Magisterarbeit, 2004
103 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Quellen und Literatur zur Preußenmission des Deutschen Ordens
1.1. Die Quellen zur Preußenmission
1.2. Die Literatur zur Preußenmission
2. Ein kurzer Überblick über die preußische Mission
2.1. Die Zeit vor der Ankunft in Preußen (1191-1225)
2.2. Die Zeit der Preußenmission (1226-1283)
3. Orientierungspunkte in der Geschichte des Ordens selbst
3.1. Vom Wesen des Deutschen Ritterordens
3.2. Die Erfahrungen im Heiligen Land
3.3. Die ungarische Mission
3.4. Die innere Struktur des Deutschen Ordens
4. Die vorangegangenen Missionen in Preußen
4.1. Allgemeiner Überblick über die vorangegangenen Missionen
4.2. Die Missionstätigkeit Bischof Christians
5. Mögliche Einflußquellen von weltlicher und geistlicher Seite
5.1. Friedrichs II Staat als Beispiel
5.2. Die Bibel als mögliche Einflußquelle
5.3. Die Rolle des Papstes bei der Missionierung Preußens
5.4. Der Christburger Friede
5.5. Die preußischen Bistümer
6. Die Preußenmission im größeren geschichtlichen Rahmen
6.1. Die Preußenmission im Rahmen der Ostbewegung
6.2. Vergleich Goldbulle von Rimini und Kulmer Handveste
7. Mögliche Einflußquellen von preußischer Seite
7.1. Das Volk der Prußen als Einflußfaktor
7.2. Das Land der Prußen als Einflußfaktor
8. Unvorhersehbare Faktoren und eine mögliche Wende
8.1. Die Pest von 1237
8.2. Herzog Swantopolk
8.3. Gab es eine Wende in der Vorgehensweise des Ordens?
9. Das preußische Unternehmen im Rahmen der Missionskonzepte
9.1. Allgemeine Einteilung der Missionsmethoden
9.2. Die Einordnung der Preußenmission
9.3. Missionsmethoden, die erwogen wurden
Schlußwort
Diese Arbeit untersucht die Missionstätigkeit des Deutschen Ordens in Preußen zwischen 1230 und 1283 mit dem Ziel zu klären, ob dem Unternehmen eine geplante Strategie zugrunde lag oder ob der Orden lediglich auf äußere Umstände reagierte. Dabei wird analysiert, inwieweit Erfahrungen aus früheren Missionen (insbesondere im Heiligen Land und in Ungarn) und zeitgenössische Einflüsse die Handlungsweise des Ordens prägten.
3.2. Die Erfahrungen im Heiligen Land
„Im Namen des Herrn, amen. Im Jahre seiner Menschwerdung 1190 zu der Zeit, als die Stadt Akkon von den Christen belagert und durch die Gnade Gottes aus den Händen der Ungläubigen zurückgewonnen wurde (...) ein Hospital gegründet.“ 50
So beginnt Peter von Dusburgs Bericht über die Gründung des Ordo fratrum hospitalis sancte Marie domus Theutonicorum Jerosolimitani. Seine Wurzeln liegen also in den Kreuzzügen nach Palästina. Nun mag man sich fragen, welche Verbindung zwischen der Gründung des Ordens im Heiligen Land und der Missionierung des Preußenlandes und einer diesbezüglichen Strategie bestehen soll. Eigentlich ähneln sich beide kaum. Bei dem Unternehmen in Palästina handelte es sich eindeutig um einen Kreuzzug, bei dem Preußischen um eine Mission – so zumindest den Bezeichnungen nach. Außerdem lagen Welten zwischen den Sarazenen und den Pruzzen, allein aufgrund ihrer Religionsauffassung und Kultur.
Ein Grundsatz der Entwicklungspsychologie lautet, die ersten Eindrücke, die ein Kind sammelt, prägen sein weiteres Leben am stärksten. Mit anderen Worten, die ersten Erfahrungen sind am eindringlichsten und werden deshalb während der gesamten weiteren Wachstumsstadien relevant bleiben und auf alle folgenden Phasen gewisse Auswirkungen haben.
