Diplomarbeit, 2005
108 Seiten, Note: 1,5
1. Kapitel: Einleitende Gedanken
1.1 Vorbemerkung zum Titel der Diplomarbeit
1.2 Zum Thema dieser Diplomarbeit
1.3 Fragestellung und Struktur
1.4 Datenschutz
1.5 Anlagen
2. Kapitel: Fallbeispiel: Lasse und sein Weg in den Waldkindergarten
2.1 Ausgangssituation
2.2 Vorstellung in der Frühförderstelle
2.3 Diagnostik
2.4 Anamnese
2.5 Soziale und familiäre Situation
2.6 Eindrücke von Lasses Entwicklungsstand zum Zeitpunkt des Beginns der Integrationsmaßnahme
2.6.1 Wahrnehmung
2.6.2 Motorik
2.6.3 Sprache
2.6.4 Interaktion/ Spiel- und Sozialverhalten
2.6.5 Besondere Interessen/ Ressourcen
2.6.6 Ziele für seine Entwicklung
2.7 Die Suche nach einem Kindergarten
2.8 Der Prozess der Bewilligung einer Begleitperson
2.9 Aktuelle Situation im Waldkindergarten
3. Kapitel: Der Waldkindergarten
3.1 Der Waldkindergarten - einleitende Gedanken
3.2 Ein Abriss der Geschichte von Waldkindergärten in Deutschland
3.3 Formen des Waldkindergartens
3.4 Konzeptionelle Grundlagen und pädagogische Ziele
3.5 Der Waldkindergarten und seine besonderen Möglichkeiten
3.5.1 Welche besonderen Fördermöglichkeiten ergeben sich im Waldkindergarten?
3.5.1.1 Wahrnehmungsförderung
3.5.1.2 Motorische Förderung
3.5.1.3 Förderung von Sprache und Kommunikation
3.5.1.4 Förderung sozialer Kompetenzen
3.5.2 Und in der Schule? – Häfners Untersuchungen zu schulischen Leistungen von Waldkindern in der Grundschule
3.5.3 Zusammenfassung
4. Kapitel: Autismus
4.1 Was ist Autismus?
4.2 Formen von Autismus
4.2.1 Frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom)
4.2.2 Das Asperger-Syndrom
4.2.3 „High functioning” – Autismus
4.2.4 A-typischer Autismus
4.3 Sozialrechtliche Zuordnung von Kindern mit Autismus
4.4 Herausforderung Kindergartengruppe
4.4.1 Sozialverhalten
4.4.2 Kommunikation und Sprache
4.4.3 Wahrnehmung
4.5 Förder- und Behandlungsformen für autistische Menschen
4.5.1 Grundsätzliche Prinzipien in der therapeutischen Arbeit
4.5.2 Förderansätze
4.5.2.1 Wahrnehmungsförderung
4.5.2.2 Förderung von Sprache und Kommunikation
4.5.2.3 Training sozialer Fertigkeiten
4.5.2.4 Verhaltenstherapeutische Verfahren
4.5.2.5 Psychoedukative Frühinterventionsprogramme
4.5.2.6 Psychoanalytische Behandlungsmethoden
4.5.2.7 Symptomorientierte Verhaltensmodifikation
4.5.2.8 Pharmakotherapie
4.5.2.9 Weitere gängige therapeutische Verfahren
5. Kapitel: Integration - Eine Chance für autistische Kinder in der vorschulischen Erziehung
5.1 Was ist Integration?
5.2 Relevante Gesetzesgrundlagen
5.3 Der Behinderungsbegriff
5.4 Soziale und personale Integration
5.5 Wie die Heilpädagogik Teilhabe ermöglichen kann
5.6 Integrationsmaßnahmen für autistische Kinder im Kindergarten
5.7.Vorgehensweisen und methodische Schwerpunkte der integrativen Arbeit im Waldkindergarten mit Lasse
5.7.1 Arbeit mit dem Kind in der Gruppe
5.7.1.1 Teilnehmende Beobachtung
5.7.1.2 Systematische Beobachtung
5.7.1.3 Prozessanalyse
5.7.1.4 Interventionen
5.7.1.5 Evaluation von Interventionen
5.7.2 Ressourcenorientiertes Arbeiten in Kleingruppen
5.7.3 Elternarbeit
