Diplomarbeit, 2006
108 Seiten, Note: 1,3
A Problemstellung
I. Untersuchungsgegenstand
II. Gang der Untersuchung
B Grundlagen des Derivategeschäfts
I. Entwicklung
II. Derivative Finanzinstrumente
III. Systematisierungskriterien von Derivaten
IV. Basistypen
1. Forwards bzw. Forward Rate Agreements
2. Futures
3. Swaps
a) Zinsswap
b) Währungsswap
4. Optionsgeschäfte
V. Finanzwirtschaftliche Verwendung
1. Spekulation
2. Arbitrage
3. Hedging
a) Umfang der abzusichernden Positionen
b) Identität der Basis
c) Kontinuität der Sicherung
d) Zeitpunkt der Besicherung
C Hedge Accounting nach IAS 39
I. Zielsetzung des Hedge Accounting
II. Bestandteile einer Sicherungsbeziehung
1. Sicherungsinstrumente
a) Anforderungen an Sicherungsinstrumente
b) Absicherung verschiedener Risiken
c) Ungeeignete Sicherungsinstrumente
2. Gesicherte Grundgeschäfte
a) Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
b) Nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten
c) Ausgeschlossene Geschäfte als Grundgeschäfte
III. Verschiedene Formen des Hedge Accounting nach IAS 39 (2004)
1. Fair Value Hedge
2. Cash Flow Hedge
3. Hedge Of A Net Investment In A Foreign Operation
IV. Formale Anforderungen des Hedge Accounting
1. Dokumentation des Sicherungszusammenhangs
2. Hoch wirksamer Sicherungszusammenhang
3. Messbarkeit von Grund- und Sicherungsinstrument
4. Antizipiertes Geschäft beim Cash Flow Hedge
V. Beurteilung der Effektivität
1. Prospektiver Effektivitätstest
2. Retrospektiver Effektivitätstest
VI. Bilanzielle Abbildung des Fair Value Hedge Accounting
1. Laufende Bilanzierung
2. Beendigung des Fair Value Hedge Accounting
VII. Bilanzielle Abbildung des Cash Flow Hedge Accounting
1. Bilanzierung einer laufenden Sicherungsbeziehung
a) Vorhergesehene Transaktion und finanzieller Vermögenswert oder Schuld
b) Vorhergesehene Transaktion und nicht finanzieller Vermögenswert oder Schuld
2. Beendigung des Cash Flow Hedge Accounting
VIII. Bilanzierung des Hedge Of A Net Investment In A Foreign Operation
D Portfolio Fair Value Hedge Accounting von Zinsänderungsrisiken
I. Zielsetzung und Vorgehensweise
II. Identifikation des Portfolios
III. Bildung von Laufzeitbändern
IV. Ermittlung der Nettoposition und Bestimmung des abgesicherten Betrags
V. Bestimmung des gesicherten Risikos und Zuordnung der Sicherungsderivate zu den Laufzeitbändern
VI. Prospektiver Effektivitätstest
VII. Retrospektiver Effektivitätstest
1. Ermittlung des abgesicherten Betrags nach Bestandsveränderungen
2. Bestimmung der Fair Value-Änderungen
VIII. Bilanzielle Abbildung
IX. Abschluss der Hedgeperiode und Übergang zur folgenden Periode
E Fair Value Option
I. Entwicklung der Fair Value Option
II. Kritik an der uneingeschränkten Fair Value Option
III. Bilanzierungsalternative eingeschränkte Fair Value Option
1. Vor- und Nachteile der Anwendung der Fair Value Option
2. Anwendung des Hedge Accounting in der Zukunft
F Zusammenfassung
Die Diplomarbeit analysiert die komplexen Vorschriften des IAS 39 (2004) zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) mit dem Ziel, diese anhand aktueller Literatur zu systematisieren und kritisch zu beurteilen, inwieweit sie eine adäquate Abbildung des internen Risikocontrollings im Jahresabschluss ermöglichen.
I. Entwicklung
Der Wunsch verschiedener Marktteilnehmer ihre Geschäfte zu sichern ist keine Erfindung unserer Zeit. Erste Formen von Rohwarenfutures existierten bereits in der Antike. Die rasante Entwicklung des modernen Derivategeschäftes erfolgte mit der Eröffnung der ersten Terminbörsen in den USA in den 70ern sowie der Entstehung des Swapmarktes Anfang der 80er Jahre des vorherigen Jahrhunderts.
