Magisterarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
I. Die Entwicklung des Bankensystems im historischen Überblick
a. Vom Geldverleih zum Online-Banking
b. Russische Banken vor 1917
c. Banken als Staatsorgane
II. Die Strukturreformen seit Ende der 80er Jahre
a. Liberalisierung des Bankensystems
b. Die Krise von 1998 (Ursachen und Auswirkungen auf die Banken)
III. Die heutige Struktur des Bankensystems, Kritik und Vorschläge der Weltbank
a. Gesetzeslage und Kontrollorgane
i. Die Rolle der Zentralbank
ii. Zahlungsverkehr
iii. ARCO – Agentur für Bankenrestrukturierung
b. Die Staatsbanken
i. Sberbank – der Goliath
ii. Regierungsbanken
c. Russische Privatbanken
i. Die Rolle im Wirtschaftsleben
ii. „Taschenbanken“
d. Ausländische Bankhäuser in Russland
i. Gesetzliche Beschränkungen
ii. KMB-Bank - erfolgreiches Projekt für den Mittelstand
IV. Perspektiven für die weitere Entwicklung
Die vorliegende Arbeit untersucht und analysiert die Entwicklung des Bankensystems der Russischen Föderation. Die Forschungsfrage konzentriert sich dabei auf den historischen Wandel, die strukturellen Reformen seit den 1980er Jahren sowie die Bewertung der heutigen Bankenlandschaft unter Berücksichtigung der Empfehlungen internationaler Institutionen wie der Weltbank.
a. Vom Geldverleih zum Online-Banking
Bereits aus dem alten Babylon werden Zeugnisse über reges Finanzleben überliefert. Die Geldverleiher des Hauses „Igibi“ kontrollierten das Geschäftsleben der Stadt. Sie gaben Kredite, nahmen Einlagen an und vertraten ihre Kunden bei Geldgeschäften jeglicher Art. [6]
Im antiken Griechenland waren Priester die ersten, die Einlagen der Bevölkerung annahmen. Bedingt durch aktive Handelstätigkeiten der griechischen Police, entwickelte sich ein diversifiziertes Finanzsystem. Aus der Zeit sind auch erste Gesetze über die Finanztätigkeit bekannt, in denen die Rechte und Pflichten der Gläubiger und Kreditoren aufgeführt waren.
Das alte Rom übernahm das griechische Finanzsystem. Aber das Geschäft wurde stärker reguliert. So waren die Geschäftsleute verpflichtet, genauestens Buch über alle getätigten Geschäfte zu führen, einmal in chronologischer Reihenfolge (adversarium) und parallel dazu im Hauptbuch (Codex rationum mensae). Im Hauptbuch hatte jeder Kunde eine eigene Seite, aufgeteilt in Kredit- (acceptum ferre) und Debitteil (expensum ferre). Beide Bücher mussten im Streitfall dem Gericht vorgelegt werden. [6] Damit entstand ein Vorläufer, der im Mittelalter in Venedig eingeführten doppelten Buchführung, die dann allgemeine Verbreitung erfuhr.
I. Die Entwicklung des Bankensystems im historischen Überblick: Beleuchtung der wechselvollen Geschichte russischer Banken bis hin zum Zusammenbruch der Sowjetunion.
II. Die Strukturreformen seit Ende der 80er Jahre: Untersuchung der ersten Reformschritte unter Gorbatschow und Jelzin sowie der Ursachen für das Scheitern, das in der Krise von 1998 gipfelte.
III. Die heutige Struktur des Bankensystems, Kritik und Vorschläge der Weltbank: Analyse der aktuellen Bankenlandschaft, der Gesetzgebung und der Rolle der Aufsichtsorgane basierend auf Berichten der Weltbank.
IV. Perspektiven für die weitere Entwicklung: Diskussion zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten unter Einbeziehung der Einlagensicherung sowie des Wachstums von Hypotheken- und Konsumentenkreditmärkten.
Russische Föderation, Bankensystem, Zentralbank, Sberbank, Transformationsökonomie, Finanzkrise 1998, Weltbank, Bankenaufsicht, Einlagensicherung, Privatisierung, Konsolidierung, Kreditwesen, Geldpolitik, Hypothekenmarkt, Taschenbanken.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung, den strukturellen Veränderungen und dem aktuellen Zustand des russischen Bankensystems vom historischen Rückblick bis zur Gegenwart.
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Wandel, die Auswirkungen der 1998er Krise, die Rolle staatlicher versus privater Banken sowie die Modernisierung unter dem Einfluss der Weltbank.
Das Ziel ist eine fundierte Analyse und Bewertung der russischen Bankenlandschaft sowie die Identifikation von Herausforderungen für deren zukünftige Stabilität.
Der Autor stützt sich auf eine Literatur- und Dokumentenanalyse, insbesondere auf Berichte der Weltbank, russische Bankengesetze sowie Analysen verschiedener Finanzexperten.
Im Hauptteil werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Rolle der Zentralbank, das Geschäftsmodell von Staats- und Privatbanken sowie die Bedeutung ausländischer Institute detailliert analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transformationsökonomie, Finanzkrise 1998, Zentralbank, Einlagensicherung und Bankenaufsicht charakterisiert.
Der Autor ordnet diese als undurchsichtige Institute ein, die primär ihre Muttergesellschaften bedienen und die Stabilität des Finanzsektors durch unsaubere Praktiken gefährden.
Die Sberbank wird als dominierender Akteur („der Goliath“) beschrieben, der aufgrund seiner Größe und staatlichen Rückendeckung eine zentrale, aber aus marktwirtschaftlicher Sicht teils kritisch zu betrachtende Rolle einnimmt.
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