes Trainingsprogramm zu evaluieren und Forschungsdaten zur Wirksamkeit dieser speziellen Mnemotechnik in dieser Zielgruppe zu gewinnen.
2.5.2 Erfolgreiche Elemente eines Gedächtnistrainings
Um erfolgreiche Trainingselemente identifizieren zu können ist es notwendig zu klären, welcher Effektivitätsbegriff bei der Beurteilung zu Grunde liegt. Nachdem in den 70er Jahren kontrovers über den Effektivitätsbegriff diskutiert wurde, hat sich nach Hasselhorn (1987) ein konsensfähiger Effektivitätsbegriff herausgebildet: Es wird von einem effektiven Gedächtnistraining gesprochen, wenn die geförderten Versuchspersonen längerfristig über die vermittelten Kompetenzen verfügen (Aufrechterhaltung) und die vermittelten Kompetenzen auch in anderen Kontexten und bei neueren Aufgabenbereichen leistungsdienlich eingesetzt werden können (Generalisierung).
Auf der Grundlage dieses Effektivitätsbegriffes hat Hasselhorn (1987) verschiedene Trainingselemente identifiziert, die sich als besonders wirksam für den Trainingserfolg herausgestellt haben.
Modellgeleitetes Einüben selbständiger Strategieanwendung
Für längerfristige Behaltensleistungen ist ein interaktives Modelllernen notwendig. Bei dieser Form des Modelllernens beobachten die Versuchspersonen das relevante Verhalten an einem kompetenten Modell und müssen es anschließend nachahmen. Eine vielfach angewendete Methode zum modellgeleiteten Einüben selbständiger Strategieanwendung ist die verbale Selbstinstruktion (Hasselhorn & Mähler, 2001; Neidhardt, 2001).
1. Einleitung und Überblick: Einführung in die Problematik der Gedächtnisförderung bei Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Definition der Forschungsziele.
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund: Darstellung der aktuellen Forschung zu Gedächtnismodellen, Entwicklungspsychologie und Strategien zur Wirksamkeitsprüfung von Trainings.
3. Ableitung der Fragestellung und Formulierung der Forschungshypothese: Begründung der Hypothese, dass die Loci-Methode trotz kognitiver Anforderungen ein effektives Instrument zur Leistungssteigerung darstellen kann.
4. Methode: Detaillierte Beschreibung des Untersuchungsdesigns unter Verwendung von kontrollierten Einzelfallstudien (MGV) und Erläuterung der experimentellen Bedingungen.
5. Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten für die einzelnen Probanden sowie eine zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit der Intervention.
6. Diskussion: Kritische Reflexion der Untersuchungsmethode, Validierung der Hypothese und Ausblick auf zukünftige Forschung sowie Anwendungsbereiche der Loci-Methode.
Gedächtnistraining, Loci-Methode, sonderpädagogischer Förderbedarf, Gedächtnisleistung, Einzelfallstudie, Mnemotechnik, Informationsverarbeitung, Strategietraining, Lernregulation, Gedächtnisentwicklung, Metagedächtnis, Schulkinder, Wirksamkeitsprüfung, kognitive Förderung, Reproduktionsleistung.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Evaluation eines Gedächtnistrainings basierend auf der Loci-Methode, das speziell auf Schulkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugeschnitten ist.
Das Spektrum reicht von der theoretischen Fundierung durch Gedächtnismodelle und der Entwicklung kognitiver Strategien bis hin zur methodischen Durchführung und Auswertung empirischer Einzelfallstudien im schulischen Kontext.
Das primäre Ziel besteht darin, theoriegeleitet zu prüfen, ob durch gezieltes Training der Loci-Methode die Gedächtnisleistung der untersuchten Kinder in der seriellen Reproduktion von Wortlisten nachhaltig verbessert werden kann.
Die Autorin wählt eine kontrollierte Einzelfallstudie im Design der Multiplen-Grundraten-Versuchspläne (MGV), um die Effektivität des Trainings bei Kleingruppen wissenschaftlich fundiert zu evaluieren.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einbettung der Gedächtnispsychologie, die detaillierte Planung des Trainings, die Beschreibung der methodischen Vorgehensweise und die Analyse der gesammelten Daten mittels grafischer Auswertung.
Zentrale Begriffe sind Gedächtnistraining, Loci-Methode, sonderpädagogischer Förderbedarf, Einzelfallstudie und Mnemotechnik.
Obwohl die Literatur teils von komplexen Anforderungen spricht, legt die Arbeit durch ihre Ergebnisse nahe, dass bei entsprechender Unterstützung und anschaulicher Aufbereitung durchaus positive Lerneffekte erzielbar sind.
Die Wahl fiel auf die Einzelfallstudie, da dies ethisch unbedenklicher bei bisher wenig erprobten Verfahren ist und gleichzeitig eine genauere Kontrolle des Lernfortschritts in kleinen, homogenen Gruppen ermöglicht.
Die Arbeit diskutiert vielfältige Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht, wie das Einprägen von Handlungsabläufen oder Referatsinhalten, betont jedoch, dass weitere Studien zur langfristigen Generalisierung wünschenswert sind.
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