Examensarbeit, 2006
96 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Geschlechterdiskurs in der Sportpädagogik
2.1 Zum Begriff „Koedukation“
2.2 Koedukation im Sportunterricht
2.3 Geschlechtertypisierung im Kontext der peer-culture
3 Theoretische Grundlagen zum sozialen Lernen
4 Theoretische Grundlagen zur Unterrichtsmethode „Kooperatives Lernen“
4.1 Kooperatives Lernen als Chance im gegenwärtigen Schulalltag
4.2 Zur Begründung kooperativer Lernformen im Sportunterricht
4.3 Definition kooperativer Lernformen
4.4 Merkmale des kooperativen Lernens
4.4.1 Gemeinsames Gruppenziel
4.4.2 Spielraum für Entscheidungen
4.4.3 Individuelle Verantwortlichkeit in Bezug auf das Gruppenziel
4.4.4 Positive Interdependenz in Bezug auf den Lernprozess
4.5 Rahmenbedingungen für kooperatives Lernen
4.5.1 Zusammensetzung der Gruppe
4.5.2 Die Rolle der Schüler
4.5.2.1 Bereitschaft der Lernenden zur Kooperation
4.5.2.2 Individuelle Kompetenzen zur Kooperation
4.5.3 Die Rolle des Lehrers
4.5.3.1 Auswahl der Unterrichtsmethode
4.5.3.2 Aufgabenstellung
4.5.3.3 Begleiten der Lernprozesse
4.5.3.4 Ergebnissicherung der Lern- und Gruppenprozesse
4.6 Belohnungsstrukturen kooperativen Lernens
4.7 Positive Wirkungsaspekte des kooperativen Lernens in bisherigen Studien
4.8 Effekte kooperativen Lernens im Sportunterricht
4.9 Problemebenen kooperativen Lernens im Sportunterricht
4.10 Einsatzgebiete für kooperatives Lernen
5 Zur Studie „Analyse geschlechtstypischer Handlungsmuster beim kooperativen Lernen in einem peer-basierten Sportunterricht“ - Bisherige Befundlage -
5.1 Fragestellung und Untersuchungsansatz
5.2 Datenerhebung
5.3 Datenaufbereitung und -auswertung
5.4 Ergebnisdarstellung
5.4.1 Ergebnisse zu den Prozessvariablen (Fragestellung 1)
5.4.2 Ergebnisse zu den Wirkungsvariablen (Fragestellung 2)
5.5 Interpretation der bisherigen Ergebnisse
5.6 Offene Befundlage
6 Empirischer Untersuchungsansatz
6.1 Offene Fragestellung
6.2 Untersuchungsansatz
6.2.1 Begründung der qualitativen Vorgehensweise
6.2.2 Die Einzelfallanalyse
6.2.3 Untersuchungsgegenstand
7 Untersuchungsergebnisse
7.1 Beschreibung der Lerngruppen
7.1.1 Lerngruppe F1.
7.1.2 Lerngruppe B1.
7.2 Verlaufskizzen des Gruppengeschehens
7.2.1 Verlaufsskizze der Lerngruppe F1.
7.2.2 Entwicklungen innerhalb der Lerngruppe F1.
7.2.3 Verlaufsskizze der Lerngruppe B1.
7.2.4 Entwicklungen innerhalb der Lerngruppe B1.
7.3 Analyse des Gruppengeschehens
7.3.1 Auswahlkriterien für bestimmte Kinder
7.3.2 Auswahl der Schlüsselszenen
7.3.3 Lerngruppe F1.
7.3.3.1 Ausgewählte Kinder der Lerngruppe F1.
7.3.3.2 Begründung der Auswahl bestimmter Videosequenzen
7.3.3.3 Schlüsselszene
7.3.4 Lerngruppe B1.
7.3.4.1 Ausgewählte Kinder der Lerngruppe B1.
7.3.4.2 Begründung der Auswahl einer bestimmten Videosequenz
7.3.4.3 Schlüsselszene
7.4 Interpretation
8 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Sozialverhalten von Grundschulkindern beim Einsatz der Unterrichtsmethode „Kooperatives Lernen“ im Sportunterricht. Ziel ist es, basierend auf einer quantitativen Studie und einer ergänzenden qualitativen Einzelfallanalyse, Ursachen für ein häufig besseres Abschneiden von Mädchen bei der sozialen Interaktion in gemischtgeschlechtlichen Kleingruppen zu identifizieren und zu hinterfragen.
MZP 3 (30’-36’):
Zu Beginn der ersten ausgewählten Schlüsselszene der Lerngruppe F1. sind die Kinder am Üben. A. ist wieder übereifrig und versucht allen Kindern die Techniken des Handtandes beizubringen, da sie diesen bereits sehr gut beherrscht. L., der schwächere Junge des Teams versucht auch Hilfestellung zu leisten, obwohl er selber noch enorme Schwierigkeiten mit dem Handstand hat. Er kommt mit seinen Misserfolgen nicht wirklich zurecht, woraufhin er wegläuft. A. zitiert ihn zurück zur Gruppe und ruft: „L., komm mal her“.
