Masterarbeit, 2005
60 Seiten, Note: sehr gut
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Die Binge Eating Disorder (BED): Ein kurzer Überblick
2.2 ‚Food craving’: Die emotionale Reaktion auf konditionierte Stimuli
2.2.1 ‚Cue reactivity’-Messung: Die psychophysiologische Messung des ‚Craving’
2.2.2 Zucker und Fett: Der sichere Weg zum ‚Food craving’
2.2.3 Visuelle und olfaktorische Stimuli als Auslöser des ‚Craving’
2.3 BED und Übergewicht
2.4 Valenz und Arousal: Die grundlegenden Dimensionen der Emotionen
3 FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN
4 METHODE
4.1 Stichprobe
4.2 Untersuchungsdesign
4.2.1 Duftprofil
4.2.2 Bilderprofil
4.2.3 Die Faktoren Geschmacksrichtung und Fettgehalt
4.3 Gemessene Variablen
4.3.1 Psychophysiologische Variablen
4.3.2 Subjektive Ratingvariablen
4.4 Materialien
4.5 Ablauf der Untersuchung
4.6 Datenreduktion
4.7 Statistische Analyse
5 ERGEBNISSE
6 DISKUSSION
6.1 Zucker und Fett und deren Einfluss auf das ‚Food craving’
6.2 Der Zusammenhang zwischen ‚Food craving’ und Übergewicht
6.3 Visuelle versus olfaktorische Nahrungsmittelstimuli
6.4 Grenzen der Studie und Zukunftsperspektiven
7 LITERATURVERZEICHNIS
Die vorliegende Masterarbeit untersucht bei übergewichtigen Patientinnen mit der Diagnose Binge Eating Disorder (BED), wie visuelle und olfaktorische Nahrungsmittelstimuli (differenziert nach Fettgehalt und Geschmacksrichtung) das sogenannte ‚Food craving‘, die Valenz und die körperliche Aktivierung (Arousal) beeinflussen.
2.2 ‚Food craving’: Die emotionale Reaktion auf konditionierte Stimuli
Wie bereits erwähnt, essen Patienten mit einer BED während eines Essanfalls wesentlich schneller und bis zu einem unangenehmen Völlegefühl (APA, 1994). Man könnte daher vermuten, dass die Betroffenen vor Essensbeginn einen grossen Hunger empfinden, dessen Ausmass im Überessen endet. Dies ist jedoch nicht so. Die Betroffenen essen diese grossen Mengen, obwohl sie meistens gar keinen Hunger empfinden (APA, 1994). Doch was verleitet die Betroffenen dann dazu, ohne Hungergefühl soviel zu essen?
Es gibt Hinweise darauf, dass konditionierte Stimuli zur Auslösung von Essanfällen führen (Jansen, 1998; Wardle, 1990). Das lerntheoretische Modell des ‚Binge Eating’ besagt, dass durch einen Konditionierungsprozess Stimuli, die dem Essanfall regelmässig vorangehen, wie beispielsweise der Anblick, der Geruch oder der Geschmack der während des Essanfalls gegessenen Nahrungsmittel, systematisch mit dem aktuellen Essanfall gekoppelt werden. Die so entstandene Assoziation zwischen vorangehenden Stimuli und der ‚Binge’-Nahrung führt dazu, dass diese konditionierten Stimuli zu Vorboten der Essanfälle werden und alleine durch ihre Anwesenheit Essanfälle auslösen können (siehe Abbildung 1). Während der Konfrontation mit den konditionierten Stimuli stellt sich der Körper der betroffenen Person auf einen Essanfall ein. Es werden physiologische Prozesse in Gang gesetzt, die den Körper auf die immense Nahrungsaufnahme vorbereiten sollen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Symptomatik der Binge Eating Disorder (BED) und die Rolle des ‚Food craving‘ als Auslöser für Essanfälle.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Detaillierte Erläuterung des Forschungsstandes zu BED, Konditionierungsprozessen, dem Einfluss von Nährstoffen auf das Essverhalten sowie den physiologischen Grundlagen von Emotionen.
3 FRAGESTELLUNGEN UND HYPOTHESEN: Definition der zentralen Untersuchungsfragen bezüglich der Wirkung von Nahrungsmittelstimuli auf BED-Patientinnen unter Berücksichtigung von Modalität und Übergewicht.
4 METHODE: Beschreibung der untersuchten Stichprobe, des experimentellen Untersuchungsdesigns mit Duft- und Bilderprofil sowie der eingesetzten psychophysiologischen Messverfahren.
5 ERGEBNISSE: Darstellung der statistischen Auswertungen bezüglich der subjektiven Ratings und psychophysiologischen Reaktionen in Bezug auf die aufgestellten Hypothesen.
6 DISKUSSION: Interpretation der Studienergebnisse im Hinblick auf den Einfluss von Fett und Zucker auf das ‚Food craving‘, die Rolle des Übergewichts sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Stimulus-Modalitäten.
7 LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der im Rahmen der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen.
Binge Eating Disorder, BED, Food craving, Konditionierte Stimuli, Cue reactivity, Psychophysiologie, Valenz, Arousal, Ernährung, Fettgehalt, Geschmacksrichtung, Visuelle Stimuli, Olfaktorische Stimuli, Übergewicht, BMI
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren (wie Anblick oder Geruch von Nahrungsmitteln) das sogenannte ‚Food craving‘ bei Frauen mit einer Binge Eating Disorder auslösen und wie der Körper psychophysiologisch darauf reagiert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erforschung der emotionalen und körperlichen Reaktion auf Nahrungsmittelreize, dem Einfluss von Fettgehalt und Geschmacksrichtung sowie der Bedeutung der Stimulus-Modalität (Duft vs. Bild).
Ziel ist es, die auslösenden Faktoren von Essanfällen bei BED-Patientinnen besser zu verstehen, um dadurch konfrontative Therapieansätze effizienter gestalten zu können.
Es wird ein experimentelles Design angewendet, bei dem Probandinnen sowohl olfaktorische als auch visuelle Reize bewerten müssen, während gleichzeitig psychophysiologische Parameter wie Herzrate, EMG und elektrodermale Aktivität gemessen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theorieübersicht, die detaillierte Methodenbeschreibung der Untersuchungsparadigmen, die statistische Auswertung der Ergebnisse und eine ausführliche Diskussion der Befunde.
Wichtige Begriffe sind Binge Eating Disorder, Food craving, Cue reactivity, Valenz, Arousal, psychophysiologische Messung und das Zusammenspiel von visuellen und olfaktorischen Stimuli.
Die Autorin untersucht, ob ein höherer BMI mit einer veränderten affektiven Reaktion auf Nahrungsmittelstimuli einhergeht, um zu prüfen, ob das Ausmass des Übergewichts als Kovariable die emotionale Verarbeitung beeinflusst.
Die Studie deutet darauf hin, dass olfaktorische Stimuli schlechter identifizierbar sind und im Vergleich zu visuellen Reizen eine andere emotionale Qualität aufweisen, was die klinische Arbeit mit Düften in der Therapie erschweren könnte.
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