Examensarbeit, 2006
132 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Terminologische Abgrenzung
2.1 Definition der Essstörung und Sucht
2.2 Hauptformen der Essstörungen
3 Das Störungsbild
3.1 Symptomatik
3.1.1 Bulimisches Essverhalten
3.1.1.1 Essanfälle
3.1.1.2 Erbrechen und Medikamentenmissbrauch
3.1.2 Psychodynamik des Essverhalten
3.1.2.1 Zwischen Diät und Fressen
3.1.2.2 Bulimie als Konfliktlösungsstrategie
3.1.3 Heimlichkeit und Doppelleben
3.1.4 Komorbidität
3.2 Diagnosekriterien
3.3 Epidemiologie
4 Ätiologie
4.1 Prädisponierende Faktoren
4.1.1 Familiäre Entstehungsmechanismen
4.1.1.1 Familiendynamik
4.1.1.2 Mutterrolle
4.1.1.3 Vater - Oberhaupt der Familie
4.1.1.4 Weitere Familienmitglieder
4.1.2 Soziokulturelle Ursachen
4.1.2.1 Gesellschaftliche Frauenrolle
4.1.2.2 Unerreichbares Schlankheitsideal
4.1.3 Individuelle Faktoren
4.1.3.1 Wer bin ich? – Probleme der Identitätsfindung
4.1.3.2 Persönlichkeitsmerkmale
4.1.3.3 Individuelle Lernerfahrungen im Zusammenhang mit Nahrung
4.1.4 Biologische Theorien
4.2 Auslösende Bedingungen
4.2.1 Pubertät als einschneidende Zeit
4.2.2 Diät – gezügeltes Essverhalten
4.2.3 Traumatische Erlebnisse
4.3 Vorläufiges Resümee
5 Folgen
5.1 Somatische Folgen
5.2 Psychische Folgen
6 Behandlung
6.1 Psychotherapeutische Ansätze
6.2 Therapieziele
6.3 Weitere Behandlungsmöglichkeiten und Methoden
6.4 Beispiele
7 Fallbeispiel
8 Konsequenzen für die Schulpraxis
8.1 Erzieherischer Auftrag der Schule
8.2 Präventive Projekte
8.2.1 Inhalte und theoretische Modelle
8.2.2 Schweizer Präventions- und Interaktionsstudie
9 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Hausarbeit zielt darauf ab, einen umfassenden theoretischen Überblick über das Störungsbild der Bulimie im Jugendalter zu geben, die Ursachen und Folgen zu analysieren und entsprechende präventive Maßnahmen für das schulische Umfeld zu erörtern.
3.1.1.1 Essanfälle
Ein Heißhungeranfall wird definiert als impulsive Nahrungsaufnahme, der in diesem Moment genussvoll nachgegangen wird, die aber außerhalb des Heißhungeranfalls nicht mehr nachvollzogen werden kann (vgl. Habermas, 1990, S. 18.) Bei der Bulimie wird nicht der Körper beherrscht, wie es bei der Anorektikerin der Fall ist. Die Bulimikerin beherrscht das Essen bzw. wird von ihm beherrscht. Sie versucht dadurch andere Dinge zu kompensieren. Oft braucht sie das Essen in Phasen innerer Leere und wenn sie Angst hat (Heinemann/Hopf, 2001, S. 193). Bulimie ist eine Hassliebe zum Essen. Die Nahrung wird benutzt, um Gefühle, wie zum Beispiel die innere Leere, aufzufüllen. Der Bulimie gehen normalerweise mehrere Diätversuche voraus.
Die Mangelernährung führt dann jedoch zu Heißhungerattacken. Die Bulimikerin bekommt einen Essanfall und isst große Mengen kalorienreicher Nahrung. Sie verliert dabei die Kontrolle über sich selbst. Nach dem Essanfall hat sie ein schlechtes Gewissen und ekelt sich vor sich selbst. Sie meint sie sei ‚schlecht’ und versucht durch das Erbrechen der Nahrung die Kontrolle zurück zu gewinnen. Bulimikerinnen wissen normalerweise, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, deshalb schämen sie sich und behalten ihr Geheimnis für sich (vgl. Johnson Institute, 1998, S. 8-9, Übersetzung der Verfasserin).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Bulimie ein, beleuchtet ihre Verheimlichung und Relevanz für das Umfeld und definiert den theoretischen Fokus der Hausarbeit.
