Diplomarbeit, 2006
86 Seiten, Note: 2,3
1.) Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2.) Charakterisierung und Definitionen der Gewinnkomponenten
2.1. Cash Flow
2.1.1. Begriff und Funktionen
2.1.2. Gesetzliche Grundlagen
2.1.3. Darstellung und Ermittlung im Rahmen der Rechnungslegung
2.1.3.1. Allgemeine Herleitung und Darstellung
2.1.3.2. Cash-Flow aus der Geschäftstätigkeit
2.1.3.3. Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
2.1.3.4. Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
2.1.3.5. Cash Flow nach DVA/SG
2.1.4. Ermittlung des Free Cash Flow
2.2. Accruals
2.2.1. Das Accrual Accounting Prinzip
2.2.2. Begriffsbestimmung und –abgrenzung
2.2.3. Typisierung von Accruals
2.2.3.1. Kurz- und Mittel-/Langfristige Accruals
2.2.3.2. Diskretionäre und Normale Accruals
2.2.4. Ermittlung von Accruals
2.2.4.1. Der Cash Flow Ansatz
2.2.4.2. Der traditionelle Bilanz-Ansatz
2.2.4.3. Messqualität des Bilanzansatzes- Empirische Erkenntnisse
2.2.4.4. Cash-Flow- und Bilanzansatz im Vergleich -Eine Beispielrechnung
2.2.4.5. Der erweiterte Bilanzansatz nach Richardson et al.
3.) Bewertungsrelevanz von Accruals- Erkenntnisse empirischer Studien
3.1. Gewinn- Persistenz von Accruals
3.1.1. Untersuchungsansatz nach Sloan
3.1.2. Accrual-Reliabilitäts Kategorisierung
3.1.3. Untersuchungsansatz nach Richardson et al.
3.1.4. Deskriptive Befunde
3.1.5. Empirische Befunde
3.2. Kapitalmarktbewertung von Accruals
3.2.1. Untersuchungsmethodik
3.2.2. Ergebnisse
3.3. Überrenditen aus einer Accruals-Hedging-Strategie
3.4. Mögliche Ursachen für die verminderte Reliabilität von Accruals
4.) Accruals als Indikator für Bilanzpolitik
4.1. Begriff, Ziele und Voraussetzungen von Bilanzpolitik
4.2. Discretionary Accruals als Schätzer für Bilanzpolitik
4.3. Non-Discretionary Accruals Modelle zur Bestimmung diskretionärer Anteile
4.3.1. Herkömmliche NDA-Modelle
4.3.2. Alternative und neuere NDA Modelle
4.3.3. Kritische Würdigung bestehender NDA-Modelle
5.) Fazit
Die Arbeit untersucht die Charakterisierung, Systematisierung und Bewertungsrelevanz von Accruals als Bestandteil des Gewinns. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit sich die unterschiedlichen Persistenzeigenschaften von Cash Flows und Accruals auf die Prognosegüte von Gewinnschätzungen und die Effizienz der Kapitalmarktbewertung auswirken.
1.1. Problemstellung
Der Prognose zukünftiger Überschüsse kommt im Rahmen der Bewertung von Unternehmen eine zentrale Rolle zu. Im Rahmen der externen Finanzanalyse wird dabei versucht, aus Informationen der Geschäftsberichte und besonders den Daten des externen Rechnungswesens zukünftig erwartete Überschussgrößen (Gewinne, Cash Flows) unter Verwendung der Zeitreiheneigenschaften („Persistenz“) solcher Größen sowie deren Komponenten zu schätzen.
Nach der gängigen Literatur lassen sich Gewinne in zwei Komponenten zerlegen, zahlungswirksame Cash Flows und zahlungsunwirksame Accruals. Während Analysten in ihren Prognosen zumeist auf den Gewinn als Aggregat von Accruals und Cash Flow, sowie mit wachsender Bedeutung auf den Cash Flow selbst fokussieren, werden Accruals, im Gegensatz zur akademischen Forschung, weitaus weniger beachtet. Dies mag daran liegen, dass Ansätze zur Bestimmung von Accrual-Größen sehr verschiedenartig mit unterschiedlichen Qualitäten ausfallen. Die mangelnde Berücksichtigung von Accruals hat jedoch Auswirkungen auf die Prognosegüte von Gewinnschätzungen, weil beide Komponenten recht deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Persistenzeigenschaften aufweisen. Damit verbunden ergeben sich zudem entsprechende Implikationen für eine angemessene Kapitalmarktbewertung von Accruals.