5.7.4 Zusammenarbeit mit dem Team
5.7.5 Netzwerkarbeit/ Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Fachpersonen
5.7.6 Arbeit mit den Eltern der anderen Kinder
5.8 Exkurs: Integration und Normalisierung aus Sicht eines erwachsenen Autisten
6. Kapitel: Qualitative Datenerhebung in Form von leitfadengestützten Interviews
6.1 Praktische und theoretische Grundlage und Fragestellung
6.2. Erläuterung der Methode
6.3 Durchführung
6.4 Auswertung
6.4.1 Vorgehensweise
6.4.2 Interviews
6.4.3 Nähere Beschreibung der Befragten
7. Kapitel: Ergebnisse der empirischen Forschungsarbeit
7.1 Darstellung der Ergebnisse
7.2 Kategorien
7.2.1 Kategorie 1: Wirkung des Waldkindergartens auf Lasses Entwicklung
7.2.2 Kategorie 2: Günstige Bedingungen des Waldkindergartens für Lasses Entwicklung
7.2.3 Kategorie 3: Ungünstige Bedingungen des Waldkindergartens für Lasses Entwicklung
7.2.4 Kategorie 4: Günstige Bedingungen des Waldkindergartens für die Entwicklung autistischer Kinder im Allgemeinen
7.2.5 Kategorie 5: Ungünstige Bedingungen des Waldkindergartens für die Entwicklung autistischer Kinder im Allgemeinen
7.2.6 Kategorie 6: Möglicher Umgang mit eher ungünstigen Bedingungen des Waldkindergartens
7.2.7 Kategorie 7: Grundvoraussetzungen für eine Integration im Waldkindergarten mit autistischen Kindern
7.2.8 Kategorie 8: Rolle/ Aufgaben der Integrationsfachkraft im Waldkindergarten
7.2.9 Kategorie 9: Übertragbarkeit auf autistische Kinder im Allgemeinen
8. Kapitel: Diskussion der Ergebnisse
8.1 Vorbemerkung
8.2 Diskussion
9. Kapitel: Ausblick
9.1 Nutzbarmachung der Ergebnisse für andere autistische Kinder und ihre Familien
9.2 Impulse für ein thematisches Weiterdenken
10. Bibliographie
Die Diplomarbeit untersucht am Beispiel eines 5-jährigen Kindes mit Asperger-Syndrom, welche Chancen und Grenzen die Integration von autistischen Kindern im Waldkindergarten bietet. Ziel ist es, herauszufinden, ob Waldkindergärten konzeptionell und praktisch günstige Voraussetzungen für diese spezifische Form der Entwicklungsförderung schaffen.
3.5.1.1 Wahrnehmungsförderung
In der Literatur wird immer wieder die Bedeutung des Ganzheitlichen Lernens im Sinne Pestalozzis hervorgehoben. Das heißt für die Wahrnehmungsförderung auch: „...in den Wald zu gehen und dort den Baum mit allen Sinnen in seinem einmaligen Lebensraum und seiner Natürlichkeit zu erfassen“ (MIKLITZ, 2004, S. 47). Erzieher von Waldkindergärten sehen, besonders in Bezug auf die Wahrnehmung, gute Fördermöglichkeiten im Wald. Sie halten ihn für gut geeignet „...für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen“ (HUPPERTZ, 2004, S. 28).
„Gerade für die Sinne stellt der Wald durch den Wechsel von Licht und Schatten, verschiedene Formen von Stämmen, Zweigen und Pflanzen und verschiedene Tierarten und deren Rufe eine reizvolle Umgebung dar“ (LUDWIG, 2004, S. 6). Im Waldkindergarten werden sowohl die körpernahen Sinnesmodalitäten3) als auch die körperfernen Sinne4) gefördert. Nachfolgend sollen einige solcher Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden.
