Wissenschaftlicher Aufsatz, 2002
29 Seiten
1. WOZU GANZHEITLICHES RISIKOMANAGEMENT?
2. DIE NATUR DES RISIKOS
2.1 Das Risiko “menschlichen Versagens”
2.2 Zur Kausalität von Schadenereignissen
2.3 Risiken durch Wertkonflikte
2.4 Sach- und Wertaspekte im Risiko
2.4.1 Zur Genese des Risikos
3. UNTERNEHMERISCHE RISIKEN – VERSUCH EINER GANZHEITSSCHAU
3.1 Bestandsrisiken
3.2 Ethikrisiken
3.2.1 Identifizieren von Ethikrisiken mit Hilfe des Stakeholder Modells
3.2.2 Die Machtmittel der Stakeholder – ein Risiko
3.2.3 Risikokommunikation: Die Kunst des Aushandelns von Risiken
3.3 Sinnrisiken
3.4 Ganzheitliches Risiko-Management auf der Basis eines Werte-Managments
4. VERANTWORTLICHER UMGANG MIT RISIKEN IN UNTERNEHMEN
4.1 Verantwortung als Durchsetzung von Werten
4.2 Der Nutzen ganzheitlicher Verantwortung
4.3 Die LOGIK ganzheitlicher Verantwortung in Unternehmen
4.4 Grundsätze zur ganzheitlichen Bewältigung unternehmerischer Risiken
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein ganzheitliches Verständnis von unternehmerischem Risikomanagement zu etablieren, das über rein monetäre Analysen hinausgeht und ethische sowie sinnbezogene Dimensionen in den Entscheidungsprozess integriert.
2.4 Sach- und Wertaspekte im Risiko
Zwecke, Ziele, Intentionen, Interessen eines Menschen hängen wesentlich von seinen Wertvorstellungen ab. Werte geben an, was in der Zukunft gewünscht wird. Sie orientieren das menschliche Handeln, so daß es zur Entstehung der intendierte Wirklichkeit beiträgt. Werte sind widersprüchliche Wegweiser. Sie geraten leicht miteinander in Konflikt. In unserem Beispiel handelt es sich um den Wert des Gemeinschaftsgefühls im Fußball, der mit dem Wert der Sicherheit und Unversehrtheit der Passagiere in Konflikt gerät. So löst das Risiko, ein nationales Ereignis zu versäumen, das Risiko aus, einen Unfall zu verursachen.
Was bedeutet dies für unser Verständnis von „Risiko“? Risiken sind kalkulierte Prognosen künftiger Schäden. Im Risiko werden zwei komplementäre Aspekte aufeinander bezogen: ein „objektiver“ Sachverhalt auf einen „subjektiven“ Wert. Dies zeigt sich im Begriff des Schadens, der eine solche relationale Größe darstellt: ein bestimmter Sachverhalt etwa ein brennendes Schiff vernichtet bestimmte Werte wie z. B. das Leben der Passagiere.
Nebenbei bemerkt: der Sachverhalt eines brennenden Schiffes kann auch Werte schaffen, wenn daraus ganze Branchen wie Feuerwehr oder Schiffsbauer ihr Auskommen beziehen. Was dem einen schadet, kann unter Umständen dem anderen nützen.
1. WOZU GANZHEITLICHES RISIKOMANAGEMENT?: Einleitung in die Problematik der Wertevernichtung durch Risiken und die Notwendigkeit, über rein betriebswirtschaftliche Kennzahlen hinauszublicken.
2. DIE NATUR DES RISIKOS: Untersuchung der Ursachen von Risiken, der Kausalität von Schadensereignissen und der Bedeutung von subjektiven Wertvorstellungen bei der Risikobewertung.
3. UNTERNEHMERISCHE RISIKEN – VERSUCH EINER GANZHEITSSCHAU: Detaillierte Betrachtung von Bestands-, Ethik- und Sinnrisiken sowie die Einführung des Stakeholder-Modells für eine umfassende Risikoanalyse.
4. VERANTWORTLICHER UMGANG MIT RISIKEN IN UNTERNEHMEN: Diskussion über die verschiedenen Formen der Verantwortung und die Anwendung des LOGIK-Schemas zur Förderung eines ganzheitlichen Risikobewusstseins.
Ganzheitliches Risikomanagement, Wertanalyse, Bestandsrisiken, Ethikrisiken, Sinnrisiken, Stakeholder, LOGIK-Schema, Verantwortung, Wertvorstellungen, Risikokommunikation, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit, Unternehmenskultur, Ressourcenmanagement.
Die Arbeit behandelt die Erweiterung des klassischen Risikomanagements um eine ethische und sinnbezogene Dimension, um unternehmerische Risiken ganzheitlich betrachten und bewältigen zu können.
Zentrale Themen sind die Kategorisierung von Risiken, die Bedeutung von Stakeholder-Interessen, die Rolle der Unternehmenskultur sowie die logischen Strukturen, die verantwortliches Handeln in Unternehmen ermöglichen oder behindern.
Das Ziel ist es, Managern ein Suchmuster und ein ethisches Fundament an die Hand zu geben, um langfristig die Interessen des Unternehmens und der betroffenen Stakeholder besser zu wahren.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der betriebswirtschaftliche Konzepte mit Erkenntnissen aus der Ethik, der Psychologie und den Sozialwissenschaften kombiniert, um Risiken als soziale Konstrukte zu analysieren.
Im Hauptteil erfolgt eine Differenzierung in Bestands-, Ethik- und Sinnrisiken sowie die Herleitung des sogenannten LOGIK-Schemas, welches fünf kritische Erfolgsfaktoren (Leadership, Organisation, Gruppendynamik, Individuen, Kultur) zur Risikominimierung definiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertanalyse, ganzheitliches Management, Stakeholder-Dialog und verantwortungsvolles Wirtschaften geprägt.
Das LOGIK-Schema ist ein Analyseinstrument des Autors, das fünf zentrale Einflussfaktoren eines Unternehmens aufzählt, um Diskrepanzen zwischen dem Anspruch auf verantwortliches Handeln und der betrieblichen Wirklichkeit aufzudecken.
Sie formulieren ein erweitertes Wirtschaftlichkeitsprinzip: Unternehmen sollen nicht mehr nehmen als geben, Partner achten und sich als Teil eines größeren Ganzen begreifen, um die eigene Gesundheit langfristig zu sichern.
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