Diplomarbeit, 2005
112 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Fragestellung
1.3 Zielsetzung dieser Arbeit
1.4 Aufbau
2. Die kleine Insel am Rande Europas – Grundlagen
2.1 Geographische Lage
2.2 Demographie
3. Von der „Kornkammer Englands“ zum vollwertigen EG-Mitglied – Wirtschaftsgeschichte Irlands bis 1986
3.1 „Great Irish Famine“ und seine ökonomischen Folgen (1845-1921)
3.2 Unabhängigkeit und Protektionismus (1922-1959)
3.3 Liberalisierung und Öffnung (1960-1972)
3.4 EG-Beitritt und keynesianische Fiskalpolitik (1973-1986)
4. Der Aufstieg des „keltischen Tigers“ – Ökonomische Indikatoren der Prosperität
4.1 Wachstumsraten
4.1.1 BIP und BSP
4.1.2 „Illusion of well-being“ – Unterschied zwischen BSP und BIP
4.1.3 BIP pro Kopf
4.2 Wachsende Beschäftigungszahlen und sinkende Arbeitslosigkeit
4.3 Exportwachstum
4.4 Steigende ausländische Direktinvestitionen (ADI)
4.5 Wachsende Produktivität
4.6 Fazit
5. Nationale Erfolgsfaktoren
5.1 Fiskalpolitische Wende
5.1.1 Zurückführung der Staatsverschuldung
5.1.2 Wettbewerbsfähiges Steuersystem
5.2 Soziale Partnerschaft
5.2.1 Sechs korporatistische Abkommen
5.2.1.1 Moderate Lohnabschlüsse
5.2.1.2 Arbeitsfrieden
5.3 Geldpolitik und Währungspolitik
5.3.1 Niedrige Zinssätze
5.3.2 Abwertung des irischen Pfundes
5.4 Industriepolitik
5.4.1 Die Bedeutung der Industrial Development Authority (IDA)
5.4.2 Das International Financial Service Center (IFSC)
5.4.3 Förderung der einheimischen Industrie
5.4.3.1 Gründungsförderung
5.4.3.2 National Linkage Programme (NLP)
5.5 Bildungspolitik
5.6 Kulturelle Faktoren
6. Europäische Erfolgsfaktoren: EU-Strukturförderprogramme in Irland
6.1 Einführung in die EU-Strukturpolitik
6.1.1 Definition
6.1.2 Ziel der EU-Strukturpolitik
6.1.3 Die Strukturpolitik im europäischen Haushalt
6.1.4 Die wichtigsten Finanzinstrumente der europäischen Strukturpolitik
6.1.5 Die fünf Grundsätze der Regionalpolitik
6.1.5.1 Konzentration der Mittel
6.1.5.2 Partnerschaft der Planung
6.1.5.3 Zusätzlichkeit der EU-Mittel
6.1.5.4 Programmplanung
6.1.5.5 Bewertung
6.2 Schematische Darstellung der Programmplanung und Implementierung der Strukturfondsförderung in Irland
6.3 Gemeinschaftliches Förderkonzept 1989-1993- Delors I
6.3.1 Prioritäten der Förderung
6.3.2 Operationale Durchführung
6.4 Gemeinschaftliches Förderkonzept 1994-1999- Delors II
6.4.1 Prioritäten der Förderung
6.4.2 Operationale Durchführung
6.5 Gemeinschaftliches Förderkonzept 2000-2006
6.5.1 Prioritäten der Förderung
6.5.2 Operationale Durchführung
6.6 Fazit und tiefergehende Betrachtung der EU-Strukturförderung in Irland
7. Analyse des Einflusses europäischer Fördergelder auf die Entwicklung Irlands
7.1 Makroökonomische Analyse
7.1.1 Theoretische Grundlagen
7.1.2 Das makroökonomische Modellierungmodell HERMIN
7.1.3 Anteil der Strukturförderprogramme am BSP
7.1.4 Auswirkungen der Gemeinschaftlichen Förderkonzepte auf Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit
7.1.5 Fazit
7.2 Empirische Analyse
7.2.1 Ergebnisse der Expertenbefragung
7.2.2 Ergebnisse der Experteninterviews
7.3 Eigene Beurteilung
8. Analyse der Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Aufstiegs im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit Irlands
8.1 Stärken
8.2 Schwächen
8.3 Chancen
8.4 Risiken
9. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Diplomarbeit analysiert die ökonomische Entwicklung Irlands, wobei ein besonderer Fokus auf der Differenzierung zwischen nationalen Erfolgsfaktoren und dem Einfluss europäischer Strukturförderprogramme liegt, um die Ursachen des „keltischen Tigers“ fundiert zu ergründen.
