Examensarbeit, 2006
47 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einführung und Fragestellung
2. Vorstellung der alternativhistorischen Betrachtungsweise für den Geschichtsunterricht
2.1. Die alternativhistorische Betrachtungsweise und Beispiele aus der Literatur
2.2. Stellenwert der alternativhistorischen Betrachtungsweise in der Geschichtswissenschaft
2.3. Grundsätze zur Durchführung der alternativhistorischen Betrachtungsweise im Unterricht
3. Planung einer alternativhistorischen Unterrichtssequenz zum Hitler-Attentat vom 8. November 1939
3.1. Die Lerngruppe im Bezug zum Unterrichtsgegenstand
3.2. Didaktische Relevanz der alternativhistorischen Fragestellung innerhalb des Hamburger Rahmenplans Gesellschaft
3.3. Methodisch-didaktische Vorüberlegungen zum Unterrichtsgegenstand
3.4. Sachanalyse zum Attentat auf Hitler vom 8. November 1939 und seine möglichen Auswirkungen
3.4.1. Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939
3.4.2. Mögliche Auswirkungen auf politische Strukturen, Weiterführung des Krieges und auf die Rassenideologie nach dem 8. November 1939
3.5. Lerzielformulierungen für die Unterrichtssequenz
4. Darstellung der Unterrichtssequenz „Was wäre wenn, Adolf Hitler dem Attentat vom 8. November 1939 erlegen gewesen wäre?“
4.1. Tabellarische Übersicht zur durchgeführten Unterrichtssequenz
4.2. Durchführung und Reflexion einzelner Unterrichtsschritte
4.2.1. Abschnitt 1: Georg Elser und das Attentat auf Hitler am 8. November 1939
4.2.2. Abschnitt 2: Was wäre eventuell geschehen, wenn das Attentat auf Hitler erfolgreich verlaufen wäre?
4.2.3. Abschnitt 3: Georg Elser: „Ich wollte nur ein weiteres Blutvergießen verhindern“
4.3. Detaillierte Betrachtung der Einzelstunde vom 17.01.2006
5. Gesamtreflexion unter Einbeziehung der Fragestellungen und Schlussfolgerungen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die alternativhistorische Betrachtungsweise anhand einer durchgeführten Unterrichtsreihe in einer 9. Gesamtschulklasse praxisnah zu reflektieren und aufzuzeigen, welchen Erkenntnisgewinn Schüler durch diesen Ansatz bei der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus erzielen können.
2.1. Die alternativhistorische Betrachtungsweise und Beispiele aus der Literatur
Mit der alternativhistorischen Geschichtsbetrachtung ist die Beschreibung bzw. Diskussion einer historischen „Was wäre, wenn …?“-Frage und der daraus folgenden möglichen Konsequenzen dargestellt. Grundlegend gilt für diese Betrachtungsweise, dass die rekonstruierte Vergangenheit manipuliert wird. Dieses geschieht, in dem aus der historischen Struktur der Ereignisse und Kräfte ein Element entfernt bzw. verändert wird. An dieser Stelle ergibt sich zweifelsohne die Frage, wie sich das Gefüge des historischen Kontextes am wahrscheinlichsten weiterentwickeln würde.
Diese in der Literatur auch als „Uchronie“, „kontrafaktische“ oder als „virtuelle“ Geschichte bezeichnete Betrachtungsweise erlebt in der Belletristik der letzten Jahre eine breite Konjunktur. So gibt es eine große Anzahl von Beispielen in der Unterhaltungsliteratur, in denen historische Tatsachen aufgenommen und zu einer alternativgeschichtlichen Darstellung umgearbeitet wurden. Dabei ist diese deutlich gegenüber historischen Romanen abzugrenzen, da in dieser Gattung erdachte Personen und Handlungsstränge in einem vom Autor historisch rekonstruierten Raum-Zeit-Konstrukt agieren. Dagegen wird in der alternativhistorischen Betrachtungsweise eine neu entstandene Ausgangslage beschrieben, welche von der in der Wissenschaft rekonstruierten historischen Verlauf abweicht. Dieser Zeitpunkt wird als „point of divergence“ (POD) bezeichnet. Häufig sind derartige PODs mit dem Austausch einer bestimmten zeitgeschichtlichen Person, eines unterschiedlichen Ausgangs eines Krieges oder einer veränderten, zumeist politisch bedeutsamen Entscheidung einer Person beschrieben.
