Magisterarbeit, 2000
89 Seiten, Note: 2,1
1 EINLEITUNG: 1
2 BEGRIFFSKLÄRUNG 8
2.1 Interkulturelle Partnerschaft 8
2.2 Interkulturelle Kommunikation 9
3 INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION 12
3.1 Verbale Kommunikation 14
3.1.a. Sprache 16
3.1.b. Sprachliche und grammatische Kategorien 18
3.1.c. Konnotation 21
3.1.d. Kommunikationsprobleme und Paartheraphie 23
3.2 Nonverbale Kommunikation 24
3.2.a. Gestik 26
3.2.b. Mimik 28
3.2.c. Paralinguistik 30
3.3 Zusammenfassung 31
4 WAHRNEHMUNGS-, DENK- UND HANDLUNGSMUSTER 32
4.1 Wahrnehmungskonzepte 35
4.1.a. Unterschiedliche Konzepte von Zeit 37
4.1.b. Wahrnehmung von Raum und Körperdistanz 42
4.2 Denk- und Handlungsmuster 44
4.2.a. Das Denken 46
4.2.b. Beziehungskonzepte und -erwartungen 47
4.2.c. Konfliktverhalten 52
4.3 Zusammenfassung 55
5 LERNPROZESSE 57
5.1 Tsengs interkulturelle Partnerschaftsarrangements 59
5.1.a. Das einseitige Arrangement 60
5.1.b. Das alternative Arrangement 60
5.1.c. Das kreative Arrangement 61
5.1.d. Zusammenfassung 62
5.2 Primäre und sekundäre Sozialisation 63
5.3 Interkulturelles Lernen in der Partnerschaft 64
5.3.a. Kommunikation 67
5.3.b. Rollenverhalten und -erwartungen 69
5.3.c. Getrennte Lebensbereiche und der Freundeskreis 71
5.4 Zusammenfassung 73
6 SCHLUß 74
Die Arbeit untersucht den Einfluss kommunikativer und kultureller Faktoren auf das gegenseitige Verstehen in interkulturellen Partnerschaften. Ziel ist es, häufige Ursachen für Missverständnisse zu analysieren und mögliche Lernprozesse sowie Strategien zur Vermeidung sprachlich oder kulturell bedingter Konflikte aufzuzeigen.
Die Wissenschaft der interkulturellen Kommunikation ist für den Ethnologen Roth (1996: 20) eine 'Frucht' mehrerer Disziplinen und somit interdisziplinär.
Grundlage der Interkulturellen Kommunikation ist der erweiterte Kulturbegriff, der - und das ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig - neben den sichtbaren Objektivationen (Artefakten, Handlungen, Verhalten) vor allem auch die unsichtbaren Subjektivationen, also die Werte und Normen, die Einstellungen und Vorstellungen, Ideen und Haltungen, Denkweisen und Wahrnehmungsmuster umfaßt. Kulturen werden dabei als historisch entstandene und sich dynamisch wandelnde komplexe und hochdifferenzierte Systeme gesehen (ebenda).
Der Mensch neige aber dazu, die 'reale Komplexität' von kulturellen Systemen und menschlichem Verhalten in seiner eigenen Wahrnehmung zu vereinfachen. So entwickle er stereotype 'Bilder im Kopf'. Roth fährt fort, es gehe bei interkulturellen Begegnungen (...) nicht so sehr darum, wie die jeweils fremde Kultur „wirklich“ ist, sondern wie sie wahrgenommen wird - und wie diese Wahrnehmung gedeutet und in Handeln umgesetzt wird (1996: 21).
Daher müsse sich die Forschung sehr intensiv mit Wahrnehmungsgewohnheiten und Deutungsmustern befassen, um so die zentralen Werthaltungen, Weltbilder und Muster jeder Kultur darstellen zu können (vgl. Roth 1996: 20f).
Diese unterschiedlichen Verhaltensweisen lassen sich nach dem Sprachwissenschaftler Hall (1959: 83-118) je nach Wissensstand, Art der Aneignung und Emotionsgeladenheit in der technischen, der informalen und der formalen Ebene einer Kultur ansiedeln. Bei der Begegnung zweier kulturell fremder Menschen seien die geringsten Kommunikationsprobleme auf der technischen Ebene zu erwarten, da hier Gefühle eine untergeordnete Rolle spielten. Ein Beispiel für die technische Ebene sei der Arbeitsplatz. Dort beschränke sich der Kontakt meist auf sachlichem Informationsaustausch.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Stellenwert interkultureller Partnerschaften und definiert die Forschungsfrage bezüglich kommunikativer Einflüsse und Lernprozesse.
2 BEGRIFFSKLÄRUNG: Hier werden zentrale Begriffe wie interkulturelle Partnerschaft und interkulturelle Kommunikation im Kontext der Ethnologie definiert.
3 INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION: Dieses Kapitel analysiert verbale und nonverbale Kommunikationsmittel und zeigt auf, wie kulturelle Unterschiede im Dialog zu Missverständnissen führen.
4 WAHRNEHMUNGS-, DENK- UND HANDLUNGSMUSTER: Der Fokus liegt auf der Analyse kulturell geprägter Wahrnehmungskonzepte sowie der Wirkung von Denk- und Handlungsschemata auf die Interaktion.
5 LERNPROZESSE: Das Kapitel untersucht Ansätze und Strategien zur Vermeidung von Missverständnissen und Anpassungsmodelle in Partnerschaften.
6 SCHLUß: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf mögliche weiterführende Forschungsfelder.
Interkulturelle Partnerschaft, Interkulturelle Kommunikation, Missverständnisse, Wahrnehmungsmuster, Konfliktverhalten, Lernprozesse, verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, Sozialisation, Kulturbegriff, Beziehungskonzepte, interkulturelles Lernen, Anpassungsstrategien, bikulturelle Partnerschaften.
Die Arbeit untersucht Kommunikationsprobleme und interkulturelle Lernprozesse, die bei Paaren mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund auftreten.
Im Zentrum stehen verbale und nonverbale Kommunikation, kulturelle Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster sowie Strategien zur Konfliktbewältigung in der Partnerschaft.
Ziel ist es, den Einfluss kultureller Faktoren auf das gegenseitige Verstehen zu durchleuchten und Wege aufzuzeigen, wie interkulturelle Paare durch Anpassung und Kommunikation Missverständnisse minimieren können.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse ethnologischer und soziologischer Fachliteratur sowie auf eigene qualitative Interviews mit deutsch-fulbeischen Paaren und Beiträge aus einem Internet-Diskussionsforum.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie der zugrunde liegenden kulturellen Denk-, Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster, gefolgt von einer Untersuchung konkreter Anpassungsmodelle für interkulturelle Partnerschaften.
Die zentralen Begriffe umfassen interkulturelle Kommunikation, Missverständnisse, kulturelle Muster, interkulturelles Lernen und Sozialisation.
Sprache konstruiert die Realität einer Kultur. Unterschiede in Denotationen, Konnotationen und grammatischen Kategorien können zu folgenschweren Missverständnissen führen, da Partner oft unbewusst von ihrem eigenen Bezugsrahmen ausgehen.
Unterschiedliche Zeitkonzepte (linear vs. zyklisch, Pünktlichkeitsverständnis) sind oft Konfliktquellen, da sie eng mit kulturellen Werten und Lebensstilen verknüpft sind, was im Alltag zu gegenseitigen Vorwürfen der Respektlosigkeit führen kann.
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