Diplomarbeit, 1999
87 Seiten, Note: 2,3
A. Einleitung
I. Problemstellung
II. Konzept der Problembearbeitung
B. Product Placement als Werbeform in Kino und Fernsehen
I. Begriff
1. Charakteristika und Abgrenzung
2. Erscheinungsformen und Integrationsmöglichkeiten
II. Historische Entwicklung
III. Wirkung
IV. Umsetzung
V. Interessenlagen
1. Werbende Unternehmen
2. Filmschaffende
C. Medienrechtliche Beurteilung von Product Placement
I. Rechtsgrundlagen
II. Werbevorschriften für Rundfunkanstalten
1. Trennungsgebot von Werbung und Programm
a. Anwendungsbereich
b. Eigen- , Auftrags- und Fremdproduktionen
2. Schleichwerbungsverbot
3. Kennzeichnungspflicht
4. Beeinflussungsverbot und Neutralitätspflicht
5. Block- und Unterbrecherwerbung
6. Zeitliche Werbebeschränkungen
D. Wettbewerbsrechtliche Beurteilung von Product Placement
I. Rechtsgrundlagen
II. Handeln zu Zwecken des Wettbewerbs
1. Wettbewerbsverhältnis
2. Förderungseignung
3. Förderungsabsicht
a. Die Notwendigkeit der subjektiven Komponente
b. Der Nachweis anhand von Indizien
III. Verstoß gegen die guten Sitten
1. Gesetzesverstoß
a. Produktspezifische Werbebeschränkungen
b. Verstoß gegen die Zugabeverordnung
2. Verbrauchertäuschung
a. Grundlagen der Werbewirkung
b. Rechtliche Relevanz
ba. Fernsehen
bb. Film
IV. Wettbewerbsrechtliche Konsequenzen
E. Ausblick
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, eine objektive Darstellung und Bewertung der Problematik des Product Placements aus rechtlicher und wirtschaftlicher Sicht vorzunehmen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses Kommunikationsinstrument medien- und wettbewerbsrechtlich zu beurteilen ist und wie ein Interessenausgleich zwischen Werbewirtschaft, Filmschaffenden und Konsumentenschutz erreicht werden kann.
1. Charakteristika und Abgrenzung
Um das Thema sinnvoll diskutieren zu können, muß es erst einmal definiert werden. Doch da sehr viele Autoren eine unterschiedliche Auffassung über diese Werbeform haben, erscheint es nicht leicht, Product Placement allgemeingültig zu charakterisieren.
In der betriebswirtschaftlichen Literatur ist zumeist folgender Definitionsversuch zu finden: „Product Placement ist die kreative Einbindung eines Markenartikels in eine Spielfilmhandlung. Das Produkt wird im Gebrauchs- oder Verbrauchsumfeld von bekannten (Haupt-)Darstellern gezeigt, wobei die Marke für den Filmbetrachter deutlich erkennbar ist.“
Ein solcher Definitionsansatz erscheint aber zu wenig präzise und nicht zweckgemäß. Auf die verschiedenen Mängel soll im folgenden eingegangen werden:
(1) Ein wesentlicher Kritikpunkt an obiger Definition ist der nicht zum Ausdruck kommende Aspekt der werblichen Intention von Product Placement im Gegensatz zum werbezielsetzungsneutralen Requisitenbedarf. Eine solche Unterscheidung ist insofern sinnvoll, weil im gegenwartsorientierten Programm i.d.R. bestimmte Produkte dramaturgisch notwendig sind, um realitätsnah zu bleiben.
A. Einleitung: Darstellung der wachsenden Bedeutung von Product Placement im Marketing-Mix sowie der daraus resultierenden medienrechtlichen und ethischen Kontroversen.
B. Product Placement als Werbeform in Kino und Fernsehen: Detaillierte Begriffsbestimmung, historische Herleitung, Analyse der verschiedenen Ausprägungsformen sowie der Interessenlagen von Unternehmen und Filmproduzenten.
C. Medienrechtliche Beurteilung von Product Placement: Untersuchung der spezifischen Grenzen für das Fernsehen, insbesondere im Hinblick auf das Trennungsgebot und das Schleichwerbungsverbot.
D. Wettbewerbsrechtliche Beurteilung von Product Placement: Juristische Prüfung der Zulässigkeit unter Anwendung des UWG, unter Berücksichtigung von Sittenwidrigkeit und Täuschungspotenzialen.
E. Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der aktuellen Regulierungspraxis und Plädoyer für einen modifizierten Interessenausgleich durch klare Kennzeichnungspflichten.
Product Placement, Schleichwerbung, Rundfunkstaatsvertrag, Wettbewerbsrecht, UWG, Markenartikel, Werbewirkung, Imagetransfer, Trennungsgebot, Kennzeichnungspflicht, Medienrecht, Konsumentenschutz, Wirtschaftsrecht, Sponsoring, Absatzförderung.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Product Placement als einem zunehmend genutzten Marketinginstrument im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und rechtlichen Vorgaben.
Die zentralen Felder umfassen die betriebswirtschaftliche Definition und Wirkung von Product Placement sowie die juristische Einordnung nach deutschem Medien- und Wettbewerbsrecht.
Ziel ist eine objektive Bewertung der Problematik, um durch Aufarbeitung aktueller Literatur Transparenz in die kontroverse Diskussion über Zulässigkeit und Grenzen dieser Werbeform zu bringen.
Es handelt sich um eine rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, aktueller Rechtsprechung und gesetzlichen Bestimmungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomische Beschreibung (Formen, Wirkung, Interessen) sowie die juristische Analyse (Rundfunkrechtliche Grenzen, wettbewerbsrechtliche Sanktionen und Tatbestände).
Wichtige Schlagworte sind Product Placement, Schleichwerbung, Trennungsgebot, UWG, Imagetransfer und medienrechtliche Konformität.
Das Fernsehen unterliegt durch den Rundfunkstaatsvertrag wesentlich strengeren Regeln hinsichtlich Trennungsgebot und Werbebeschränkungen, während für den Kinofilm nach BGH-Rechtsprechung die Kunstfreiheit und die Erwartungshaltung des Publikums eine größere Rolle spielen.
Der Autor argumentiert, dass das derzeitige pauschale Verbot kaum durchsetzbar sei und durch eine Legalisierung, die auf eine transparente Kennzeichnung setzt, ein besserer Interessenausgleich erreicht werden könne.
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