Fachbuch, 2001
69 Seiten, Note: 1,50
1 PROLEGOMENA
1.1 Motivation
1.2 Die Wahl des Themas
1.3 Textgrundlage
1.4 Zum Begriff „Heimat und Fremde“
1.5 Vorgehensweise
2 WERKANALYSE
2.1 Zum Terminus „Heimat“
2.1.1 Autobiographisches
2.1.1.1 Biographische Angaben zu Norbert Gstrein
2.1.1.2 Biographische Elemente
2.1.2 Lokale Differenzen
2.1.2.1 Räumliche Darstellung
2.1.2.2 Die Dorfgemeinschaft
2.1.2.3 Das Stadtleben
2.1.3 Tourismus
2.1.3.1 Entwicklung des Fremdenverkehrs
2.1.3.2 Auswirkungen des Fremdenverkehrs
2.1.3.3 Literarische Verarbeitung der Fremdenverkehrsthematik
2.1.4 Gesellschaftliche Parameter
2.1.4.1 Die Familie
2.1.4.2 Frauenfiguren
2.1.4.3 Männer
2.1.4.4 Väter und Söhne
2.1.4.4.1 Das Identitätsproblem - Norbert Gstrein in der Tradition der postmodernen Literatur
2.1.4.4.2 Überlegungen zu den Einflüssen Franz Kafkas
2.1.4.5 Heimat im Glauben
2.1.5 Nationalsozialismus und Erbe
2.1.6 Sprache und Sprachlosigkeit
2.1.7 Literatur als Heimaterfahrung
2.1.8 Wissenschaft als Heimat
2.2 Zum Terminus „Fremde“
2.2.1 „Vergrößerungen wie Flüchtling oder sogar Exilant sind ohnehin schon so sehr verbraucht“
2.2.2 Leben im Ausland – „Paris“
2.2.3 Der Prozess der Entfremdung
2.2.3.1 Kindheit
2.2.3.2 Die Umgebung
2.2.3.3 Gefühlsfremde und sexuelle Degeneration
2.2.3.4 Identitätsverlust und Apathie
2.2.3.5 Innerliche Fremde und Opposition
2.2.3.6 Möglichkeitssinn contra Wirklichkeitssinn
2.2.4 Gästefiguren
3 NACHWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht die dialektische Thematik von Heimat und Fremde im Frühwerk des Tiroler Schriftstellers Norbert Gstrein. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Gstrein mit der Tradition der österreichischen, postmodernen Literatur bricht und durch eine spezifische Sprach- und Raumgestaltung, sowie die Thematisierung von Identitätsproblemen und Entfremdungsprozessen, eine neue Form der schriftstellerischen Auseinandersetzung manifestiert.
2.1.2.1 Räumliche Darstellung
Bei der näheren Betrachtung von Gstreins Werken werden wir zwar erkennen, dass die zeitliche Kategorie gegenüber der räumlichen Darstellung im Vordergrund steht, doch wenn der zeitliche Ablauf durch die vielfach in die Erzählgegenwart eingeschobenen Wiederholungen beinahe zum Stillstand gebracht wird, ist es gerade die Raumwelt, welche zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die physische und psychische Entfremdung als auch innere Verlorenheit in verschiedenen Raumwelten sind zentrale Themen der modernen Literatur, so auch bei Norbert Gstrein. Es ist nur zu offensichtlich, dass den Raumdarstellungen in Gstreins Arbeiten seine eigene Heimat zugrunde liegt. So treten zum Beispiel bei den beschriebenen Lokalitäten in Einer unverkennbare Parallelen mit Gstreins Heimatort Vent auf, sowie in Anderntags sogar einige Stadtteile Innsbrucks als Heimstätte des Protagonisten, ein gescheiterter Schriftsteller, genannt werden.
In den häuslichen Räumen wird normalerweise keine Handlung entfaltet, sogar zentrale, familiäre Einrichtungen wie die Küche im Gasthaus von Jakobs Eltern oder Kresenz‘ Wohnzimmer werden als ungemütliche und lebensfeindliche Orte geschildert, wobei zweiterer überdies mit einem „Bahnhofswarteraum“ verglichen wird. Das in Gstreins Zimmern gestapelte Umzugsgut, “Plastiksäcke, offene Koffer“, glättet den Eindruck der Unwohnlichkeit und lässt den Leser erahnen, dass sich alles erst in einem vorläufigen Zustand befindet und die Personen immer auf ein Verreisen vorbereitet sind. Diese Vorstellung gipfelt in dem Verhalten des erfolglosen Schriftellers in der Erzählung Selbstportrait mit einer Toten, der kartonweise mit Autos seine Bücher nach Hause bringen lässt, um sie vor dem Verramschen schützen zu können.
1 PROLEGOMENA: Motivation für die Themenwahl, Vorstellung der Textgrundlage sowie eine psychologische und philosophische Annäherung an die Begriffe Heimat und Fremde.
2 WERKANALYSE: Zentrale Analyse des Begriffs Heimat durch die Untersuchung von Autobiographischem, lokalem Umfeld, Tourismus, gesellschaftlichen Parametern und der Funktion von Sprache und Wissenschaft im Werk.
3 NACHWORT: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und eine kritische Auseinandersetzung mit Norbert Gstreins poetologischer Haltung innerhalb der zeitgenössischen Literaturdiskussion.
Norbert Gstrein, Heimat, Fremde, Identität, Entfremdung, Postmoderne, Tourismus, Vater-Sohn-Konflikt, Sprachlosigkeit, Tirol, Literatur, Autorschaft, Fiktion, Existenz, Sozialkritik.
Die Arbeit analysiert das Wechselspiel der Begriffe Heimat und Fremde im Frühwerk des Schriftstellers Norbert Gstrein, um die literarische Auseinandersetzung des Autors mit seiner Herkunft und Identität zu beleuchten.
Zu den Schwerpunkten zählen die Bedeutung von Heimat und Fremde, die Auswirkungen des Tourismus, gesellschaftliche Machtverhältnisse innerhalb der Familie, das Problem der Sprachlosigkeit und die Identitätssuche der Protagonisten.
Es soll untersucht werden, ob und wie Norbert Gstrein in seinen Texten die Tradition der österreichischen postmodernen Literatur fortführt und durch spezifische künstlerische Strategien eine eigene, distanzierte Position zum Heimatbegriff einnimmt.
Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, die psychologische Begriffsbestimmungen mit der detaillierten Untersuchung von Erzähltexten verknüpft und diese in einen größeren literaturgeschichtlichen Kontext stellt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Werk- und Begriffsanalyse, die sowohl den Terminus Heimat mit seinen lokalen, sozialen und psychologischen Facetten als auch den Terminus Fremde unter dem Aspekt des Exils und der Entfremdung untersucht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Norbert Gstrein, Identität, Entfremdung, Tourismus, Vater-Sohn-Konflikt, Sprachlosigkeit, Fiktion und Postmoderne charakterisiert.
Der Autor stellt fest, dass Vaterfiguren bei Gstrein oft durch Gewalt, emotionale Kälte, Sprachlosigkeit und den Zwang zur materiellen Absicherung gekennzeichnet sind, was maßgeblich zur Entfremdung und den Identitätsproblemen der Söhne beiträgt.
Der „Steirer“ dient als prototypische Gästefigur, die durch ihr provokantes Auftreten und die Instrumentalisierung sozialer Beziehungen das Gefüge der Dorfgemeinschaft unterwandert und schließlich maßgeblich zum Untergang des Kommerzialrats beiträgt.
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