Diplomarbeit, 2005
231 Seiten, Note: 1,00
1. EINLEITUNG
1.1 Motivation und Anliegen
1.2 Fragestellungen und Ziele
1.3 Geschlechtergerechte Sprache
1.3.1 Richtlinien für geschlechtergerechten Sprachgebrauch
1.3.2 Das generische Maskulinum
1.3.3 Geschlechtergerechte Sprache in der Institution Schule
2. ANNÄHERUNGEN AN DAS FORSCHUNGSFELD
2.1 Begriffsbestimmungen – Begriffe und Positionen aus geschlechterbewusster Sicht
2.1.1 Geschlecht
2.1.1.1 Geschlecht als soziale Strukturkategorie
2.1.1.2 Geschlechterhierarchie
2.1.1.3 Geschlechtsspezifische Sozialisation – Geschlechterrolle, Geschlechtsidentität, Geschlechtsrollenstereotypen
2.1.1.3.1 Hegemoniale Männlichkeit – subdominante Weiblichkeit
2.1.1.4 Doing gender
2.1.2 Koedukation
2.1.2.1 „Bloße“ Koedukation (unreflektierte Koedukation)
2.1.2.2 Bewusste Koedukation
2.1.3 Geschlechtssensible, Geschlechterbewusste und Geschlechtsbezogene Pädagogik – Geschlechtergerechte Pädagogik
2.1.4 Geschlechterhierarchie im Schulalltag – der heimliche Lehrplan
2.1.4.1 Der heimliche Lehrplan in den Schulbüchern
2.1.5 Defizitär, different, anerkannt different, egalitär? Von der Forderung nach Gleichheit zur Entwicklung eines demokratischen Differenzbegriffs
2.2 Das Forschungsfeld
2.2.1 Überblick über den Forschungsstand
2.2.1.1 Die Geschlechterthematik in der Erziehungswissenschaft
2.2.2 Entwicklung der Koedukation
2.2.2.1 Von der Mädchenbildung zur Koedukation – Frauen und Bildung in Österreich
2.3 Der Forschungsgegenstand
2.3.1 Gesetzliche Grundlagen
2.3.1.1 Das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“
2.3.1.1.1 Entstehung, Entwicklung und Ziele des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“
2.3.1.1.2 Das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung ...“ in der LehrerInnenbildung
2.3.1.1.2.1 Abwehrhaltungen und Widerstände
2.3.2 Didaktischer Grundsatz „Bewusste Koedukation“
2.3.3 Aktionspläne
2.3.3.1 Aktionsplan 2000
2.3.3.2 Aktionsplan 2003
2.3.4 Gender Mainstreaming
2.3.4.1 Gender Mainstreaming in der Schule
2.4 Zwischenbetrachtung – Zwischenresümee
3. FORSCHUNGSDESIGN
3.1 Methodologie und Methode, Begründung und Konsequenzen
3.2 Forschungshypothese
4. „BEWUSSTE KOEDUKATION?“ – INTERAKTIONSSTUDIE
4.1 Anlage
4.2 Erste Beobachtungssequenz: Ergebnisse
4.3 Zweite Beobachtungssequenz: Ergebnisse
4.4 Erstes Resümee
5. GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK UNTER DIE LUPE GENOMMEN – FRAGEBOGENUNTERSUCHUNG
5.1 Anlage
5.1.1 Fragebogendesign
5.1.1.1 Probebefragungen
5.1.1.2 Vom Entwurf zum fertigen Fragebogen – Veränderungen
5.1.1.2.1 Veränderungen des Fragenprogramms (Themenbereiche)
5.1.1.2.2 Veränderungen des Fragebogenumfangs
5.1.1.2.3 Veränderungen der Itemformulierung
5.1.1.2.4 Veränderungen der Fragenarten
5.1.1.2.5 Veränderungen der Antwortformate
5.1.1.2.6 Veränderungen der Reihenfolge der Fragen
5.1.2 Auswahl der Stichprobe
5.1.3 Standardisierung der Befragungssituation – das Setting
5.1.3.1 Ansprechen der Proband/inn/en
5.1.3.2 Anschreiben und Dank
5.2 Durchführung der Untersuchung – Auswertung und Ergebnisse
5.2.1 Kodierung und Dateneingabe
5.2.2 Die Stichprobe
5.2.2.1 Bereitschaft zur Teilnahme – die Rücklaufquote
5.2.2.2 Demografische Daten
5.2.2.3 Untersuchungszeitraum
5.3 Darstellung der Untersuchungsergebnisse
5.3.1 Bekanntheit des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung ...“
5.3.2 Bewertung der Wichtigkeit des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung ...“
5.3.3 Themenbezogene Fortbildung
5.3.3.1 Seminarangebote des PI-Wien
5.3.3.2 Teilnahme an Seminaren zu Genderfragen
5.3.4 Interesse der befragten LehrerInnen an Genderfragen und Geschlechtergerechter Pädagogik
5.3.4.1 Interesse an Genderfragen im Sinne des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung ...“ im schulischen Umfeld