2 Terminologische Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert Essstörungen als psychosomatische Erkrankungen, erklärt den Suchtcharakter im Kontext der Bulimie und differenziert die verschiedenen Hauptformen.
3 Das Störungsbild: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Symptomatik, die psychodynamischen Hintergründe des Essverhaltens, die Heimlichkeit der Betroffenen, Komorbiditäten sowie Diagnosekriterien und Epidemiologie.
4 Ätiologie: Dieses Kapitel untersucht multifaktorielle Ursachen, insbesondere familiäre Mechanismen, soziokulturelle Faktoren wie die Frauenrolle und das Schlankheitsideal sowie individuelle Persönlichkeitsmerkmale.
5 Folgen: Dieses Kapitel analysiert die somatischen und psychischen Langzeitfolgen der Bulimie für die Gesundheit und das soziale Umfeld der Betroffenen.
6 Behandlung: Dieses Kapitel stellt verschiedene psychotherapeutische Ansätze, Therapieziele sowie medikamentöse und unterstützende Maßnahmen wie Selbsthilfegruppen dar.
7 Fallbeispiel: Dieses Kapitel illustriert anhand einer Fallstudie (Interview) die theoretischen Entstehungsmechanismen und den Verlauf der Krankheit in der Praxis.
8 Konsequenzen für die Schulpraxis: Dieses Kapitel behandelt den erzieherischen Auftrag von Lehrern sowie die Möglichkeiten und Grenzen präventiver Projekte im schulischen Kontext.
9 Zusammenfassung und Ausblick: Dieses Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse zur Entstehung, Aufrechterhaltung und Behandlung der Bulimie und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit gesellschaftlicher Bewusstseinsänderungen.
Bulimie, Anorexie, Ess-Brech-Sucht, Essstörungen, Pubertät, Identitätsfindung, Familienstruktur, Suchtprävention, Schulpraxis, Psychosomatik, Schlankheitsideal, Rollenverteilung, Ernährung, Therapie, Selbstwertgefühl
Die Arbeit befasst sich intensiv mit der Essstörung Bulimia nervosa (Bulimie) bei Jugendlichen, insbesondere mit deren Ursachen, den daraus resultierenden physischen und psychischen Folgen sowie Möglichkeiten der Prävention und Therapie.
Die zentralen Themen sind die multifaktoriellen Ursachen (Familie, Soziokultur, Persönlichkeit), das spezifische Störungsbild, der Verlauf der Krankheit, die Folgen für die Gesundheit sowie der erzieherische Auftrag von Schulen im Umgang mit betroffenen Schülern.
Das Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die Entstehung der Bulimie zu schaffen, um daraus erfolgreiche, praxisnahe Präventionskonzepte und therapeutische Ansätze abzuleiten.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen sowie auf eine ergänzende Fallstudie in Form eines Interviews mit einer betroffenen Person.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Analyse der Ätiologie (Ursachenforschung), die Beschreibung der Symptomatik (Ess-Brech-Anfälle) und die psychodynamischen Prozesse sowie die Darstellung konkreter Therapiemöglichkeiten.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Bulimie, Ess-Brech-Sucht, Familiendynamik, Schlankheitsideal, Identitätskrise, Suchtprävention und Schulpraxis geprägt.
Die Familie nimmt eine zentrale Rolle ein; die Arbeit beschreibt Faktoren wie Scheinharmonie, hohe Leistungserwartungen, Rollenverwischungen und die Weitergabe von Problemen über Generationen hinweg als begünstigende Bedingungen.
Die Prävention ist schwierig, da reine Wissensvermittlung nicht ausreicht. Zudem stehen Lehrer oft vor der Herausforderung, trotz ihres Erziehungsauftrags nicht in den persönlichen Kontakt zu dringen, da Betroffene ihr Leiden meist erfolgreich verbergen.
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