Diplomarbeit, 2006
56 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Strukturelle Rahmenbedingungen für Alten- und Pflegeheime
2.1 Definition des Alten- und Pflegeheimes
2.2 Betriebswirtschaftliche Klassifikation
2.3 Situation vor Inkrafttreten der Pflegeversicherung
2.4 Grundsätze der Pflegeversicherung
2.5 Aktuelle Situation
2.6 Charakteristika des Pflegemarktes
3 Qualitätssicherung
3.1 Das prozessorientierte System Total Quality Management
3.2 Das EFQM-Modell für Excellence
3.3 Politik und Strategie im EFQM-Modell
3.4 Ausdifferenzierung zur Marktsicherung und Qualitätssicherung
4 Spezialisierung am Beispiel pflegebedürftiger junger Menschen
4.1 Soziodemografische Daten
4.2 Lebenssituation jüngerer Pflegebedürftiger
4.3 Tagesstrukturierende Aktivitäten für jüngere Menschen in Pflegeeinrichtungen
5 Quantitative Untersuchung
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Darstellung der Ergebnisse
5.3 Diskussion der Ergebnisse
6 Qualitative Untersuchung
6.1 Untersuchungsdesign
6.2 Darstellung der Ergebnisse
6.3 Diskussion der Ergebnisse
7 Konzeptionierung eines Wohnbereiches für jüngere Menschen
7.1 Entwicklung eines zielgruppen-spezifischen Pflegekonzeptes
7.2 Besonderheiten bei der Pflege jüngerer pflegebedürftiger Menschen
7.2.1 Sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten können
7.2.2 Soziale Bereiche des Lebens sichern und Beziehungen gestalten können
7.2.3 Sich beschäftigen und sich entwickeln können
7.3 Rahmenbedingungen und Gestaltung des Wohnbereiches
7.4 Tagesstrukturierende Maßnahmen
7.5 Spezielle Maßnahmen
8 Zusammenfassung und Diskussion
Ziel der Arbeit ist es, auf Basis des EFQM-Kriteriums „Politik und Strategie“ ein Konzept zur Spezialisierung stationärer Pflegeeinrichtungen für jüngere pflegebedürftige Menschen zu entwickeln, um diesen eine altersgerechte Versorgung zu ermöglichen.
1 Einleitung
Bis Mitte der 90er Jahre bestand für die Betreiber von Alten- und Pflegeheimen nur selten Anlass, sich mit den Themen Marketing und Qualitätssicherung auseinander zu setzen, da es sich in aller Regel um Non-Profit-Unternehmen handelte. Mit dem In-Kraft-Treten der zweiten Stufe der Pflegeversicherung am 1. Juli 1996 mussten sich die Einrichtungen der stationären Pflege auf deutlich veränderte Rahmenbedingungen einstellen. War die Entstehung einer Pflegeeinrichtung vom jeweiligen Bedarf des Kreises bzw. der entsprechenden Stadt abhängig, führte die Änderung der Pflegeversicherung dazu, dass der Markt geöffnet und der Wettbewerb gefördert wurde.
Zusätzliche Anbieter drängen auf einen zunehmend wettbewerbsorientierten Markt, aus einem Anbietermarkt wird ein Nachfragemarkt. Die Kunden/Bewohner profitieren von dieser Entwicklung, sie können ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend aus verschiedenen Angeboten wählen.
Angesichts des beständigen Wandels und der dadurch bedingten Marktveränderungen ist es für erwerbswirtschaftliche Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, Qualitätsmanagement zu betreiben. Zur Erhaltung und zum Ausbau einer sicheren Marktposition, verbunden mit einer Umsetzung des wirtschaftlichen Erfolges, ist ein systematisches Marketing als funktionsübergreifende Denk- und Handlungsweise unerlässlich. Es bedeutet Existenzsicherung.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Wandel vom Anbieter- zum Nachfragemarkt durch die Pflegeversicherung und begründet die Notwendigkeit von Qualitätsmanagement und Spezialisierung.
2 Strukturelle Rahmenbedingungen für Alten- und Pflegeheime: Hier werden die gesetzlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen sowie die Auswirkungen der Pflegeversicherung auf den Pflegemarkt analysiert.
3 Qualitätssicherung: In diesem Kapitel werden das TQM-System und das EFQM-Modell als Werkzeuge zur Qualitätssicherung und strategischen Marktsicherung vorgestellt.
4 Spezialisierung am Beispiel pflegebedürftiger junger Menschen: Der Fokus liegt auf der soziodemografischen Einordnung und der spezifischen Lebenssituation jüngerer Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.
5 Quantitative Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Studie zur Verfügbarkeit tagesstrukturierender Angebote in Essen und Dortmund.
6 Qualitative Untersuchung: Hier werden durch Interviews die persönlichen Perspektiven und Bedürfnisse von betroffenen jüngeren Bewohnern hinsichtlich ihrer Lebensqualität untersucht.
7 Konzeptionierung eines Wohnbereiches für jüngere Menschen: In diesem Kapitel wird ein konkretes Pflegekonzept entwickelt, das bauliche und inhaltliche Maßnahmen für eine altersgerechte Betreuung integriert.
8 Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer stärkeren Spezialisierung in der stationären Pflege als Existenzsicherung.
Pflegemanagement, EFQM, Qualitätssicherung, stationäre Pflege, jüngere Pflegebedürftige, Spezialisierung, Tagesstrukturierung, Bewohnerzufriedenheit, Pflegekonzept, Total Quality Management, Biografiearbeit, Marktpositionierung, Altenhilfe, Lebensqualität, Bezugspflege
Die Arbeit untersucht, wie stationäre Pflegeeinrichtungen sich spezialisieren können, um jüngeren pflegebedürftigen Menschen eine adäquate Versorgung und Lebensqualität zu bieten.
Die Schwerpunkte liegen auf Qualitätsmanagement (EFQM), der betriebswirtschaftlichen Analyse des Pflegemarktes und der konzeptionellen Gestaltung von Wohnbereichen für jüngere Bewohner.
Ziel ist es, ein fachbezogenes Pflegekonzept zu entwickeln, das sich am EFQM-Kriterium „Politik und Strategie“ orientiert und die Bedürfnisse junger Pflegebedürftiger ins Zentrum stellt.
Die Autorin kombiniert eine quantitative Studie mittels Fragebögen in verschiedenen Pflegeheimen mit einer qualitativen Analyse durch Experten-Interviews nach Philipp Mayring.
Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen der Altenhilfe, untersucht empirisch die aktuelle Versorgungslage und entwickelt darauf basierend ein spezifisches Konzept zur Wohnbereichsgestaltung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pflegemanagement, Spezialisierung, EFQM, Tagesstrukturierung und personenzentrierte Pflege beschreiben.
Aufgrund des steigenden Wettbewerbs und des Wandels vom Anbieter- zum Nachfragemarkt ist eine Fokussierung auf spezifische Zielgruppen notwendig, um sich als Einrichtung marktwirtschaftlich zu behaupten.
Das Modell dient als Grundlage für die aktivierende Pflege, um Ressourcen der Bewohner zu erhalten und eine individuelle, biografisch orientierte Betreuung zu gewährleisten.
Das Konzept integriert spezielle Maßnahmen wie moderne Kommunikationstechnik, Freizeitangebote außerhalb der Einrichtung und die Wahrung der Intimität, um der Alltagsleere konventioneller Altenheime entgegenzuwirken.
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