5.3.4.2 Interesse an Gleichstellung, -berechtigung, Genderfragen, ...
5.3.4.3 Interesse an Erziehung zur Gleichstellung als Ja-/Nein-Frage
5.3.4.4 Interesse an Literatur zum Thema
5.3.5 Umsetzung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung ...“ – Projekte, Maßnahmen, Konzepte an Wiener Volksschulen
5.3.5.1 Initiativen oder Projekte zu Geschlechtssensibler Pädagogik, Bewusster Koedukation oder Buben- bzw. Mädchenarbeit
5.3.5.2 Vertrautheit mit den Begriffen Geschlechtssensible Pädagogik, Bewusste Koedukation, Erziehung zur Gleichstellung, ...
5.3.5.3 Das Unterrichtsprinzip „Erziehung zur Gleichstellung ...“ als relevantes Thema in der Schule
5.3.6 „Typisch Bub?“ „Typisch Mädchen?“
5.3.6.1 Fragendesign
5.3.6.2 Wahrnehmung von Unterschieden im Verhalten von Buben und Mädchen
5.3.6.3 Buben- und Mädchenbilder in der Wahrnehmung der befragten LehrerInnen
5.3.6.4 Förderung von Buben und Mädchen
5.3.7 Geschlechtergerechte Sprache in der Schule
5.3.8 Gespräche über Genderfragen in der Schule
5.3.9 Beim Wort genommen – Persönliche Stellungnahmen der befragten LehrerInnen zu Hindernissen und/oder Erfordernissen in der Umsetzung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“
5.3.9.1. Erforderliche Veränderungen
5.3.9.2 Hindernisse in der Umsetzung
5.3.9.3 „Was ich sonst noch sagen möchte“
5.3.9.4 Dimensionen der Veränderung für eine Erziehung zur Gleichstellung – Ergebnisse aus den persönlichen Stellungnahmen der befragten LehrerInnen
5.4 Zweites Resümee
6. ERZIEHUNG ZUR GLEICHSTELLUNG – ABER WIE? GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK IN DER PRAXIS
6.1 Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern
6.2 Entwicklung von Geschlechterkompetenz
6.3 Ziele und Inhalte Geschlechtssensiblen Unterrichtens – Geschlechtergerechte Didaktik
6.4 Techniken Geschlechtssensiblen Unterrichtens – Geschlechtergerechte Methodik
6.5 Gender Mainstreaming in der Praxis am Beispiel zweier Wiener Volksschulen
6.5.1 Integrative Lernwerkstatt Brigittenau
6.5.1.1 Hintergründe
6.5.1.2 Zielsetzungen, Inhalte, Umsetzungsformen
6.5.1.3 Ressourcen
6.5.1.4 Ergebnisse, Probleme, Widersprüche
6.5.2 Partnerschaftliches Arbeiten in der Volksschule
6.5.2.1 Hintergründe
6.5.2.2 Zielsetzungen, Inhalte, Umsetzungsformen
6.5.2.3 Ressourcen
6.5.2.4 Ergebnisse, Probleme, Widersprüche
7. SCHLUSSWORT
8. QUELLENANGABEN
8.1 Literaturverzeichnis
8.2 Andere Veröffentlichungen: Broschüren, Informationsblätter, Verordnungen
8.3 Quellenverzeichnis Internet
8.3.1 Internetquellen: Personen
8.3.2 Internetquellen: Institutionen
Die Diplomarbeit untersucht die praktische Umsetzung des Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ an Wiener Volksschulen, um zu prüfen, ob und wie Geschlechtssensible Pädagogik den Unterrichtsalltag beeinflusst und welche Faktoren eine Implementierung fördern oder behindern.
2.1.1 Geschlecht
Das Wort Geschlecht, so selbstverständlich es für den täglichen Sprachgebrauch ist und so klar dessen Bedeutung i.A. erscheinen mag, muss in Bezug zur Genderthematik differenzierter betrachtet werden.
Das Alltagswissen von Geschlecht stellt einen direkten und untrennbaren Zusammenhang zwischen angeborenem, biologischem Geschlecht und dem Erscheinungsbild und Wesen des jeweiligen Geschlechts (Aussehen, Eigenschaften, Fähigkeiten, Interessen u.a.) her – gemeinhin gilt: „Buben sind halt so!“ „Sie ist halt ein Mädchen!“, wofür alleiniges Zuordnungskriterium die bei der Geburt vorhandene anatomisch körperliche Ausstattung ist.
