Examensarbeit, 2004
146 Seiten, Note: 1,0
0 EINLEITUNG
1 THEORETISCHER HINTERGRUND
1.1 DIE METHODE FALLSTUDIE
1.2 AUTISMUS
1.2.1 Begriff und Diagnose Autismus
1.2.1.1 Der frühkindliche Autismus
1.2.1.2 Autistische Psychopathie
1.2.1.3 Atypischer Autismus
1.2.2 Ursachen für die Entstehung von Autismus
1.2.3 Kinder und Jugendliche mit einer autistischen Behinderung im Unterricht
2 ZUR METHODE DER DATENERHEBUNG
3 DER ÖKOSYSTEMISCHE ANSATZ
3.1 DAS MAKROSYSTEM
3.2 DAS EXOSYSTEM
3.3 DAS MESOSYSTEM
3.4 DAS MIKROSYSTEM
4 BEDINGUNGEN DER INTEGRATION VON CLAUDIA
4.1 BEDINGUNGEN DER INTEGRATION VON CLAUDIA IM MAKROSYSTEM
4.1.1 Die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz
4.1.2 Das Schulgesetz von Berlin
4.1.3 Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung und der Einsatz der Schulhelfer
4.1.4 Das Berliner Modell
4.2 BEDINGUNGEN DER INTEGRATION VON CLAUDIA IM EXOSYSTEM - DIE SCHULE
4.2.1 Aufbau der Schule
4.2.2 Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern an der Hauptschule
4.3 BEDINGUNGEN DER INTEGRATION VON CLAUDIA IM MESOSYSTEM
4.3.1 Die Mitschüler und Mitschülerinnen
4.3.2 Die Klassenlehrerinnen
4.3.3 Die Schulhelfer
4.3.4 Der Unterricht
4.4 DAS MIKROSYSTEM – CLAUDIA
4.4.1 Die Vorschulzeit
4.4.2 Die Grundschulzeit
5 ENTWICKLUNG DER KLASSE IN VIER GEMEINSAMEN JAHREN
5.1 CLAUDIAS ENTWICKLUNG AN DER HAUPTSCHULE
5.1.1 Claudias Entwicklung im Unterricht
5.1.2 Entwicklung der sozialen Kompetenzen Claudias
5.1.3 Selbsteinschätzung Claudias – Formulierung eigener Bedürfnisse
5.2 VIER JAHRE IM RÜCKBLICK - ERFAHRUNGEN DER SCHÜLER UND LEHRERINNEN
6 ZUSAMMENFASSUNG
8 ANHANG
8.1 INTERVIEWS MIT DEN SCHÜLERN DER KLASSE
8.1.1 Interview 1: MARCEL
8.1.2 Interview 2: ANDREA
8.1.3 Interview 3: AXEL
8.1.4 Interview 4: MARIE
8.1.5 Interview 5: BERND
8.1.6 Interview 6: KLAUS
8.1.7 Interview 7: OLIVER
8.1.8 Interview 8: DIANA
8.1.9 Interview 9: DANIEL
8.1.10 Interview 10: STEFAN
8.1.11 Interview 11: KERSTIN
8.1.12 Interview 12: KATHI
8.1.13 Interview 13: CLAUDIA
8.2 INTERVIEW MIT DEN BEIDEN KLASSENLEHRERINNEN FRAU WESTERMANN UND FRAU HEINRICH
Die Arbeit untersucht die sechsjährige schulische Integration eines autistischen Mädchens in einer Berliner Hauptschule und analysiert mittels einer qualitativen Fallstudie die individuellen Entwicklungsprozesse sowie die komplexen wechselseitigen Bedingungen zwischen der Schülerin, dem sozialen Umfeld und den schulischen Rahmenbedingungen.
1.1 Die Methode Fallstudie
Gegenstand der Analyse ist eine Person mit einer autistischen Behinderung. Das Hauptaugenmerk dieser Fallstudie richtet sich auf ihren vierjährigen Schulbesuch einer Hauptschule und die für diesen Fall besonderen Bedingungen.
Die Beschäftigung mit einem Einzelfall, die von einem konkreten Fall ausgehend bemüht ist, zu generellen und allgemeingültigen Einsichten zu gelangen und sich nicht nur auf einzelne Personen, sondern z. B. auch auf eine Schulklasse oder Familie beziehen kann, ist ein Verfahren wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung (vgl. FATKE, S.56ff.).
FATKE unterscheidet aus einer Fülle synonym gebrauchter Begriffe wie Fallbericht, Fallanalyse, Fallstudie, Fallmethode, Falldarstellung, Fallgeschichte oder Fallbeschreibung eine Fallstudie von einer Fallarbeit (vgl. FATKE, S.58). Eine Fallarbeit zielt auf die praktische Lösung eines Falls, die Fallstudie hingegen auf den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, die Analyse der vorliegenden Informationen über eine Person ab. Beide Methoden schließen einander allerdings nicht aus (vgl. ebd., S.59).
