Doktorarbeit / Dissertation, 2002
257 Seiten, Note: 2
Prolog: Eine Bestandsaufnahme
1 Ausgangslage
1.1 Textlinguistische Motivation
1.2 Problemstellung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Einschränkungen
1.5 Zielgruppe
2 Angaben zum Corpus
2.1 WWW als technische Plattform
2.2 Informationstexte als primäre Textsorte
2.3 Die Texte des Corpus’
3 Angaben zur Literaturlage
3.1 Literatur zu Hypertext
3.2 Literatur zur Textlinguistik
3.3 Literatur zu Textlinguistik und Hypertext
Teil A: Hypertext als Untersuchungsgegenstand
4 Hypertext: Ein historischer Abriß
4.1 Die Pioniere: Bush, Nelson und Engelbart
4.2 Der Durchbruch: Berners-Lee und das WWW
5 Text, E-Text, Hypertext und Hypertext-Netz
5.1 Abgrenzung Text vs. Teiltext, Hypertext vs. Knoten
5.2 Abgrenzung E-Text, Hypertext und Hypertext-Netz
6 Komponenten eines Hypertextes
6.1 Allgemein
6.2 Komponente I: Knoten
6.2.1 Struktur
6.2.2 Inhalt und Größe
6.2.3 Darstellungsform
6.2.4 Knoten-Typen
6.3 Komponente II: Links
6.3.1 Allgemeine Eigenschaften
6.3.2 Formale Unterscheidungsmöglichkeiten
6.3.3 Inhaltliche Unterscheidungsmöglichkeiten
6.3.4 Unterscheidung nach dem Travesierungsverhalten
6.3.5 Kritik der Link-Typologie
6.4 Navigations- und Orientierungskomponenten
6.4.1 Textsequenzierung, Navigation und Browsing
6.4.2 Orientierungsprobleme und kognitive Mehrbelastung
6.4.3 Traditionelle Orientierungshilfen
6.4.4 Verzeichnisse
6.4.5 Metainformationen
6.4.6 Typographische Auszeichnungen
6.4.7 Hypertext-spezifische Orientierungs- und Navigationshilfen
6.4.8 Browser-Software
6.4.9 Backtracking, Historie, Bookmarks
6.4.10 Graphische Übersichten
6.4.11 Anfrage- bzw. Suchmechanismen: Information Retrieval
6.4.12 Guided Tours
7 Zusammenfassung: Hypertexte im WWW
Teil B: Ein Textlinguistisches Analysemodell für Hypertexte (TAH)
8 Textdefinitionen
8.1 Text als vorwissenschaftliche Größe
8.2 Text: Produkt und Produktion
8.3 Die Entwicklung des Terminus’ Text
8.4 Exkurs: Einheiten zwischen Text und Satz
9 Textualitätskriterien
9.1 Kohäsion
9.2 Kohärenz
9.2.1 Kohärenz im Hypertext
9.2.2 Exkurs: Kohärenzerzeugung durch Schemata
9.3 Intentionalität
9.4 Akzeptabilität
9.5 Informativität
9.6 Situationalität
9.7 Intertextualität
9.8 Zusammenfassung
10 Dimensionen einer textlinguistischen Analyse
10.1 Allgemein
10.2 Kontextuelle Bedingungen
10.2.1 Kommunikationsform
10.2.2 Handlungsbereich
10.3 Textfunktion
10.4 Textstruktur
10.5 Textsorte
11 Paratextuelle Elemente
11.1 Traditionelle paratextuelle Elemente von Texten
11.2 Paratextuelle Elemente von Hypertexten
12 Makrostruktur und Makrostrukturanalyse
12.1 Allgemeines: Textthema und Makrostruktur
12.2 Exemplarische Makrostrukturanalyse eines Hypertextes
13 Referenzstruktur und referentielle Bewegung
13.1 Referenzbeziehungen in Texten
13.2 Modell der referentiellen Bewegung
13.3 Referentielle Bewegung in Hypertexten
13.4 Die Rolle der Quaestio
14 Zusammenfassung: Das Analysemodell TAH
14.1 Ausrichtung und Vorteile des Analysemodells
14.2 Einschränkungen
14.3 Überblicksdarstellung von TAH
14.4 Anmerkungen zu den Untersuchungsebenen
14.4.1 Anmerkungen zur Ebene Hypertext
14.4.2 Anmerkungen zu den Ebenen Knoten, Absatz und Satz