Der Wald bietet den Kindern Stille, etwas, das in der modernen Welt sehr rar geworden zu sein scheint. „Stille führt über erweiterte Möglichkeiten der Selbstwahrnehmung zum kreativen und produktiven Umgang mit den Gedanken, Erfahrungen, Wahrnehmungen, denen erst die Stille Raum gibt“ (MIKLITZ, 2004, S. 71). Die Kinder haben im Gegensatz zu den meisten Kindertageseinrichtungen einen bedeutend geringeren Lärmpegel, da der Wald den Schall absorbiert. Auf diese Weise können die Kinder etwa die Geräusche der Tiere, des Wassers und ihrer selbst (z.B. Stimme, Gehgeräusche auf unterschiedlichem Untergrund, Körpergeräusche) viel differenzierter und bewusster wahrnehmen. Auditiv sind Kinder in Waldkindergärten also nicht so überreizt und abgelenkt und haben damit gute Vorraussetzungen für die Entwicklung ihrer Selbstwahrnehmung.
1. Kapitel: Einleitende Gedanken: Einführung in die Thematik, Erläuterung des Titels und Darlegung der Fragestellung zur Integration autistischer Kinder im Waldkindergarten.
2. Kapitel: Fallbeispiel: Lasse und sein Weg in den Waldkindergarten: Detaillierte Fallbeschreibung des autistischen Jungen Lasse, seiner Diagnose und des Prozesses der Bewilligung einer Integrationsfachkraft.
3. Kapitel: Der Waldkindergarten: Theoretische Auseinandersetzung mit der Geschichte, Konzeption und den spezifischen Förderpotenzialen des Waldkindergartens für die kindliche Entwicklung.
4. Kapitel: Autismus: Medizinisch-pädagogische Grundlagen zum Thema Autismus, verschiedene Syndromformen und Ansätze zur Förderung und Therapie.
5. Kapitel: Integration - Eine Chance für autistische Kinder in der vorschulischen Erziehung: Rechtliche und pädagogische Rahmenbedingungen für Integration sowie methodische Schwerpunkte der Arbeit im Waldkindergarten.
6. Kapitel: Qualitative Datenerhebung in Form von leitfadengestützten Interviews: Beschreibung der empirischen Vorgehensweise, der Methodik der Interviews und der Auswertung der gesammelten Daten.
7. Kapitel: Ergebnisse der empirischen Forschungsarbeit: Zusammenfassung und Kategorisierung der Ergebnisse aus den Experten- und Betroffeneninterviews.
8. Kapitel: Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion und Verknüpfung der empirischen Erkenntnisse mit der Literatur und der praktischen Erfahrung der Autorin.
9. Kapitel: Ausblick: Impulse für die praktische Nutzung der Ergebnisse und Anregungen für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
10. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Internetquellen und sonstigen Dokumente.
Waldkindergarten, Autismus, Integration, Heilpädagogik, Frühförderung, Asperger-Syndrom, Inklusion, Wahrnehmungsförderung, Entwicklungsförderung, Soziale Kompetenz, Qualitative Forschung, Einzelintegration, Kindertagesstätte, Förderung autistischer Kinder.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, ob ein Waldkindergarten aufgrund seiner spezifischen pädagogischen Struktur besonders geeignete Voraussetzungen für die Integration autistischer Kinder bietet.
Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Autismus, Waldkindergartenpädagogik und integrative Erziehung, ergänzt durch ein konkretes Fallbeispiel einer heilpädagogischen Begleitung.
Das Ziel ist die Identifizierung von Chancen und Grenzen, die sich bei der Integration autistischer Kinder in einem Waldkindergarten ergeben, unter Berücksichtigung konzeptioneller und praktischer Aspekte.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche und empirischer qualitativer Sozialforschung, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit Experten und Betroffenen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Autismus und Waldkindergärten, die Darstellung der rechtlichen und methodischen Integrationsarbeit sowie eine empirische Auswertung von Experteninterviews.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Waldkindergarten, Autismus, Integration, Einzelintegration, heilpädagogische Förderung und Wahrnehmungsentwicklung.
Die Arbeit betont, dass eine erfolgreiche Integration im Waldkindergarten für autistische Kinder untrennbar mit einer ständigen, empathischen Begleitung verbunden ist, die als "Übersetzer" zwischen Kind und Gruppe fungiert.
Die befragten Experten heben klare Strukturen, die Natur als reizarme Umgebung und die soziale Vorbildfunktion anderer Kinder hervor, sehen aber Herausforderungen in der Komplexität von Rollenspielen.
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