Vielleicht ist ein direkter Zusammenhang dieser Aussage mit der Missionierung Preußens nicht auf den ersten Blick erkennbar, doch selbiges Prinzip läßt sich auch in der Geschichte des Spitals der Deutschen zu Jerusalem wiederfinden.
Die ideelle Grundlage wie auch die ersten Kenntnisse, die der jüngste der bedeutenden Ritterorden jener Zeit gewann, waren die Kreuzzüge in das Heilige Land. Deshalb liegt es nahe, daß, sollte eine Strategie in Bezug auf die Missionierung Preußens bestanden haben, diese zumindest teilweise an jenem Ort wurzelte; und tatsächlich scheinen die dort gewonnen Fähigkeiten und Strategien in einigen Punkten tendenziell nahtlos auf Preußen übertragen worden zu sein.
1. Quellen und Literatur zur Preußenmission des Deutschen Ordens: Analyse der primären Urkunden und sekundären Chroniken (insbes. Peter von Dusburg) zur Erforschung der Preußenmission.
2. Ein kurzer Überblick über die preußische Mission: Historischer Abriss über die Ursprünge des Ordens und den Beginn der Missionierung in Preußen ab 1226.
3. Orientierungspunkte in der Geschichte des Ordens selbst: Untersuchung der internen Strukturen, des geistlichen Ritterordens-Konzepts und der Vorerfahrungen in Palästina und Ungarn.
4. Die vorangegangenen Missionen in Preußen: Überblick über gescheiterte Missionsversuche vor dem Deutschen Orden und die Rolle von Bischof Christian.
5. Mögliche Einflußquellen von weltlicher und geistlicher Seite: Diskussion über externe Einflüsse wie das sizilianische Staatswesen Friedrichs II., die Bibel als Vorbild und die Rolle des Papsttums.
6. Die Preußenmission im größeren geschichtlichen Rahmen: Einbettung der Mission in die mittelalterliche Ostbewegung und die Kolonisationsbestrebungen.
7. Mögliche Einflußquellen von preußischer Seite: Betrachtung der Prußen selbst und der geografischen Gegebenheiten als Faktoren, die die Strategie des Ordens beeinflussten.
8. Unvorhersehbare Faktoren und eine mögliche Wende: Analyse des Einflusses der Pest und des Verrats durch Herzog Swantopolk auf die Entwicklung der Mission.
9. Das preußische Unternehmen im Rahmen der Missionskonzepte: Einordnung der Missionsmethoden in theoretische Typologien wie den "Gerechten Krieg" oder die "negative Mission".
Deutscher Orden, Preußenmission, Ostexpansion, Hermann von Salza, Peter von Dusburg, Kreuzzug, Missionsstrategie, Siedlungspolitik, Heidenbekehrung, Papsttum, Ritterorden, Mittelalter, Kolonisation, Christburger Friede, Swantopolk.
Die Arbeit untersucht die Methoden und Strategien des Deutschen Ordens bei der Missionierung Preußens im 13. Jahrhundert.
Dazu gehören die Ordensstruktur, die historischen Rahmenbedingungen der Ostexpansion, die Rolle von Kirche und Kaiser sowie die Interaktion mit der prußischen Bevölkerung.
Die Hauptfrage ist, ob der Orden zielgerichtet nach einer festen Strategie handelte oder lediglich auf unvorhersehbare äußere Umstände reagierte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung primärer Urkunden, zeitgenössischer Chroniken (insb. Peter von Dusburg) und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Quellen, der Ordensgeschichte, externer Einflüsse (Kaiser, Papst, Geografie) und unvorhersehbarer Ereignisse wie die Pest oder der Aufstand des Herzogs Swantopolk.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Deutscher Orden, Preußenmission, Strategieentwicklung, Ritterorden und Ostexpansion definieren.
Die Pest dezimierte die Bevölkerung, führte zu einem Abfall vieler Neubekehrter vom Christentum und schwächte die politische Kontrolle des Ordens massiv.
Das Scheitern in Ungarn lehrte den Orden, sich durch Privilegien rechtlich abzusichern und bei der Ansiedlung strategischer Befestigungen methodischer vorzugehen.
Ja, der Orden erreichte bis 1283 die vollständige Unterwerfung des Landes und etablierte die Grundlage für einen souveränen Ordensstaat.
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