In Anbetracht dessen hat sich ein großer wirtschaftswissenschaftlicher Forschungszweig, insbesondere seit der Pionierstudie von Sloan (1996), mit einer Vielzahl empirischer Forschungsarbeiten entwickelt, wobei sich der Fokus dieser Studien nicht allein auf die Persistenz von Accruals beschränkt, sondern auch auf bilanzpolitische Aspekte erstreckt. In dem Zusammenhang wird versucht, leistungsfähige Accrual Modelle so zu gestalten, um Bilanzpolitik bzw. Earnings Management adäquat identifizieren und quantifizieren zu können.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen Accruals als Bestandteil des Gewinns charakterisiert und beurteilt sowie deren Bewertungsrelevanz aus finanzwirtschaftlicher und bilanzpolitischer Perspektive erörtert werden. Versuche, diesen Themenkomplex allein konzeptionell-theoretisch abzuleiten, stoßen allerdings in einigen Punkten an ihre Grenzen, sodass dies mithilfe empirischer Untersuchungen erfolgen soll.
1.) Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Gewinnprognosen bei der Unternehmensbewertung ein und begründet die Notwendigkeit, Accruals und Cash Flows aufgrund ihrer unterschiedlichen Persistenzeigenschaften getrennt zu analysieren.
2.) Charakterisierung und Definitionen der Gewinnkomponenten: Dieses Kapitel definiert und systematisiert Cash Flows und Accruals, erläutert deren Ermittlungsmethoden und vergleicht verschiedene Ansätze zur Messung von Accruals.
3.) Bewertungsrelevanz von Accruals- Erkenntnisse empirischer Studien: Der Hauptteil analysiert empirische Erkenntnisse zur Persistenz von Accruals, deren Bewertung am Kapitalmarkt sowie potenzielle Handelsstrategien (Hedging) und Ursachen für deren verminderte Reliabilität.
4.) Accruals als Indikator für Bilanzpolitik: Hier werden Accruals im Kontext von Earnings Management betrachtet, Modelle zur Bestimmung diskretionärer Anteile (NDA-Modelle) vorgestellt und kritisch gewürdigt.
5.) Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Bedeutung der Accrual-Differenzierung für eine präzise Unternehmensbewertung und gibt einen Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Accruals, Cash Flow, Gewinnpersistenz, Bilanzpolitik, Earnings Management, Unternehmensbewertung, Kapitalmarkteffizienz, Hedging-Strategie, Periodenabgrenzung, Diskretionäre Accruals, Non-Discretionary Accruals, Finanzanalyse, Rechnungslegung, Reliabilität, Prognosegüte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Eigenschaften von Accruals (Periodenabgrenzungen) innerhalb des Gewinns und deren Rolle bei der Unternehmensbewertung sowie bei der Identifizierung von Bilanzpolitik.
Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung von Cash Flows und Accruals, die empirische Analyse der Gewinnpersistenz dieser Komponenten sowie deren Einsatz als Indikatoren für aktives Earnings Management.
Das Ziel ist es, Accruals als Bestandteil des Gewinns zu charakterisieren und deren Bewertungsrelevanz sowohl aus finanzwirtschaftlicher als auch aus bilanzpolitischer Sicht durch theoretische Ableitungen und empirische Untersuchungen zu beleuchten.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse sowie die Auswertung und Diskussion bekannter empirischer Forschungsansätze (u.a. von Sloan sowie Richardson et al.), um Zusammenhänge durch Regressionsmodelle zu demonstrieren.
Der Hauptteil behandelt die Persistenz und Kapitalmarktbewertung von Accruals, die Ableitung von Investitionsstrategien daraus sowie die methodische Herausforderung, diskretionäre Abgrenzungen (Bilanzpolitik) von normalen Abgrenzungen zu trennen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Accruals, Cash Flow, Earnings Management, Gewinnpersistenz, Kapitalmarkteffizienz und Bilanzpolitik beschreiben.
Das Lücke-Theorem wird genutzt, um theoretisch zu begründen, dass sich die Summe der Ertragsüberschüsse und Zahlungsüberschüsse über die gesamte Lebensdauer eines Unternehmens angleichen, was die Notwendigkeit von Cash-Flow-Rechnungen für unterjährige Einblicke unterstreicht.
Das Jones-Modell ist ein zentrales Verfahren zur Identifizierung von Bilanzpolitik, da es versucht, normale Abgrenzungen direkt anhand beobachtbarer Komponenten aus der Rechnungslegung zu schätzen, anstatt sie nur indirekt abzuleiten.
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