In jedem Fallbericht wird „das Typische im Individuellen“ aufgezeigt (vgl. FATKE, S.63). Das Wesen und die Besonderheiten jedes Falles werden aber nur unter bestimmten Bedingungen deutlich. FATKE zitiert LEWIN, 1931: Wenn „eine präzise Erfassung der Gesamtsituation in allen ihren Eigentümlichkeiten“ (ebd., S.63) erfolgt, lässt sich diese wirklich tiefgehend durchdringen. Umgekehrt ist es möglich, dass „aus dem Besonderen des Einzelfalls durchaus Allgemeines, mithin Wissenschaft entstehen kann“ (ebd., S.65). Diese Ausführungen begründen die Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit, deren Anliegen darin besteht, den Fall der beobachteten Schülerin so facettenreich und detailliert wie möglich darzustellen, um sich somit intensiv mit dessen Gesamtheit zu beschäftigen, wie es LEWIN fordert. Diese Vorgehensweisen werden nicht prozessbegleitend zum Einsatz kommen, wenn auch die Verfasserin der Arbeit keine Außenstehende ist, sondern den Schulalltag der beschriebenen Person begleitete und somit aktiven Einfluss auf diesen nahm, sowie „aus erster Hand“ Ausführungen dazu machen kann. Hauptsächlich verwendete Methoden sind dabei Interviews, Beobachtungen und Gespräche, die sich auf die Erfahrungen und nachträglich angestellten Reflexionen einzelner Individuen gründen.
0 EINLEITUNG: Einführung in die persönliche Motivation und die Forschungsfrage bezüglich der Integration einer autistischen Schülerin.
1 THEORETISCHER HINTERGRUND: Erläuterung der Fallstudien-Methode sowie Definition und theoretische Einordnung des Autismus-Spektrums im schulischen Kontext.
2 ZUR METHODE DER DATENERHEBUNG: Detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise, inklusive der Durchführung von Interviews mit Schülern und Lehrkräften.
3 DER ÖKOSYSTEMISCHE ANSATZ: Theoretische Fundierung der Arbeit basierend auf der Interaktion zwischen Individuum und seinen verschiedenen sozialen Systemen.
4 BEDINGUNGEN DER INTEGRATION VON CLAUDIA: Umfassende Darstellung der gesetzlichen, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen, die Claudias Schulzeit prägten.
5 ENTWICKLUNG DER KLASSE IN VIER GEMEINSAMEN JAHREN: Analyse der persönlichen und sozialen Entwicklung Claudias und ihrer Mitschüler sowie Reflexion der gemeinsamen Erfahrungen.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Fazit zur Notwendigkeit qualifizierter Unterstützung und einer positiven Grundhaltung zur gelingenden Integration behinderter Kinder.
Autismus, Integration, Fallstudie, ökosystemischer Ansatz, Inklusion, Sonderpädagogik, Berliner Schule, Sozialverhalten, Schulhelfer, Klassengemeinschaft, Entwicklungsstörung, gemeinsamer Unterricht, Schulklima, sonderpädagogischer Förderbedarf, Selbsteinschätzung
Die Arbeit ist eine Fallstudie, die die sechsjährige Begleitung eines autistischen Mädchens durch die Sekundarstufe in einer Berliner Hauptschule dokumentiert.
Die Arbeit thematisiert Integration im Schulsystem, die Lebensrealität von Kindern mit Autismus, die Bedeutung sonderpädagogischer Unterstützung durch Schulhelfer sowie die sozialen Prozesse in einer Integrationsklasse.
Ziel ist es, die Bedingungen und den Verlauf der Integration von Claudia aufzuzeigen und zu verstehen, welche Einflussfaktoren soziale Teilhabe und schulischen Erfolg begünstigen oder erschweren.
Die Verfasserin nutzt den ökosystemischen Ansatz und wertet eigene Beobachtungen sowie narrative Interviews mit Schülern, Eltern und Klassenlehrern aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Autismus, ökosystemischer Ansatz), die Rahmenbedingungen (Schulgesetz, Berliner Modell) und die detaillierte Darstellung der Entwicklungen von Claudia und der Klasse über vier Jahre hinweg.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autistische Behinderung, Integrationsklasse, soziales Lernen, Team-Teaching und sonderpädagogischer Förderbedarf geprägt.
Schulhelfer übernahmen neben der Unterstützung bei Mobilität und Verrichtung des täglichen Lebens auch eine essenzielle Rolle bei der Strukturierung des Unterrichts und der Vermittlung im sozialen Miteinander.
Die Bewertung wandelte sich im Verlauf der vier Jahre von anfänglicher Ablehnung und Unsicherheit hin zu einem selbstverständlichen Umgang und dem Bewusstsein, dass eine Vielfalt an Charakteren bereichernd wirkt.
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