14.4.3 Anmerkungen zur Ebene Link
Teil C: Fallbeispiel – Typisierte Links
15 Technische Voraussetzungen: Links im WWW
15.1 Datenhaltung, Zwischenschicht und Oberflächenstruktur
15.1.1 Von HTML zum Semantic Web
15.1.2 Die Ebenen einer Link-Typisierung
15.1.3 Die Oberflächenstruktur als Problembereich der Untersuchung
15.2 Linking in HTML und XML
15.2.1 HTML als SGML-Anwendung
15.2.2 HTML als XML-Anwendung
15.2.3 Das Hyperlink-Modell von XML: Xlink
15.2.4 Implementierung typisierter Links im Corpus’
15.2.5 Mögliche zukünftige Implementierungen
16 Vokabularien typisierter Links
16.1 Problemstellung
16.2 Linguistische Ansätze
16.2.1 Relation Element Theory
16.2.2 Rhetorical Structure Theory
16.3 Hypertext-spezifische Ansätze
16.3.1 Allgemeine Anmerkungen und kleine Pilotstudie
16.3.2 Typisierte Links in älteren Hypertext-Systemen
16.3.3 Typisierte Links in HTML
16.4 Zusammenfassung: Geeignete Vokabularien
17 Analyse des Corpus' mit Hilfe von TAH
17.1 Vorbemerkung zur Analyse
17.2 Allgemeine, exemplarische Analyse des Corpus’
17.2.1 Kontextuelle Aspekte
17.2.2 Kommunikativ-funktionale Aspekte
17.2.3 Konventionelle Aspekte
17.2.4 Strukturelle und paratextuelle Aspekte
17.2.5 Intertextuelle Aspekte
17.3 Analyse der Typisierten Links
17.3.1 Analyse der proprietären Codierung von SELF
17.3.2 Analyse der proprietären Codierung von SELF8
17.3.3 Analyse der proprietären Codierung von GRAMMIS
17.3.4 Analyse der proprietären Codierung von SPORT1
17.3.5 Versuch einer RST-Codierung des Corpus’
17.3.6 Versuch einer Codierung des Corpus’ mit Hilfe des Dublin Core
17.3.7 Versuch einer Codierung des Corpus’ mit Hilfe des rel-Attributs
17.4 Zusammenfassung: Auswertung der Ergebnisse
17.4.1 Aussagen zur Methode
17.4.2 Aussagen zu inhaltlichen Fragestellungen bzgl. der Ebene Link
Epilog: Einsatzmöglichkeiten des TAH
Das Hauptziel dieser Dissertation ist die Entwicklung und Anwendung eines textlinguistischen Analysemodells für Hypertexte, dem sogenannten "Textlinguistisches Analysemodell für Hypertexte" (TAH). Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit linguistische Methoden dazu beitragen können, die Navigation in Hypertexten durch die Verwendung von semantisch, logisch oder rhetorisch typisierten Links zu optimieren und kognitive Mehrbelastungen für den Nutzer zu reduzieren.
Die Pioniere: Bush, Nelson und Engelbart
Nach allgemeiner Meinung begründete Vannevar Bush mit seinem 1945 veröffentlichten Artikel As we may think (Bush 1945) seine Position als „Vater des Hypertext-Konzepts “ (Gerdes 1997 S. 1 [Auszeichnung im Original]). Bush entwirft hier ein futuristisches System namens Memex, mit dem Information in der Form gespeichert werden kann, wie es heute auch für Hypertexte üblich ist:
„Consider a future device for individual use, which is a sort of mechanized private file and library. It needs a name, and, to coin one at random, "memex" will do. A memex is a device in which an individual stores all his books, records, and communications, and which is mechanized so that it may be consulted with exceeding speed and flexibility. It is an enlarged intimate supplement to his memory. [...]
