Diplomarbeit, 2005
95 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Methodik und Vorgehensweise
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Humankapital
2.2 Migration
2.2.1 Migrationsformen
2.2.2 Migrationsrichtung
2.3 Brain Exchange
2.3.1 Brain Drain
2.3.2 Brain Gain/Return
2.3.3 Brain Circulation
2.4 Diaspora
3. Theoretische Grundlagen des BD
3.1 Geschlossene Modelle zu den Ursachen und Auswirkungen des BD
3.1.1 Neoklassische Modelle vs. Neue Wachstumstheorien
3.1.2 Handelstheorie vs. Migrationstheorie
3.1.3 Endogenes Wachstumsmodell von Haque/Kim (1995)
3.2 Einzelaspekte der Migration von hochqualifizierten Arbeitskräften
3.2.1 Allgemeine Determinanten
3.2.2 Push-Faktoren
3.2.3 Pull-Faktoren
3.2.4 Kritische Betrachtung und kurze Zusammenfassung
3.3 Auswirkungen des BD
3.3.1 Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung in den LDC
3.3.1.1 Positive Feedback-Effekte
3.3.1.2 Negative Feedback-Effekte
3.3.1.3 Interdependenz zwischen Migration und Entwicklung
3.3.2 Auswirkungen auf die HDC
4. Allgemeine politische Maßnahmen
4.1 BD-Ansätze
4.1.1 Kompensatorische Politik
4.1.2 Regulierung durch internationale Normen
4.1.3 Restriktive Politik
4.2 Brain Gain-Strategien
4.2.1 Rückkehroption
4.2.2 Förderung der Diaspora
4.3 Rolle und Maßnahmen der HDC
4.4 Rolle und Maßnahmen der LDC
4.5 Rolle von internationalen Organisationen
5. Empirische Evidenz
5.1 Allgemeines Ausmaß des BD
5.2 BD in den Ländern Lateinamerikas und der Karibik (LAC)
5.2.1 Allgemeine Situation
5.2.2 Determinanten des BD
5.2.3 Ausmaß und Auswirkungen des BD
5.2.4 Politische Maßnahmen
5.3 BD in den Ländern Zentral- und Osteuropas (CEE)
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene des "Brain Drain" (BD) mit einem Fokus auf Entwicklungsländer (LDC), insbesondere in der Region Lateinamerika und der Karibik (LAC). Ziel ist es, die Ursachen und Auswirkungen der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte zu identifizieren, theoretische Modelle sowie empirische Evidenz zu analysieren und daraus politische Maßnahmen abzuleiten, die eine Transformation von Brain Drain zu "Brain Gain" ermöglichen.
1.1 Einführung
“The flow of highly trained persons from poor countries to rich countries has aroused more interest and concern than has any other aspect of international migration with respect to the sending countries” (Simon 1999, S. 295).
Seit den sechziger Jahren existieren Untersuchungen und Studien zum Brain Drain (BD), der als Süd-Nord-Phänomen bezeichnet wird, was darauf hinweist, dass die meisten Emigrationsströme von Entwicklungsländern (LDC) in Industrieländer (HDC) erfolgen. Allerdings existieren auch zahlreiche Abwanderungen von Hochqualifizierten aus HDC in LDC. Weiterhin kommt es innerhalb eines Landes zu Wissensabflüssen, bei denen hochqualifiziertes Personal vom Land in die Stadt bzw. von weniger entwickelten in wirtschaftlich blühende Regionen zieht (Williams 2000, S. 5ff.).
Allerdings ist die internationale Migration von heute viel komplexer und weitreichender als noch vor einigen Jahrzehnten, als die Globalisierung noch keine bedeutende Rolle in unserer Gesellschaft eingenommen hatte. Durch die fortschreitende Internationalisierung haben sich u.a. die wirtschaftlichen Zusammenhänge sowie Funktionsweisen verändert und verlagert. So sind Ländergrenzen bei wirtschaftlichen Entscheidungen kaum noch relevant, da diese meist von transnationalen Kooperationen abhängen. In diesem Zusammenhang ist die internationale Migration ein sehr wichtiger Faktor, dem zu wenig Beachtung geschenkt wird. Jedoch trägt gerade die Mobilität von hochqualifiziertem Humankapital entscheidend zum Internationalisierungsprozess bei.
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Phänomen Brain Drain als globales Süd-Nord-Phänomen und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit fest.
2. Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Humankapital, Migration, Brain Exchange und Diaspora, um ein fundiertes Verständnis der Thematik zu gewährleisten.
3. Theoretische Grundlagen des BD: Es werden neoklassische Modelle und endogene Wachstumstheorien diskutiert, um die Ursachen, Push- und Pull-Faktoren sowie die Auswirkungen der Migration von Hochqualifizierten zu analysieren.
4. Allgemeine politische Maßnahmen: Das Kapitel vergleicht traditionelle konservative Ansätze mit moderneren Strategien, die auf Diaspora-Netzwerke und Brain Gain setzen.
5. Empirische Evidenz: Hier wird das Ausmaß des Brain Drain anhand von Statistiken und regionalen Fallbeispielen in Lateinamerika (LAC) sowie Zentral- und Osteuropa (CEE) belegt.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer strukturierten Politik zur Wandlung von Brain Drain in Brain Gain.
Brain Drain, Humankapital, Migration, Entwicklungsländer, Industrieländer, Diaspora, Rücküberweisungen, Brain Gain, Brain Circulation, Globalisierung, Lateinamerika, Zentral- und Osteuropa, Wirtschaftswachstum, Migrationspolitik, Wissenstransfer
Die Arbeit befasst sich mit dem sogenannten "Brain Drain", also der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte aus Entwicklungsländern in Industrienationen, und untersucht deren wirtschaftliche Auswirkungen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Phänomens, theoretische Erklärungsansätze, die Analyse von Push- und Pull-Faktoren, Auswirkungen auf Herkunfts- und Zielländer sowie politische Strategien zur Gegensteuerung.
Das Hauptziel ist es, die Problematik des Brain Drain aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Entwicklungsländer durch gezielte politische Maßnahmen von der Mobilität hochqualifizierter Kräfte profitieren können (Brain Gain).
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung durch ökonomische Modelle und kombiniert diese mit einer empirischen Analyse von Daten sowie regionalen Fallbeispielen (insbesondere Lateinamerika und Osteuropa).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Ursachen-Wirkungs-Analyse, die Untersuchung politischer Maßnahmen (z.B. Diaspora-Förderung) und eine empirische Betrachtung der Ausmaße des Phänomens.
Wichtige Fachbegriffe sind Brain Drain, Brain Gain, Diaspora, Humankapital, Rücküberweisungen (Remittances) und Migrationsselektivität.
Die Diaspora-Option erlaubt es den Herkunftsländern, vom Wissen und den Netzwerken ihrer ausgewanderten Hochqualifizierten zu profitieren, ohne dass diese zwingend physisch dauerhaft zurückkehren müssen.
Lateinamerika dient als spezifisches Fallbeispiel, an dem die Auswirkungen und die politische Bewältigung des Brain Drain, etwa durch wissenschaftliche Netzwerke wie das Caldas-Netzwerk, detailliert illustriert werden.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass traditionelle, restriktive oder rein steuerbasierte Maßnahmen ("Kompensatorische Politik") oft ineffizient sind. Stattdessen sollten langfristige Strategien gefördert werden, die das Herkunftsland als attraktiven Standort etablieren und die Diaspora aktiv einbinden.
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