Examensarbeit, 2005
112 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1. ADS- Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom/ Störung
1.1 Definitionen
1.1.1 Der Begriff der Aufmerksamkeit
1.1.2 Der Begriff der Wahrnehmung
1.1.3 Die Begriffe der Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsstörung
1.1.4 Die Begriffe des Symptoms und des Syndroms
1.2 Der Stellenwert von Aufmerksamkeit und Wachheit im kindlichen Lernprozess
1.3 Terminologie und Prävalenz einer ADS
1.4 Entwicklungspsychologische Aspekte einer ADS
2. Theoretische Grundlagen des ADS
2.1 Das Erscheinungsbild
2.1.1 Primärsymptome des ADS
2.1.2 Komorbiditäten
2.1.3 Fallbeispiel aus der Grundschule
2.2 Die Diagnose
2.2.1 Diagnostische Kriterien der DSM IV und ICD 10
2.2.2 Differentialdiagnostik
2.2.3 Problemanalyse aus Eltern- und Lehrersicht
2.3 Hypothesen bezüglich der Ursachen einer ADS
2.3.1 Biologisch-somatische Faktoren
2.3.2 Psychosoziale Faktoren
2.3.3 Biopsychosoziales Modell von Döpfner
2.3.4 Jäger- Sammler- Modell von Hartmann
3. Ausgewählte Therapiemöglichkeiten für ADS-Kinder
3.1 Zielführende Behandlung des ADS durch fünf Säulen nach Barkley
3.2 Pharmakotherapie
3.2.1 Verordnungs- und Produktionszahlen
3.2.2 Die Wirkung von Stimulanzien auf das Kind
3.2.3 Nebenwirkungen
3.3 Psychotherapie
3.4 Psychotherapie in Korrelation mit Pharmakotherapie
3.5 Psychomotorik
3.6 Elterntraining/Elternarbeit
4. Ausgewählte Interventionsmöglichkeiten zur Erhöhung schulischer Aufmerksamkeit
4.1 Token- System
4.2 Reiz- Reduktionskonzept nach Cruickshank
4.3 Regeln für den Unterricht nach Krowatschek
4.4 Selbstinstruktionstherapie nach Meichenbaum
4.5 Aufmerksamkeitstraining nach Lauth und Schlottke
5. Eine empirische Studie zur Wahrnehmung einer ADS in der Primarstufe
5.1 Die Problematik und die Rahmenbedingungen
5.2 Die Methode
5.2.1 Der Fragebogen als Messinstrument einer empirischen Studie
5.2.2 Die Struktur des Fragebogens
5.2.3 Geäußerte Meinungen und tatsächliches Verhalten
5.3 Annahmen und Erwartungen
5.4 Analyse und Interpretation der Antworten von Eltern
5.4.1 Persönliche Merkmale der Probanden
5.4.2 Symptome
5.4.3 Therapien
5.4.4 Familiäre „Leidensgeschichten“
5.4.5 Eigenverarbeitungsstrategien der Eltern
5.4.6 Eltern und Lehrer
5.5 Analyse und Interpretation der Antworten von Lehrern
5.5.1 Persönliche Merkmale der Probanden
5.5.2 Symptome
5.5.3 Therapien
5.5.4 Schulische ADS- Strategien
5.5.5 Lehrer und Eltern
5.6 Ergebnisse und Folgen
6. Theorie und Praxis
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, wissenschaftlich-theoretische Erkenntnisse über das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) zusammenzufassen und zu untersuchen, wie unmittelbar betroffene Eltern und Lehrer das Phänomen im Alltag der Primarstufe wahrnehmen.
2.1.3. Fallbeispiel aus der Grundschule
Das folgende Fallbeispiel veranschaulicht das Zusammenspiel vieler typischer Merkmale des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms:
„Zum Beispiel Nicolas: Nicolas ist sieben Jahre alt. Er redet während des Unterrichts ständig dazwischen, patzt mit seiner Antwort heraus, wenn ein anderes Kind an der Reihe ist, zappelt ständig herum, wippt auf seinem Stuhl, bis er umkippt (zum großen Vergnügen seiner Mitschüler), oder er sitzt einfach nur da und schaut träumerisch zum Fenster hinaus.
Es kann auch sein, dass er plötzlich aufsteht und in der Klasse herumrennt. Wenn ihn die Lehrerin ermahnt, gibt er patzige Antworten oder ignoriert ihre Aufforderungen.
Auch zu Hause gibt es Probleme. Besondere „Nervenkriege“ sind die Hausaufgaben. Er ist nur mit Mühe dazu zu bringen, dass er überhaupt damit anfängt. Seine Bereitschaft, sich anzustrengen, ist aber schon bei der ersten Hürde am Ende und er bemüht sich nicht einmal, die gestellte Aufgabe richtig zu verstehen. Wenn die Mutter ihm helfen will, wird er wütend und über kurz oder lang wirft er den Bleistift oder das Heft auf den Boden. Nur mit Androhung von Strafen bringt sie ihn wieder dazu, es wenigstens noch einmal zu probieren.