Ein Grund für diese Entwicklung war der Zusammenbruch fixer Wechselkurse im Jahre 1973. Aufgrund der hohen Zahlungsbilanzungleichgewichte und der weltweit großen Unterschiede in der praktischen Auslegung der Geldpolitik der nationalen Notenbanken, ergaben sich gestiegene Marktpreisschwankungen an den Finanzmärkten. Dies wiederum führte zu höheren Absicherungsbedürfnissen der Marktteilnehmer. Weitere Faktoren, die die Entwicklung des Handels mit Derivaten förderten, waren Änderungen im Banken-Aufsichtsrecht, die technologische Entwicklung, die Globalisierung sowie der steigende Wettbewerb zwischen den Finanzinstituten und den Börsen.
A Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die explosionsartige Entwicklung des Derivatehandels ein und definiert das Ziel der Arbeit, die komplexen IAS 39-Vorschriften zum Hedge Accounting zu systematisieren.
B Grundlagen des Derivategeschäfts: Hier werden historische Entwicklungen, verschiedene Derivate-Basistypen und deren finanzwirtschaftliche Verwendungsmöglichkeiten erläutert.
C Hedge Accounting nach IAS 39: Dieser Hauptteil untersucht die Bilanzierungsvorschriften, Anforderungen an Sicherungsbeziehungen sowie die verschiedenen Formen des Hedge Accounting.
D Portfolio Fair Value Hedge Accounting von Zinsänderungsrisiken: Analyse der speziellen Regelungen für Banken, die eine Portfolio-Bilanzierung von Zinsrisiken ermöglichen.
E Fair Value Option: Untersuchung der Fair Value-Option als mögliche Bilanzierungsalternative und deren Entwicklung unter der EU-Kommission.
F Zusammenfassung: Abschließende kritische Würdigung der Wirksamkeit und Praktikabilität der IAS 39-Regelungen.
IAS 39, Hedge Accounting, Derivate, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Zinsänderungsrisiko, Portfolio Fair Value Hedge, Fair Value Option, Risikomanagement, Jahresabschluss, Bilanzierung, Effektivitätstest, Sicherungsbeziehung, Portfolio Accounting, IASB.
Die Arbeit befasst sich mit der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) gemäß dem Standard IAS 39 und untersucht, wie Finanzinstrumente zur Risikosteuerung in der Rechnungslegung abgebildet werden.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen von Derivaten, der Systematik des Hedge Accounting, spezifischen Banken-Lösungen wie dem Portfolio Fair Value Hedge und der Diskussion um die Fair Value-Option.
Ziel ist es, die komplexen Vorschriften des IAS 39 zu systematisieren und kritisch zu hinterfragen, ob sie ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Finanzlage vermitteln und das interne Risikomanagement korrekt abbilden.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse der aktuellen Fachliteratur, Standards und Verordnungen (insbesondere der EU-Kommission) sowie der Aufarbeitung von Buchungsschemata in praktischen Beispielen.
Im Hauptteil (Teil C und D) werden die Anforderungen an Grund- und Sicherungsgeschäfte, die verschiedenen Hedge-Formen und die komplexen Berechnungsverfahren zur Effektivitätsmessung (prospektiv/retrospektiv) detailliert analysiert.
Kernbegriffe sind IAS 39, Hedge Accounting, Derivate, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Zinsänderungsrisiko sowie die Fair Value-Option.
Banken steuern ihre Zinsrisiken auf Macro-Ebene (Netto-Positionen). Die speziellen Portfolio-Hedge-Regelungen erlauben es ihnen, diese komplexen Risikopositionen bilanziell abzubilden, ohne jede einzelne Transaktion als Micro-Hedge behandeln zu müssen.
Der Autor kritisiert die hohe Komplexität, die restriktiven Anforderungskriterien für eine wirksame Designation und den administrativen Aufwand, der dazu führt, dass ökonomisch sinnvolle Sicherungsstrategien oft nicht bilanziell abgebildet werden können.
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