Als L. wieder beim Team erscheint, gibt A. ihm den Tipp, mehr Mut und Glauben an sich zu haben. Das äußert sie ganz deutlich mit folgendem Satz: „Wenn du dir einredest, dass du es nicht schaffst, dann schaffst du es auch nicht. Wenn du aber sagst du schaffst es, dann schaffst du es auch!“ Beim nochmaligen Üben von L. unterstützt sie ihn erneut, indem sie ihm Tipps gibt, wie er seine Hände aufzusetzen hat: „Du musst auf deine Hände schauen.“
Sie versucht alles Erdenkliche damit die gesamte Gruppe den Handstand erlernt, was an dieser kurzen Szene des MZPes 3 besonders gut zu erkennen ist. Sie ist turnerisch begabt und kann sehr gut mit der neuen Lernsituation umgehen, wohingegen L. Probleme mit dem Ablauf bzw. dem Erlernen des Handstandes hat. Trotz alledem ist A. immer fair und versucht ihm gut zuzureden und zu helfen.
1 Einleitung: Stellt die Problematik der Koedukation im Sportunterricht dar und führt in die Fragestellung zur geschlechtsspezifischen Sozialinteraktion beim kooperativen Lernen ein.
2 Geschlechterdiskurs in der Sportpädagogik: Beleuchtet die historische Debatte um Koedukation und die damit verbundenen Herausforderungen für die Interaktionsstile von Mädchen und Jungen.
3 Theoretische Grundlagen zum sozialen Lernen: Definiert soziale Lernziele und die Rolle der Schule bei der Vermittlung von Sozialkompetenzen.
4 Theoretische Grundlagen zur Unterrichtsmethode „Kooperatives Lernen“: Beschreibt die Prinzipien, Merkmale und Rahmenbedingungen, die ein effektives kooperatives Lernen im Schulalltag ermöglichen.
5 Zur Studie „Analyse geschlechtstypischer Handlungsmuster beim kooperativen Lernen in einem peer-basierten Sportunterricht“ - Bisherige Befundlage -: Präsentiert die Ergebnisse des Forschungsprojektes zu geschlechtsspezifischen Verhaltensunterschieden in Grundschulklassen.
6 Empirischer Untersuchungsansatz: Begründet die Wahl einer qualitativen Einzelfallanalyse zur tieferen Untersuchung der Interaktionsprozesse.
7 Untersuchungsergebnisse: Liefert die detaillierte Analyse und Interpretation der beobachteten Lerngruppen anhand von Verlaufsskizzen und Schlüsselszenen.
8 Fazit und Ausblick: Führt die Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Bedeutung von Teamdynamik und Charakter als wesentliche Einflussfaktoren gegenüber geschlechtsstereotypen Zuschreibungen.
Kooperatives Lernen, Sportunterricht, Koedukation, Soziales Lernen, Geschlechtstypisierung, Peer-Culture, Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, Einzelfallanalyse, Interaktionsmuster, Grundschule, Handstand, Gruppenarbeit, Bildungsanspruch, Geschlechterrolle.
Die Arbeit untersucht, wie Mädchen und Jungen in gemischtgeschlechtlichen Teams beim kooperativen Lernen im Sportunterricht interagieren und ob dabei geschlechtsspezifische Verhaltensmuster auftreten.
Neben den theoretischen Grundlagen der Koedukation im Sport und dem Konzept des sozialen Lernens steht die Methode des kooperativen Lernens sowie deren praktische Umsetzung und empirische Überprüfung im Mittelpunkt.
Die Autorin geht der Frage nach, warum Mädchen im Bereich des sozialen Handelns in gemischtgeschlechtlichen Lerngruppen im Sportunterricht tendenziell besser abschneiden als Jungen.
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Überblick mit einer empirischen Auswertung. Der empirische Teil umfasst sowohl quantitative Datenerhebungen als auch eine qualitative Einzelfallanalyse mittels Videoauswertungen von Kleingruppen.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des kooperativen Lernens erarbeitet, anschließend die Ergebnisse einer umfangreichen Studie präsentiert und schließlich durch die detaillierte Einzelfallanalyse ausgewählter Lerngruppen ergänzt und interpretiert.
Wichtige Begriffe sind Kooperatives Lernen, Sportunterricht, Koedukation, Soziales Lernen, Geschlechtstypisierung, Teamfähigkeit sowie Soziale Kompetenzen.
Der Handstand diente als turnerisches Lernziel in der untersuchten Unterrichtsreihe, um die motorische Lernleistung und das soziale Verhalten der Schüler im kooperativen Kontext (z.B. Hilfestellung) beobachtbar zu machen.
Die Autorin schlussfolgert, dass die Teamdynamik und individuelle Charakterfaktoren oft einen stärkeren Einfluss auf das Verhalten haben als das biologische Geschlecht und dass geschlechtstypische Zuschreibungen nicht als starre Regeln zu verstehen sind.
In der Gruppe F1 gelang es den Mädchen, die Jungen konstruktiv in den Lernprozess einzubinden, während in der Gruppe B1 eine deutliche Spaltung der Geschlechter mit kaum stattfindender Kommunikation zu beobachten war.
Nein. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass diese Methode zwar wertvolle Potenziale bietet, jedoch nicht in jedem Fall Geschlechterkonflikte verhindert und in problematischen Fällen gezielte Interventionen durch die Lehrkraft erfordert.
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