Nicolas hat wenige Freunde. Er lernt zwar immer wieder Kinder kennen, aber es geht beim gemeinsamen Spielen nie lange gut. Schnell kommt es zum Streit, z.B. wegen der Spielregeln. Die anderen Kinder meiden ihn deshalb. Sie sagen, dass Nicolas so viel „Mist baut“ und man nicht gut mit ihm zurechtkommt.
Mittlerweile hat sich Nicolas mit jüngeren Kindern aus der Nachbarschaft zusammengetan. Er führt hier das große Wort und bestimmt, wo es langgeht. Zwar kommt es auch mit diesen Kindern öfter zu Streitereien, Nicolas ist ihnen aber körperlich überlegen und kann sich deshalb immer wieder durchsetzten. Den Eltern von Nicolas ist dieser Umgang nicht recht. Sie denken, dass diese Freundschaften einfach nicht angemessen sind.
Nicolas hat bereits im Kindergarten große Probleme. Er konnte schon damals nicht gut mit anderen Kindern spielen. Schon nach kurzer Zeit fing er an, ihre Bauten zu zerstören, schüttete Sand über andere Kinder oder schlug einfach zu, wenn er von einem anderen Kind etwas haben wollte. Bei Kreisspielen oder beim Basteln wollte er überhaupt nicht mitmachen, und nicht einmal beim Geschichtenvorlesen blieb er ein paar Minuten ruhig sitzen.“ (aus: Lauth, Schlottke, 2002a, 17 )
0 Einleitung: Die Einleitung definiert das ADS-Störungsbild, beleuchtet dessen historische Einordnung und begründet die Relevanz der vorliegenden Studie für den Lehramtsbereich.
1. ADS- Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom/ Störung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe wie Aufmerksamkeit und Wahrnehmung und setzt diese in den Kontext schulischer Lernprozesse.
2. Theoretische Grundlagen des ADS: Hier werden Symptomatik, diagnostische Standards (DSM-IV, ICD-10) und Ursachenmodelle (genetische, biologische, psychosoziale) wissenschaftlich dargelegt.
3. Ausgewählte Therapiemöglichkeiten für ADS-Kinder: Es werden verschiedene Behandlungsansätze von Pharmakotherapie bis Psychomotorik und Elterntraining im Hinblick auf ihre Wirksamkeit kritisch analysiert.
4. Ausgewählte Interventionsmöglichkeiten zur Erhöhung schulischer Aufmerksamkeit: Dieses Kapitel fokussiert pädagogische Konzepte wie Token-Systeme und Selbstinstruktionstherapie zur Unterstützung von ADS-Kindern im Unterricht.
5. Eine empirische Studie zur Wahrnehmung einer ADS in der Primarstufe: Die empirische Kernstudie wertet Fragebögen von Eltern und Lehrern aus, um deren Perspektiven auf Symptome, Therapieerfahrungen und die Kooperation zwischen Schule und Elternhaus zu vergleichen.
6. Theorie und Praxis: Das abschließende Kapitel reflektiert die persönlichen Beobachtungen des Autors im Unterricht sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Belastung durch das ADS-Phänomen.
ADS, ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, Primarstufe, Grundschule, Symptomatik, Pharmakotherapie, Ritalin, Verhaltenstherapie, Elterntraining, schulische Aufmerksamkeit, Lernstörungen, Komorbidität, Diagnose, Pädagogik.
Die Arbeit untersucht das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) aus einer theoretischen Perspektive und kombiniert diese mit einer empirischen Studie, die auf Befragungen von Eltern und Lehrern in der Primarstufe basiert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Diagnose des ADS, den Ursachenhypothesen, verschiedenen Therapiemöglichkeiten sowie den Herausforderungen in der schulischen und familiären Interaktion.
Das Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über ADS mit der alltäglichen Wahrnehmung der direkt Betroffenen (Eltern und Lehrer) abzugleichen, um ein besseres Verständnis für die Problematik im schulischen Alltag der Primarstufe zu gewinnen.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse zur Theorie des ADS wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt, die eine qualitative Auswertung von schriftlichen Fragebögen bei Eltern und Lehrern umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Darstellung therapeutischer und schulischer Interventionsmöglichkeiten sowie die detaillierte Auswertung der eigenen empirischen Erhebung.
Zentrale Begriffe sind ADS, Aufmerksamkeitsstörung, schulische Interventionen, Pharmakotherapie, Eltern-Lehrer-Kooperation und diagnostische Kriterien.
Beide Gruppen stehen der Pharmakotherapie (insbesondere Ritalin) mehrheitlich positiv gegenüber, da sie eine deutliche Linderung der Kernsymptome und damit eine bessere schulische Teilhabe ermöglichen, äußern jedoch gleichzeitig Sorge hinsichtlich möglicher Langzeitfolgen.
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wird als entscheidender Eckpfeiler angesehen. Die Arbeit verdeutlicht jedoch, dass in der Realität oft unterschiedliche Erwartungshaltungen bestehen, die häufig zu Konflikten führen, anstatt das betroffene Kind optimal zu unterstützen.
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