1. Einführung und Fragestellung: Das Kapitel erläutert die Relevanz der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und führt die zentrale alternativhistorische Fragestellung sowie das Ziel der Arbeit ein.
2. Vorstellung der alternativhistorischen Betrachtungsweise für den Geschichtsunterricht: Es definiert die Methodik der Alternativgeschichte, verortet sie in Literatur und Fachwissenschaft und diskutiert Grundsätze für den Einsatz im Unterricht.
3. Planung einer alternativhistorischen Unterrichtssequenz zum Hitler-Attentat vom 8. November 1939: Dieses Kapitel detailliert die Planung, die didaktische Einordnung, die Sachanalyse sowie die Lernzielformulierungen für das Unterrichtsvorhaben.
4. Darstellung der Unterrichtssequenz „Was wäre wenn, Adolf Hitler dem Attentat vom 8. November 1939 erlegen gewesen wäre?“: Hier wird der konkrete Ablauf der Unterrichtseinheit dokumentiert, in Einzelschritte gegliedert und reflektiert.
5. Gesamtreflexion unter Einbeziehung der Fragestellungen und Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel bewertet den Lernertrag der Schüler und zieht ein Fazit über die Eignung des alternativhistorischen Ansatzes.
Nationalsozialismus, Alternativgeschichte, kontrafaktische Geschichte, Georg Elser, Hitler-Attentat, 8. November 1939, Geschichtsdidaktik, Unterrichtsplanung, historische Urteilskraft, Konjunktiv Irrealis, historisches Denken, Didaktik, Deutschland, Holocaust, Politik.
Die Hausarbeit befasst sich mit der Anwendung der alternativhistorischen Methode („Was wäre, wenn…?“) als vertiefender Ansatz im Geschichtsunterricht am Beispiel des gescheiterten Hitler-Attentats vom 8. November 1939.
Die Themenfelder umfassen die Möglichkeiten und Grenzen kontrafaktischer Geschichtsschreibung, die Person Georg Elser, die politische Situation des NS-Regimes im Jahr 1939 sowie die Analyse von Kriegssituation und Rassenpolitik durch die Schüler.
Ziel ist es, die didaktische Planung und Durchführung einer Unterrichtssequenz zu dokumentieren und zu analysieren, um Erkenntnisse über den Lernwert dieses Ansatzes für das historische Denken der Schüler zu gewinnen.
Die Arbeit basiert auf einer praxisnahen Reflexion einer durchgeführten Unterrichtsreihe, gestützt durch eine Analyse einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur zur Alternativgeschichte und zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Vorstellung der Methode, die detaillierte Planung der Unterrichtssequenz, die inhaltliche Sachanalyse des Attentats sowie die Darstellung und Reflexion der einzelnen Unterrichtsschritte.
Die zentralen Schlagworte sind Nationalsozialismus, Alternativgeschichte, Georg Elser, Geschichtsdidaktik, Unterrichtsplanung und historisches Urteilsvermögen.
Elser dient als Identifikationsfigur und konkreter Fallbeispiel-Ansatzpunkt, um anhand seines gescheiterten Attentats („13 Minuten“) die Zufälligkeit historischer Prozesse zu untersuchen.
Laut Reflexion des Autors nahmen die Schüler das Szenario sehr gut auf, zeigten hohe Motivation und waren in der Lage, fundierte Vermutungen über Auswirkungen auf politische Machtstrukturen und den Krieg zu entwickeln.
Der Autor schlussfolgert, dass die Methode gewinnbringend ist, da sie komplexe historische Strukturzusammenhänge transparenter macht, Kontinuitäten verdeutlicht und Schüler zur vertieften Analyse zwingt.
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