Diplomarbeit, 2006
81 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Bedeutung der geänderten Goodwillbilanzierung
1.2. Zielsetzung und Gang der Arbeit
2. Erstkonsolidierung
2.1. Wesen und Charakterisierung des Goodwills
2.2. Identifizierung des Erwerbers
2.3. Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbes
2.4. Ansatz und Bewertung von erworbenen Vermögenswerten und Schulden
2.4.1. Vermögenswerte
2.4.2. Schulden
2.5. Ermittlung des Gesamtgoodwills
2.6. Verteilung des Gesamtgoodwills auf die CGU
2.6.1. Bildung von CGU`s
2.6.2. Bestimmung des Goodwills einer CGU
2.7. Berücksichtigung von Synergien
3. Folgebewertung
3.1. Zeitpunkt des impairment test
3.2. Bewertungsverfahren
3.2.1. DCF-Methode
3.2.2. Multiplikatorenverfahren
3.2.3. Weitere Bewertungsverfahren
3.3. Durchführung des impairment test
3.4. Finanzanalytische Betrachtung
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Änderungen bei der Goodwill-Bilanzierung nach den neuen Regelungen des IASB. Das primäre Ziel ist es, diese Reformen theoretisch zu erläutern, die prozessorientierten Abläufe der Goodwill-Erfassung bis hin zur Folgebewertung zu analysieren und dabei eine Einordnung im Kontext der Konvergenz zwischen IFRS und US-GAAP vorzunehmen, um die Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung zu verdeutlichen.
1.1. Bedeutung der geänderten Goodwillbilanzierung
Im Zuge der wachsenden Globalisierung und eines steigenden Wettbewerbes versuchen viele Unternehmen ihre Marktpositionierung durch strategische Unternehmensübernahmen zu verändern. Vor dem Hintergrund dieser Akquisitions- und Fusionswelle rücken der Goodwill und dessen Bilanzierung zunehmend in den Fokus von Rechnungslegung und Unternehmensanalyse. Da die Kluft zwischen Marktkapitalisierung und bilanziellem Eigenkapital immer größer wird, treten oftmals hohe Differenzen zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert der Akquisitionsobjekte auf. Der den Differenzbetrag repräsentierende Goodwill ist somit einer der bedeutendsten Posten in der Bilanz eines Unternehmens geworden. So betrug der Goodwill bei der Fusion DaimlerChrysler ca. 31 Mrd. Euro. Vodafone zahlte bei der Übernahme von Mannesmann sogar einen Goodwill von ca. 180 Mrd. Euro.
Die Resultate einer Analyse des Institutes für Wirtschaftsprüfung an der Universität Saarland bestätigen die immense Bedeutung des Firmenwertes. 188 der 205 untersuchten Unternehmen wiesen dabei einen Goodwill auf. Die Ergebnisse dieser Analyse, welche auszugsweise in Tabelle 1 dargestellt werden, zeigten weiterhin, dass der Goodwill im Schnitt über alle Börsensegmente hinweg rund ein Zehntel der Bilanzsumme und mehr als ein Fünftel des bilanzierten Anlagevermögens ausmacht. Vor diesem Hintergrund ist erkennbar, welche Auswirkungen bereits leichte Variationen der Ansatz- oder Abschreibungsmethoden des Firmenwertes auf die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens haben können. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass der von dem IASB am 05.12.2002 veröffentlichte Exposure Draft 3 kontroverse Diskussionen ausgelöst hat. Der Entwurf bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Firmenwertbilanzierung.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die steigende Relevanz der Goodwill-Bilanzierung infolge der Globalisierung und führt in die Ziele der Neuregelungen des IASB ein.
2. Erstkonsolidierung: Hier werden die methodischen Ansätze zur Identifizierung des Erwerbers, die Ermittlung der Anschaffungskosten sowie die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden detailliert dargestellt.
3. Folgebewertung: Dieses Kapitel behandelt den Übergang zum Impairment-only-Ansatz, die spezifischen Bewertungsverfahren wie DCF und Multiplikatoren sowie die Durchführung der Werthaltigkeitstests.
4. