Examensarbeit, 2006
159 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Von Hochleistungssportkarrieren zu Breitensportkarrieren
2.1.1 Analyse der Lebensverläufe aus sozialisationstheoretischer Sicht
2.1.2 Annahmen zur Sportabzeichenthematik
2.2 Grundlagen der Motivationspsychologie
2.2.1 Begründung der Auswahl des kognitiv-handlungstheoretischen Ansatzes
2.2.2 Klassifizierung der Motive
2.2.3 Annahmen und ihre Einbettung in die Karrierethematik
2.3 Überblick
3 Empirischer Teil
3.1 Methodenreflexion
3.1.1 Die Einzelfallanalyse als methodischer Ansatz
3.1.2 Welche Sportler kommen in Frage?
3.1.3 Die Datenerhebung
3.1.4 Ablauf der Untersuchung
3.1.5 Verfahren der Datenverarbeitung und Auswertung
3.2 Analyse der 20 Probanden
3.3 Ergebnisse der Untersuchung
3.3.1 Ergebnisse bezogen auf die Karrierethematik
3.3.2 Auftretende Motive im Verlauf der Sportabzeichenkarriere
4 Zusammenfassung, Diskussion, Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Karriereverläufe und die subjektive Bedeutung des Sportabzeichens für langjährige Teilnehmer zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie sich solche Karrieren entwickeln, welche Einflussfaktoren (wie Familie, Beruf oder Freizeit) dabei eine Rolle spielen und welche persönlichen Motive die Menschen dazu bewegen, über Jahrzehnte hinweg das Sportabzeichen zu erwerben.
3.1.1 Die Einzelfallanalyse als methodischer Ansatz
Da es bei dieser Untersuchung vor allem um die Untersuchung einzelner Karriereverläufe beim Sportabzeichen geht, kommt als qualitatives Verfahren nur die Einzelfallanalyse in Frage. „Die Einzelfallanalyse will sich während des gesamten Analyseprozesses den Rückgriff auf den Fall in seiner Ganzheit und Komplexität erhalten, um so zu genaueren und tief greifenderen Ergebnissen zu gelangen." (Mayring, 2002, 42) Für solch eine Einzelfallanalyse kann verschiedenes Material verwendet werden. So wurden bislang Autobiografien, Briefe, Lebensläufe, Laufbahnen und andere Materialien zur Untersuchung herangezogen (vgl. Mayring, 2002, 42f.). Im Falle der vorliegenden Untersuchung kommen Biografien der Probanden bezüglich des Sportabzeichens in Frage.
Die Vorgehensweise bei der Einzelfallanalyse sollte sich dabei laut Mayring an den folgenden fünf Punkten orientieren:
• Formulierung der Fragestellung und Herausarbeitung des Zwecks der Fallanalyse.
• Vornehmen einer Falldefinition. Dabei bestimmt die Fragestellung, was als Fall gilt und welches Material untersucht werden soll.
• Bestimmen der notwendigen Methoden und Sammeln des Materials.
1 Einleitung: Einführung in das Thema Sportabzeichen, dessen historische Bedeutung nach Carl Diem und die Relevanz der Untersuchung für die Sportwissenschaft.
2 Theoretische Vorüberlegungen: Darlegung der theoretischen Konzepte zu Karriereforschung und Motivationspsychologie, inklusive der Anpassung bestehender Hochleistungssportmodelle auf den Breitensport.
3 Empirischer Teil: Detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise, der Einzelfallanalyse von 20 Probanden sowie die anschließende Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
4 Zusammenfassung, Diskussion, Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse, Ableitung von Konsequenzen für den Sportabzeichen-Stützpunkt und Empfehlungen für zukünftige Untersuchungen.
Sportabzeichen, Karriereforschung, Motivationspsychologie, Breitensport, Einzelfallanalyse, Sozialisation, Lebenslauf, Leistungsmotivation, Uracher Stützpunkt, Sportbiografie, Qualitativ-empirische Forschung, Sportentwicklung, Freizeitgestaltung.
Die Arbeit befasst sich mit der empirischen Untersuchung von Sportabzeichenkarrieren bei Senioren am Beispiel des Stützpunktes Urach, um zu verstehen, was Menschen dazu motiviert, dieses Fitnessabzeichen über Jahrzehnte hinweg regelmäßig zu erwerben.
Die zentralen Felder sind die Karriereforschung im Breitensport, die interdisziplinäre Motivationspsychologie sowie die lebenslaufbezogene Sozialisationsforschung.
Das primäre Ziel ist es, die individuellen Karriereverläufe und die subjektiven Beweggründe (Motive) der 20 untersuchten Probanden zu erfassen und in einen theoretischen Kontext zu setzen.
Es wird eine empirisch-qualitative Untersuchung durchgeführt, die primär auf der Methode der Einzelfallanalyse nach Mayring basiert.
Im Hauptteil erfolgt die Analyse von 20 Probanden, wobei deren persönlicher Karriereverlauf, Einflussfaktoren wie Beruf oder Familie sowie spezifische auftretende Schwachstellen und deren Bewältigung diskutiert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sportabzeichen, Karriereforschung, Motivationspsychologie, Breitensport, Einzelfallanalyse und Sportbiografie.
Die Untersuchung zeigt, dass "Früheinsteiger" (vor dem 20. Lebensjahr) häufiger Unterbrechungen durch Lebensphasen wie Ausbildung oder Familiengründung aufweisen, während "Späteinsteiger" tendenziell kontinuierlichere Karrieren zeigen.
Die Probanden neigen dazu, den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen, indem sie entweder durch altersbedingte Erleichterungen profitieren, ihre Disziplinen wechseln oder durch gezieltes Training versuchen, die Schwachstelle zu kompensieren.
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