In der Auseinandersetzung mit dem Geschlecht im wissenschaftlichen Sinn und im Rahmen des Genderdiskurses, ist darunter jedoch nicht das biologische Geschlecht (sex) zu verstehen, sondern es ist das „soziale Geschlecht“ = Gender (aus dem Englischen entlehnter und anfänglich nur in wissenschaftlichen Publikationen verwendeter Terminus) gemeint. Im Zusammenhang mit Geschlechterfragen versteht man darunter im Unterschied zu „sex“, der körperlichen Ausprägung von Geschlecht, die sozialen, seelischen und geistigen Ausprägungen männlicher bzw. weiblicher Individuen in einem bestimmten gesellschaftlichen Umfeld. Das Geschlecht ist diesem Verständnis nach nicht bloß eine Frage der Gene, biologischer oder hormoneller Einflussfaktoren, sondern die Entwicklung zu Frauen und Männern wird durch soziale und kulturelle Faktoren beeinflusst, geformt und determiniert.
1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Motivation für die Arbeit dar und formuliert die zentrale Fragestellung, wie das Unterrichtsprinzip zur Gleichstellung an Wiener Volksschulen umgesetzt wird.
2. ANNÄHERUNGEN AN DAS FORSCHUNGSFELD: Dieser Teil definiert grundlegende Begriffe wie Geschlecht, Koedukation und Geschlechterhierarchie aus einer geschlechterbewussten Perspektive und gibt einen Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand.
3. FORSCHUNGSDESIGN: Die Autorin beschreibt ihre methodische Vorgehensweise, die eine Kombination aus einer qualitativen Interaktionsstudie und einer quantitativen Fragebogenuntersuchung darstellt.
4. „BEWUSSTE KOEDUKATION?“ – INTERAKTIONSSTUDIE: Diese Interaktionsstudie analysiert mittels teilnehmender Beobachtung das Verhalten von Lehrkräften in einer Volksschulklasse, um Unterschiede im Umgang mit Buben und Mädchen aufzuzeigen.
5. GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK UNTER DIE LUPE GENOMMEN – FRAGEBOGENUNTERSUCHUNG: Hier werden die Ergebnisse der Befragung von Lehrkräften zu ihrer Kenntnis, Bewertung und praktischen Umsetzung des Unterrichtsprinzips sowie zu ihrer persönlichen Haltung dargestellt.
6. ERZIEHUNG ZUR GLEICHSTELLUNG – ABER WIE? GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK IN DER PRAXIS: Die Autorin zeigt anhand praktischer Beispiele auf, wie Geschlechtssensible Pädagogik gestaltet werden kann und betont die Notwendigkeit einer reflexiven Professionalisierung der Lehrkräfte.
7. SCHLUSSWORT: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass eine tiefgreifende Implementierung der Gleichstellung derzeit fehlt, aber Ansätze für zukünftige Verbesserungen erkennbar sind.
Geschlechtssensible Pädagogik, Bewusste Koedukation, Unterrichtsprinzip, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Mainstreaming, Wiener Volksschulen, LehrerInnenfortbildung, Geschlechterrolle, Sozialisation, Geschlechterhierarchie, Schulentwicklung, Feministische Schulforschung, Doing Gender, Chancengleichheit.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung des österreichischen Unterrichtsprinzips „Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern“ an Wiener Volksschulen und hinterfragt, inwieweit dieses in der täglichen Schulpraxis tatsächlich gelebt wird.
Zentrale Felder sind die Geschlechtssensible Pädagogik, die Debatte um Koedukation, Gender Mainstreaming im schulischen Kontext sowie die Analyse von Geschlechterstereotypen und Hierarchien im Lehrer-Schüler-Interaktionsgeschehen.
Das Hauptziel ist es zu erheben, wie es um den aktuellen Stand der Gleichstellungserziehung in der Praxis bestellt ist und welche Faktoren, wie beispielsweise Wissen oder Haltung der Lehrkräfte, die Umsetzung dieses Unterrichtsprinzips beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz: Einerseits wurden teilnehmende Beobachtungen in einer Volksschulklasse (Interaktionsstudie) durchgeführt, andererseits eine schriftliche Fragebogenuntersuchung unter Wiener Volksschullehrerinnen und -lehrern ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Fachbegriffe und Forschungsstände sowie einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der eigenen Untersuchungen kritisch präsentiert und mit dem theoretischen Diskurs verknüpft werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem „Geschlechtssensible Pädagogik“, „Bewusste Koedukation“, „Gender Mainstreaming“, „Sozialisation“ sowie der „heimliche Lehrplan“, der die unbewusste Weitergabe von Geschlechterrollen in Schulen beschreibt.
Die Arbeit macht deutlich, dass neben einem großen Informationsmangel über das Unterrichtsprinzip vor allem strukturelle Probleme wie Ressourcenmangel und eine teilweise Abwehrhaltung seitens des Lehrpersonals gegenüber Gender-Themen die Umsetzung massiv erschweren.
Die Untersuchung zeigt, dass das Unterrichtsprinzip an Wiener Volksschulen weitgehend unbekannt ist und kaum aktiv umgesetzt wird, wobei die vorherrschende „bloße“ Koedukation oft unbeabsichtigt tradierte Geschlechterrollen eher verstärkt als abbaut.
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