Thereafter, at any time, when one of these items is in view, the other can be instantly recalled merely by tapping a button below the corresponding code space. Moreover, when numerous items have been thus joined together to form a trail, they can be reviewed in turn, rapidly or slowly, by deflecting a lever like that used for turning the pages of a book. It is exactly as though the physical items had been gathered together from widely separated sources and bound together to form a new book. It is more than this, for any item can be joined into numerous trails.“
1 Ausgangslage: Einführung in die textlinguistische Relevanz von Hypertexten und Darlegung des Forschungsanliegens.
2 Angaben zum Corpus: Festlegung des Korpus, bestehend aus SelfHTML, Grammis, Sport1 und dem W3C-Angebot.
3 Angaben zur Literaturlage: Überblick über den aktuellen Forschungsstand in den Bereichen Hypertext-Theorie und Textlinguistik.
4 Hypertext: Ein historischer Abriß: Geschichtliche Entwicklung von den frühen Visionen bis zum WWW.
5 Text, E-Text, Hypertext und Hypertext-Netz: Theoretische Abgrenzung der verschiedenen digitalen Textformen.
6 Komponenten eines Hypertextes: Systematische Zerlegung und Definition der Grundbausteine eines Hypertextes (Knoten und Links).
7 Zusammenfassung: Hypertexte im WWW: Synthese der theoretischen Ergebnisse aus Teil A.
8 Textdefinitionen: Diskussion des Textbegriffs und Etablierung einer kommunikativ-funktionalen Definition.
9 Textualitätskriterien: Kritische Untersuchung der Kriterien für die Konstitution von Texten im Kontext digitaler Medien.
10 Dimensionen einer textlinguistischen Analyse: Einführung der Analysekategorien für Textstruktur und Textsorte.
11 Paratextuelle Elemente: Analyse der Rahmenbedingungen und nicht-textuellen Elemente von Hypertexten.
12 Makrostruktur und Makrostrukturanalyse: Methode zur Identifikation des Textthemas.
13 Referenzstruktur und referentielle Bewegung: Untersuchung der internen Verknüpfungen von Referenzbereichen.
14 Zusammenfassung: Das Analysemodell TAH: Zusammenführung der theoretischen Methoden zum Analysemodell TAH.
15 Technische Voraussetzungen: Links im WWW: Technische Analyse der Implementierungsmöglichkeiten für Links (HTML, XML, Xlink).
16 Vokabularien typisierter Links: Vorstellung und Bewertung linguistischer und informationswissenschaftlicher Ansätze zur Link-Klassifizierung.
17 Analyse des Corpus' mit Hilfe von TAH: Empirische Anwendung des TAH auf das gewählte Korpus zur Evaluierung der Link-Typisierung.
Textlinguistik, Hypertext, Internet, WWW, HTML, XML, Xlink, Link-Typisierung, Textualität, Kohäsion, Kohärenz, Navigation, Wissensrepräsentation, Semantik, Information Retrieval.
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit textlinguistischer Methoden auf elektronische Hypertexte. Dabei wird ein Analysemodell (TAH) entwickelt, um Strukturen und Funktionen hypertextueller Netze wissenschaftlich zu beschreiben.
Die zentralen Felder sind die textlinguistische Definition von Hypertexten, die Untersuchung von deren Komponenten (Knoten und Links) sowie die Erarbeitung eines Klassifizierungssystems für typisierte Links.
Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse der "Oberflächenstruktur" von Hypertexten zu zeigen, wie durch semantisch oder funktional typisierte Links die Navigation und das Verständnis für den Nutzer verbessert werden können.
Es wird eine Top-Down-Analyse verwendet, die kontextuelle Bedingungen, kommunikative Funktionen und Textstrukturen in ein standardisiertes Beschreibungsmodell (TAH) überführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Textdefinition, Textualitätskriterien) und einen praktischen Fallbeispiel-Teil, in dem verschiedene Vokabularien für Link-Typen auf ein Korpus aus WWW-Hypertexten angewendet werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Textlinguistik, Hypertext, Navigation, Semantik und Link-Typisierung charakterisiert.
Knoten sind die elementaren Informationseinheiten (Textkörper), während Links die navigierbaren Verbindungen zwischen diesen Knoten darstellen, die im Modell als "informationelle Funktionen" näher spezifiziert werden.
Die RST wird als ein möglicher theoretischer Ansatz zur Typisierung von Links geprüft, zeigt jedoch im praktischen Fallbeispiel Schwächen, da sie zu stark auf rhetorische Strukturen fokussiert und weniger auf die mediale Realisierung von Links im WWW.
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