1.1 Einführung in die Thematik
Wohl kaum eine Metapher wurde in der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen Literatur in den letzten Jahren häufiger benutzt als die des „Celtic Tiger“. Der Aufstieg Irlands vom „Armenhaus Europas“ bis hin zur europäischen ökonomischen Spitze (Platz zwei gemessen am BIP/Kopf) ist einzigartig und in seiner Geschwindigkeit atemberaubend. Die Erfolgsgeschichte lässt einige Volkswirte in Ermangelung von Deskriptionen sogar von einem „ökonomischen Wunder“ sprechen. So schrieb Paul Sweeney (2000):
„Ireland has had the fastest growing economy in the world in the last years (...). One could go so far as to say that Ireland has witnessed an economic miracle“.
Noch in den 80er Jahren war Irland gekennzeichnet von Spitzenwerten bei der Arbeitslosigkeit, verlassenen, Subsistenzwirtschaft betreibenden ländlichen Gebieten, einer niedergehenden einheimischen Industrie und einer perspektivlosen Jugend. Es gab für die Menschen nur eine Perspektive und die hieß Emigration. 1960 betrug die Population Irlands 2,8 Mio. Menschen, der niedrigste Stand seit zwei Jahrhunderten. Dieser anhaltende „brain drain“ lastete schwer auf der irischen Wirtschaft, und selbst der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1973 konnte die Situation zunächst nicht verbessern. Es trat sogar eine Verschlechterung einiger ökonomischer Indikatoren (bspw. Staatsverschuldung) ein.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema des irischen wirtschaftlichen Aufstiegs ein, stellt die zentrale Forschungsfrage und definiert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Die kleine Insel am Rande Europas – Grundlagen: Hier werden die geographischen und demographischen Basisdaten Irlands behandelt, um ein Verständnis für die Ausgangslage zu schaffen.
3. Von der „Kornkammer Englands“ zum vollwertigen EG-Mitglied – Wirtschaftsgeschichte Irlands bis 1986: Dieses Kapitel skizziert die historischen Phasen von der großen Hungersnot bis hin zur Einbindung in die EG.
4. Der Aufstieg des „keltischen Tigers“ – Ökonomische Indikatoren der Prosperität: Es werden die zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen wie Wachstumsraten, Beschäftigung, Exporte und ADI analysiert.
5. Nationale Erfolgsfaktoren: Hier werden die spezifisch irischen politischen und wirtschaftlichen Strategien, wie Fiskal- und Industriepolitik, als Treiber des Erfolgs beleuchtet.
6. Europäische Erfolgsfaktoren: EU-Strukturförderprogramme in Irland: Das Kapitel bietet eine systematische Analyse der EU-Strukturpolitik und der verschiedenen Förderperioden (Delors I, II etc.).
7. Analyse des Einflusses europäischer Fördergelder auf die Entwicklung Irlands: Dies ist der empirische Hauptteil, der mittels makroökonomischer Modelle und Experteninterviews den quantitativen Nutzen der Fördermittel untersucht.
8. Analyse der Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Aufstiegs im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit Irlands: Abschließende SWOT-Analyse, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken für die Zukunft Irlands evaluiert.
9. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage.
Irland, Keltischer Tiger, EU-Strukturfonds, ADI, Wirtschaftswachstum, Fiskalpolitik, Industrial Development Authority, Exportwachstum, Soziale Partnerschaft, BIP, BSP, Arbeitslosigkeit, Strukturpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, SWOT-Analyse
Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Aufstieg Irlands, der international unter dem Begriff „Celtic Tiger“ bekannt wurde, und analysiert die dabei wirksamen Erfolgsfaktoren.
Die Untersuchung umfasst die wirtschaftshistorischen Grundlagen, nationale politische Strategien (wie Fiskal- und Industriepolitik) sowie den spezifischen Einfluss von EU-Strukturförderprogrammen.
Ziel ist es, die Entwicklung Irlands zu analysieren und zu quantifizieren, inwiefern nationale Strategien im Vergleich zur europäischen Förderung zum Erfolg beigetragen haben.
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive ökonomische Analyse mit quantitativen makroökonomischen Modellierungen (HERMIN-Modell) sowie eine qualitative empirische Untersuchung durch Expertenbefragungen und -interviews.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der nationalen Erfolgsfaktoren, eine detaillierte Analyse der EU-Strukturförderprogramme und die Untersuchung ihres tatsächlichen Einflusses auf die irische Entwicklung.
Zentrale Begriffe sind der Keltische Tiger, ADI (ausländische Direktinvestitionen), EU-Strukturfonds, Industriepolitik und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Laut den Ergebnissen der Expertenbefragung wird der EU-Beitritt als wesentlicher Faktor für den Marktzugang gesehen, während die Strukturfonds eher als unterstützendes Instrument statt als alleinige Initialzündung für den Boom bewertet werden.
ADI werden als tragende Säule des irischen Aufstiegs identifiziert, gefördert durch ein attraktives Steuersystem und eine gut ausgebildete, englischsprachige Arbeitskraft.
Zu den identifizierten Risiken zählen die EU-Osterweiterung (Konkurrenz um ADI), eine zu starke Abhängigkeit von multinationalen Konzernen sowie wachsende soziale Disparitäten innerhalb der irischen Gesellschaft.
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