Essay, 2004
18 Seiten
Ein-Griff der “unsichtbaren Hand”
Die selbstzerstörerische Kraft der Gier
Altruistische Züge des Handels
Die Ökonomie der Habgier
Aktienoptionen - der Anreiz zur Selbstbereicherung
Gezähmte Gier in gesunden Unternehmen
Selbstbindung an den langfristigen Erfolg
Die vorliegende Arbeit untersucht die destruktiven Auswirkungen unkontrollierter Gier auf die moderne Unternehmensführung und analysiert, inwiefern eine Neuausrichtung von Anreizsystemen sowie ein erweitertes Verständnis unternehmerischer Verantwortung notwendig sind, um nachhaltigen Unternehmenserfolg zu sichern.
Die selbstzerstörerische Kraft der Gier
Einer antiken Sage zufolge zerstörte einst der junge Königssohn Erysichthon den heiligen Hain der Demeter. Gegen alle Warnungen fällte er die Bäume, um sich aus dem Holz einen Saal zu bauen und dort herrliche und üppige Mahlzeiten mit seinen Freunden einzunehmen. Doch Demeter verfluchte ihn in ihrem Zorn und entfachte in ihm einen heftigen, wilden und glühenden Hunger. Was immer er verschlang, es ergriff ihn sogleich wieder die Begierde nach Mehr. Nachdem nichts Essbares mehr übrig war, begann er in seiner Gier sich selbst zu verspeisen.
Der Schweizer Nationalökonom Hans Christoph Binswanger hat diese Sage im Lichte der modernen Ökonomie neu interpretiert. Erysichthon steht für den homo oeconomicus, der spätestens mit Erfindung des Geldes keine Grenzen der Sättigung mehr kennt. Da Geld nicht verdirbt und gegen jede Art von Gütern eingetauscht werden kann, vermehrt sein Besitz ständig die Bedürfnisse. Vor allem die Gier nach Gütern, die den eigenen Geltungsdrang befriedigen, wird mit Geld angefacht. So wollte auch Erysichthon, seine Gäste mit seinem Prunksaal beeindrucken und sich damit Ansehen, Prestige und Macht verschaffen.
Ein-Griff der “unsichtbaren Hand”: Kritisiert das Versagen der klassischen Marktmechanismen im Hinblick auf das Allgemeinwohl angesichts grassierender Selbstbereichungsstrategien.
Die selbstzerstörerische Kraft der Gier: Veranschaulicht anhand der Erysichthon-Sage, wie maßlose Gier und Geltungssucht zur Selbstzerstörung von Akteuren und Unternehmen führen können.
Altruistische Züge des Handels: Argumentiert, dass erfolgreicher Handel langfristig auf wechselseitiger Rücksichtnahme und ethischem Verhalten basiert, statt nur auf reinem Eigennutz.
Die Ökonomie der Habgier: Analysiert, wie das Streben nach kurzfristigem Shareholder Value die Trennung von tatsächlicher Produktivität und Aktienkursen befeuerte.
Aktienoptionen - der Anreiz zur Selbstbereicherung: Untersucht, wie fehlerhafte Anreizsysteme durch Aktienoptionen Manager zu Bilanzmanipulationen und zur Vernichtung von Firmenwerten verleiteten.
Gezähmte Gier in gesunden Unternehmen: Plädiert für ein "erweitertes Wirtschaftlichkeitsprinzip", das materielle, soziale und mentale Ressourcen gleichermaßen berücksichtigt.
Selbstbindung an den langfristigen Erfolg: Erläutert, dass moralische Verantwortung und die Einbindung aller Stakeholder die notwendigen Instrumente sind, um Gier zu kanalisieren und langfristigen Erfolg zu sichern.
Gier, Habgier, Aktienoptionen, Shareholder Value, Corporate Health, Selbstbereicherung, Wirtschaftsethik, Unternehmenserfolg, Stakeholder, Eigennutz, Anreizsysteme, Wirtschaftskrise, Management, Bilanzmanipulation, Verantwortung.
Die Arbeit analysiert die negativen Folgen exzessiver Gier in der modernen Unternehmenswelt und zeigt auf, wie diese durch ethische Leitplanken und verantwortungsbewusste Managementstrukturen begrenzt werden kann.
Im Zentrum stehen die psychologischen Aspekte der Gier, die Kritik an gängigen Vergütungsmodellen wie Aktienoptionen sowie die Entwicklung eines ganzheitlichen "Corporate Health"-Ansatzes.
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie die "Habsucht" von Entscheidungsträgern so kanalisiert oder gezähmt werden kann, dass sie nicht mehr schädlich wirkt, sondern im Sinne des langfristigen Unternehmenserfolgs dient.
Der Autor nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die ökonomische Analysen mit kulturhistorischen Metaphern (wie der Erysichthon-Sage) und ethischen Fragestellungen verknüpft.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Mechanismen der Selbstbereicherung, der Kritik am Shareholder-Value-Paradigma und den notwendigen Reformen im Bereich der Corporate Governance.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie "Corporate Health", "erweitertes Wirtschaftlichkeitsprinzip", "Selbstbindung", "Geltungssucht" und der kritischen Auseinandersetzung mit "Shareholder Value".
Laut Autor haben unrealistische Erwartungen, geschürt durch Analysten und Investment-Banker im Namen des Shareholder Value, eine omnipräsente Gier entfacht, die reale Unternehmenswerte von den Aktienkursen entkoppelte.
Sie setzen falsche Anreize, die Führungskräfte dazu verleiten, kurzfristige Kursgewinne durch Bilanzkosmetik oder Kostensenkungen zu Lasten der langfristigen Substanz und der Mitarbeiter zu maximieren.
Corporate Health ist ein Zustand, der langfristig nur gewahrt werden kann, wenn Unternehmen nicht nur ihre materiellen, sondern auch ihre sozialen und mentalen Ressourcen (wie Visionen und loyale Mitarbeiter) schonend und effektiv einsetzen.
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