Examensarbeit, 2006
67 Seiten, Note: 2,0 / gut
1. Einleitung
2. Jugend: Finanzen und Konsum
2.1. Definition und Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes
2.2. Finanzielle Situation der Jugendlichen
2.2.1. Einnahmen
2.2.2. Ausgaben
2.3. Jugendliches Konsumverhalten
2.3.1. Funktionen des Konsums
2.3.2. Rationales Konsumverhalten
2.3.3. Demonstratives Konsumverhalten
2.3.4. Kompensatorisches Konsumverhalten
2.3.5. Zusammenfassung
3. Verschuldung von Jugendlichen
3.1. Definitionsansätze
3.2. Umfang und Kontextbedingungen von Verschuldung
3.3. Bei wem haben die Jugendlichen Schulden?
3.4. Welches sind die Ursachen der Verschuldung?
3.5. Schuldenfalle Handy
3.6. Zusammenfassung
4. Jugend als Zielgruppe der Werbung oder Werbung als Konsumbeeinflussender Faktor
4.1. Jugendliche als Marktsegment
4.2. Wege zur Zielgruppe „Jugend“
4.3. Wirkungsweisen von Werbung
4.4. Zum Zusammenhang von Werbung und Verschuldung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen jugendlichem Konsumverhalten, dem Einfluss von Werbung und der zunehmenden Verschuldung junger Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Werbung gezielten Konsumdruck ausüben kann, der Jugendliche zu Ausgaben über ihre finanziellen Möglichkeiten hinaus verleitet, oder ob andere psychosoziale Faktoren eine zentralere Rolle bei der Verschuldung spielen.
2.3.1. Funktionen des Konsums
Die sozialwissenschaftliche Konsumforschung hat diverse Theorien über Erwerb und Konsum von materiellen Gütern aufgestellt. Reisch (2002) nennt in Anlehnung an Haseloff (1992) zwei Funktionen, die der Konsum -über die Befriedigung der Grundbedürfnisse hinaus- erfüllen kann.
Zum einen kann er eine personale (selbstbezogene) Funktion haben, wenn er zur persönlichen Befriedigung und zur „Formung und Ausbildung des Selbst“ eingesetzt wird.
Eine soziale (repräsentative) Funktion wird erfüllt, wenn der Konsum die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ermöglicht.
Besonders gut lassen sich die beiden Formen am Beispiel von Kleidung darstellen, die von zumeist jungen Frauen im „Gruppenshopping“ erworben wird. Dabei stärkt der gemeinsame Konsum einerseits das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Sicherheit, das richtige Kleidungsstück zu kaufen, um anerkannt zu werden. Das Risiko der sozialen Ausgrenzung wird dadurch minimiert. Andererseits kann sich die junge Frau durch das erworbene Gut selbst darstellen und ihre Individualität in der Gruppe unterstreichen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der monetarisierten Kindheit und der Bedeutung von Jugendlichen als lukrative Zielgruppe sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfragen.
2. Jugend: Finanzen und Konsum: Darstellung der finanziellen Ausgangslage Jugendlicher und Differenzierung verschiedener Konsumtypen, wie das rationale, demonstrative und kompensatorische Verhalten.
3. Verschuldung von Jugendlichen: Analyse der Verschuldungsursachen und des Umfangs, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle von Mobilfunkverträgen als "Schuldenfalle".
4. Jugend als Zielgruppe der Werbung oder Werbung als Konsumbeeinflussender Faktor: Untersuchung der verschiedenen Werbekanäle und Strategien, die darauf abzielen, Jugendliche dauerhaft als Kunden zu binden.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der komplexen Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Werbung, Konsum und Verschuldung, wobei keine direkte Alleinverantwortung der Werbung festgestellt werden kann.
Jugend, Konsumverhalten, Werbung, Verschuldung, Konsumtheorie, Finanzielle Situation, Markenbewusstsein, Peergroup, Werbewirkung, Mobilfunkverträge, Sozialer Kontext, Prävention, Lebensphase Jugend, Konsumdruck, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen dem Konsumverhalten von Jugendlichen in Deutschland, den Werbestrategien der Wirtschaft und dem Problem der zunehmenden Verschuldung in dieser Altersgruppe.
Die Themenfelder umfassen die finanzielle Situation Jugendlicher, verschiedene theoretische Kategorien des Konsums (rational bis kompensatorisch), die Analyse von Verschuldungsursachen sowie die Mechanismen der Werbeindustrie zur Erreichung junger Zielgruppen.
Das Ziel ist es, zu klären, ob ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Werbung und der Verschuldung von Jugendlichen besteht oder ob der Konsumdruck eher durch andere soziale Mechanismen, wie etwa die Peergroup, ausgelöst wird.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien (u.a. von Elmar Lange, Klaus Hurrelmann und diversen Jugendstudien), die die finanzielle Lage und das Konsumverhalten der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Konsumtypen, eine statistische Analyse der Verschuldungsfaktoren und eine tiefgehende Untersuchung der Werbewirkung und der Zielgruppenansprache im modernen Medienumfeld.
Wichtige Begriffe sind Jugend, Konsumverhalten, Werbung, Verschuldung, Markenbewusstsein, Peergroup, Mobilfunkverträge und der soziale Kontext der Identitätskonstruktion.
Während demonstrativer Konsum der Abgrenzung nach außen und der Erlangung sozialer Anerkennung durch Statussymbole dient, wird kompensatorischer Konsum genutzt, um persönliche Frustrationen oder ungelöste Probleme zu überdecken, was im Extremfall in Kaufsucht führen kann.
Das Handy gilt als zentrales Medium zur sozialen Integration. Problematisch sind dabei insbesondere "Mehrwertdienste" wie Klingeltöne und langfristige, oft unübersichtliche Laufzeitverträge, die gerade bei jungen Erwachsenen zu hohen, ungeplanten Kosten führen können.
Eltern fungieren als prägende Vorbilder. Ein autoritärer Erziehungsstil und ein unreflektierter Umgang mit Geld im Elternhaus können die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins hemmen und bei Kindern dazu führen, dass materielle Besitztümer als Ersatz für fehlende soziale Bestätigung dienen.
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