Examensarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 2.0
PROBLEMSTELLUNG UND GANG DER UNTERSUCHUNG
I. LEISTUNGSDETERMINIERENDE FAKTOREN EINER KLETTERHANDLUNG
1. DIE BEDEUTUNG DER MOTORIK
2. BEWEGLICHKEIT
2.1. GRUNDLAGEN
2.2 KLETTERSPEZIFISCHE ANFORDERUNGEN
3. MOTORISCHE KRAFTFÄHIGKEITEN
3.1 MAXIMALKRAFT
3.2 SCHNELLKRAFT
3.3 KRAFTAUSDAUER
3.4 KLETTERSPEZIFISCHE FOLGERUNGEN
4. DIE NEURONALE AKTIVIERUNG DER MUSKELFASER
4.1 INTRAMUSKULÄRE KOORDINATION
4.2 INTERMUSKULÄRE KOORDINATION
II. ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN MOTORIK UND WAHRNEHMUNG
1. BEDINGUNGEN UND PHASEN MOTORISCHEN LERNENS
1.1 GRUNDLAGEN
1.2 DIE BEDEUTUNG KOORDINATIVER FÄHIGKEITEN
1.3 DAS ERLERNEN MOTORISCHER PROZESSE BEIM KLETTERN
1.3.1 PHASE DER GROBKOORDINATION
1.3.2 PHASE DER FEINKOORDINATION
1.3.3 PHASE DER STABILISIERUNG UND VARIABLEN VERFÜGBARKEIT
2. WAHRNEHMUNGSLERNEN BEIM KLETTERN
2.1 SELBST- UND FREMDWAHRNEHMUNG
2.2 KLETTERBEWEGUNG UND KÖRPERWAHRNEHMUNG
2.3 ZUSAMMENFASSUNG
III. SOZIAL-AFFEKTIVE ASPEKTE DES KLETTERNS
1. DER SOZIALISIERUNGSEFFEKT DES KLETTERSPORTS
1.1 WAS BEDEUTET „SOZIALES LERNEN“?
1.2 DER ERWERB SOZIALER HANDLUNGSKOMPETENZEN
1.3 SOZIALES LERNEN BEIM KLETTERN
2. KOMPONENTEN DER PERSÖNLICHKEITSFÖRDERUNG
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG VON PERSÖNLICHKEIT
2.2 SPORT UND PERSÖNLICHKEIT
2.3 KLETTERN UND PERSÖNLCHKEIT
3. ABENTEUER UND RISIKO BEIM KLETTERN - DAS ERLEBNIS SPORT
3.1 DER WANDEL ZUM ERLEBNISORIENIERTEN SPORTUNTERRICHT
3.1.1 ERLEBNISPÄDAGOGIK HEUTE
3.1.2 MOTIVATION UND EMOTION
3.2 DAS WAGNIS BEIM KLETTERN
3.3 DIE BEDEUTUNG GEMEINSCHAFTLICHER ERLEBNISSE
IV. DIE UMSETZUNG VON KLETTERN IM BAYERISCHEN SPORTLEHRPLAN
1. KLETTERN IM LEHRPLAN
1.1 GESUNDHEIT
1.2 FAIRNESS UND KOOPERATION
1.3 LEISTEN, SPIELEN, GESTALTEN
1.4 UMWELT
2. EXKURS: SPORTFÖRDERUNTERRICHT AM BEISPIEL KLETTERN
SCHLUSSBEMERKUNG
Die Arbeit analysiert Klettern als ganzheitliche Bewegungsform im Schulsport unter Einbeziehung pädagogischer, trainings- und bewegungswissenschaftlicher Aspekte. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Klettern durch seine spezifischen Herausforderungen maßgeblich zur physischen Entwicklung, sozialen Kompetenzbildung und Persönlichkeitsförderung von Schülern beitragen kann.
1.3.1 PHASE DER GROBKOORDINATION
Die Grobkoordination die erste Annäherung an den neu zu erlernenden Bewegungsablauf bis zu dem Punkt, an dem die Bewegung unter günstigen Bedingungen bereits ausführbar ist. Bewegungsgedächtnis und optischer Analysator spielen hier eine wichtige Rolle. In dieser Phase kommt es zur Bildung einer groben Bewegungsvorstellung. Sie liefert dem Lernenden ein optisches Abbild der Bewegung. Bereits gespeicherte Bewegungsabläufe früherer Bewegungen fließen mittels Transfer in ein Grobprogramm ein. Diesen Vorgang nennt man auch Bewegungsantizipation. Aufgrund eines noch unvollkommenen Bewegungsprogramms erscheint auch die Steuerung und Regelung der Bewegung noch relativ unsicher und unpräzise.
