Magisterarbeit, 2005
98 Seiten, Note: 1,0
Einleitung – ein kulturelles Phänomen
Erste Episode – Der Mythos
1.1. Zu den Quellen der Lebenskraft
1.2. Tyrannei der fehlgeschlagenen Initiation
1.3. Die Fahrt des Helden
1.3.1 Der Rückzug
1.3.2.Der Weltnabel
1.3.3.Die Rückkehr
1.4. Kino als Mythos
Zweite Episode – der Diskurs
2.1. Lucas im Diskurs
2.1.1. Die vier Elemente
2.1.2. Die Funktion des Autors
2.2. Die Maus im Wüstenzelt
2.3. Der Weg zu den Sternen
2.4. Die aufgelöste Familie im Kalten Krieg
2.5. Spiritualität und Spätkapitalismus
2.7. Mission Jedi – Level 1
2.8. Die Heilige Familie
2.9. Der Biological Turn
Dritte Episode – Die Kraft
3.1. Die Ausfaltung des Körpers
3.2. Das strömende Fluidum – der Animalische Magnetismus
3.3. Von Wellen und Wirbeln - die Äther-Theorie
3.4. Die unsichtbare Bewegung
3.5. Das flüssige Affektbild
3.6. „Der Grund, warum du scheiterst“
Fraktale machen – eine kreisförmige Theorie der Populärkultur
Die Arbeit untersucht die Gründe für den anhaltenden Erfolg und die kulturelle Signifikanz der Star Wars-Filme, wobei sie die Filmreihe als komplexes, populärkulturelles Phänomen begreift, das sich mythischer und diskursiver Muster bedient. Im Fokus steht dabei die filmische Inszenierung der „MACHT“ als zentrales Mysterium und phantasmatischer Kraft-Diskurs, der sich jenseits oberflächlicher fernöstlicher Energiekonzepte verorten lässt.
3.2. Das strömende Fluidum – der Animalische Magnetismus
Eine der wahrscheinlich folgenreichsten Ausformulierungen eines Kraftmediums ist der „Animalische Magnetismus“, den der 1734 in Mersburg am Bodensee geborene Arzt Franz Anton Mesmer entdeckt zu haben glaubte. Als Theologie-Student besuchte Mesmer ab 1752 die Universität Dillingen, später jene in Ingolstadt, wo er jedoch schließlich in Philosophie promovierte. 1759 wechselte Mesmer wiederum den Studienort und zog nach Wien um, wo er zunächst an der juristischen und dann an der medizinischen Fakultät eingeschrieben war. 1766 erschien Mesmers mit Auszeichnung bewertete medizinische Doktorarbeit De Planetarum Influxu über den Einfluss der Himmelskörper auf den menschlichen Organismus. Dort taucht zum ersten Mal der Begriff der „animal gravitation“ auf, „a force which he considered to be both the cause of the universal gravitation and the foundation for all bodily properties, and which he believed to affect organisms in the most intimate way“.
Diese Kraft, die Mesmer aus verschiedenen Elementen des aktuellen Forschungsstandes seiner Zeit über Magnetismus und Elektrizität konfiguriert, harmonisiert in seiner Beschreibung die Menschen wie etwa ein Klavierstimmer ein Instrument. In den folgenden Jahren experimentierte Mesmer mit Eisenmagneten, die er Kranken auf bestimmte Körperpartien wie die Magengrube auflegte. Nach einigen Erfolgen wandelte er sein Konzept ab und vertrat nun die Ansicht, er selbst sei der Magnet, „capable of channeling the invisible ,magnetic fluid’ that pervades the universe into the body of the sick person“. Im Jahr 1779 erschien Mesmers Werk Memoire sur la découverte du magnetisme animal , in dem die Rede ist von einem Fluidum, „which, by its nature, is capable of receiving, propagating and communicating all impressions of movement“.
Einleitung – ein kulturelles Phänomen: Die Einleitung beleuchtet die enorme popkulturelle Bedeutung von Star Wars und kritisiert die oft homogene wissenschaftliche Auseinandersetzung, die sich zu stark auf ökonomische Aspekte konzentriert.
Erste Episode – Der Mythos: Dieses Kapitel analysiert die narrativen Grundlagen von Star Wars, insbesondere die mythische „Fahrt des Helden“ nach Joseph Campbell, um das erzählerische Grundgerüst der Saga zu verdeutlichen.
Zweite Episode – der Diskurs: Hier wird untersucht, wie die Filme durch diskursive Felder und die Funktion des Autors George Lucas mit unterschiedlichen piktoralen Strategien verbunden werden, um die weitläufige Heterogenität des Star Wars-Universums zu einen.
Dritte Episode – Die Kraft: Dieser Teil widmet sich dem persistierenden Kraft-Diskurs, wobei er die Inszenierung der MACHT historisch mit dem Animalischen Magnetismus und der Äther-Theorie in Verbindung bringt.
Fraktale machen – eine kreisförmige Theorie der Populärkultur: Das abschließende Kapitel führt die Fraktal-Metapher ein, um die zirkuläre, selbstähnliche Struktur der Populärkultur und deren Wirkungsmächtigkeit im Kontext der Star Wars-Saga zusammenzufassen.
Star Wars, George Lucas, die MACHT, Mythos, Heldenreise, Populärkultur, Diskursanalyse, Michel Foucault, Animalischer Magnetismus, Äther-Theorie, Affektbild, Gilles Deleuze, Phantasma, Populärkino, Filmwissenschaft
Die Arbeit analysiert die Star Wars-Filmreihe nicht nur als kommerzielles Phänomen, sondern untersucht die tieferliegenden diskursiven und mythischen Strukturen, die für die enorme kulturelle Wirkung und Faszination der Filme verantwortlich sind.
Zu den Schwerpunkten zählen die mythologische Heldenfahrt, die Autorenschaft von George Lucas, die Darstellung von Kraft und Spiritualität sowie die Einflüsse von Computerspielen und historisch-wissenschaftlichen Konzepten auf die filmische Ästhetik.
Die Arbeit verfolgt das Ziel zu klären, weshalb Star Wars trotz seiner eklektizistischen Anleihen aus verschiedenen Genres so überzeugend wirkt und wie das unsichtbare Mysterium der MACHT als semantischer Überfluss innerhalb der Erzählung fungiert.
Die Autorin/der Autor nutzt einen eklektizistischen Ansatz, der kulturwissenschaftliche Diskursanalyse, narratologische Untersuchungsmuster (nach Joseph Campbell) und filmtheoretische Systematiken (nach Gilles Deleuze) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Episoden, die das mythische Fundament, die diskursiven Wechsel der Bildstrategien und die phantasmatische Kraft-Inszenierung (inklusive der Äther-Theorie und Affektbild-Analyse) detailliert untersuchen.
Zentrale Begriffe sind die MACHT, mythologische Initiation, Diskurs-Theorie, Animalischer Magnetismus, Fraktale und das populärkulturelle Phantasma.
Die Arbeit argumentiert, dass die Darstellung der MACHT als unsichtbares, durchdringendes Medium historisch eher an westliche Konzepte wie Mesmers Fluidum anknüpft als an östliche Energiekonzepte, was die Wirkung der Inszenierung plausibler macht.
Die Untersuchung zeigt auf, dass narrative Muster und visuelle Strategien aus Computerspielen zunehmend in die Filme der zweiten Trilogie einfließen, um die interaktive Erwartungshaltung moderner Nutzer zu bedienen und die Merchandising-Verwertungskette zu optimieren.
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