Das Stadium der Grobkoordination wird beim Klettern nach den ersten misslungenen Versuchen erreicht. Kletteranfänger bewegen sich meist hastig und ungenau. Sie klettern nach dem Leiterprinzip - erst Arme, dann Beine - und ziehen sich dabei hauptsächlich mit den Armen hoch. Bei vernachlässigter Beinarbeit werden große Griffe in Kopfhöhe bevorzugt. Die Folge dieses Musters ist ein schnelles Ermüden der Unterarme, da durch mangelnde Präzision die Arme nur unzureichend entlastet werden können. In der Regel wird bei der Griff- und Trittfolge zu lange gezögert, weswegen zuviel Kraft benötigt wird. Anfängern stellen sich unterschiedlichste Fragen, deren Ausmaß sich von Belastungsverteilung über die Handhabung der Griffe erstreckt. Um einer aufkommenden Hektik entgegen zu wirken, sollten kurz klettertechnische Grundlagen vermittelt werden (z.B. Griff- und Trittfolge). Klettern beinhaltet im Gegensatz zu eineigen anderen Sportarten den Vorteil, auch langsamer ausgeführt werden zu können. Dies gibt dem Schüler die Möglichkeit, sich auf jede Bewegung gezielt zu konzentrieren und in aller Ruhe genau nachzuvollziehen, welche Konsequenzen ein Tritt- oder Griffwechsel hat, wie schließlich der gesamte Körper darauf reagiert.
I. LEISTUNGSDETERMINIERENDE FAKTOREN EINER KLETTERHANDLUNG: Dieses Kapitel analysiert die physischen Grundlagen wie Motorik, Beweglichkeit und Kraftfähigkeiten, die für eine erfolgreiche Kletterhandlung notwendig sind.
II. ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN MOTORIK UND WAHRNEHMUNG: Hier werden die kognitiven und sensomotorischen Lernprozesse beim Klettern erläutert sowie die Bedeutung der Wahrnehmungsschulung für den Bewegungserfolg hervorgehoben.
III. SOZIAL-AFFEKTIVE ASPEKTE DES KLETTERNS: Dieses Kapitel beleuchtet den sozialen Mehrwert des Kletterns, insbesondere im Hinblick auf Kooperation, Persönlichkeitsentwicklung und den Umgang mit Wagnis und Risiko.
IV. DIE UMSETZUNG VON KLETTERN IM BAYERISCHEN SPORTLEHRPLAN: Das abschließende Kapitel überträgt die erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse auf den bayerischen Lehrplan und zeigt die praktische Eignung des Kletterns für den Schulsport auf.
Klettern, Schulsport, Motorik, Beweglichkeit, Kraftfähigkeiten, motorisches Lernen, Wahrnehmungsschulung, soziales Lernen, Persönlichkeitsförderung, Abenteuer, Wagnis, Risiko, Sportlehrplan, Sportförderunterricht, Kooperation.
Die Arbeit untersucht das Klettern als ganzheitliche Sportart und analysiert, welchen Beitrag sie für den Schulsport im Hinblick auf körperliche und persönlichkeitsbildende Ziele leisten kann.
Die Arbeit thematisiert die motorischen Grundlagen, den Zusammenhang von Wahrnehmung und Bewegung sowie die sozialen und affektiven Aspekte, wie etwa den Umgang mit Wagnis und Verantwortung.
Das Hauptziel ist es, die pädagogische Wertigkeit des Kletterns aufzuzeigen und zu belegen, warum es eine Bereicherung für den Schulsport darstellt.
Die Untersuchung basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und der pädagogischen Analyse theoretischer Konzepte aus der Sportwissenschaft.
Im Hauptteil werden sowohl leistungsdeterminierende Faktoren (wie Kraft und Koordination) als auch die Bedeutung motorischen Lernens und Wahrnehmungsübungen sowie sozial-affektive Faktoren detailliert untersucht.
Die zentralen Begriffe sind Klettern, Schulsport, motorisches Lernen, soziale Kompetenz, Persönlichkeitsförderung und Wagniserziehung.
In der Grobkoordination ist die Bewegung noch unsicher, unpräzise und oft von hastigem Agieren geprägt, während die Feinkoordination durch höhere Präzision, Konstanz und eine verbesserte Bewegungsökonomie gekennzeichnet ist.
Aufgrund der Ganzkörperbewegung, die Kraft und Koordination fördert, und der Möglichkeit, durch Bewegungserfolge das Vertrauen der Schüler in die eigene Leistungsfähigkeit zu stärken, eignet sich Klettern hervorragend für Schüler mit psychomotorischen Auffälligkeiten.
Das Risiko wird als "Wagnis" innerhalb einer kalkulierbaren Umgebung verstanden, das den Schülern hilft, eigene Grenzen zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
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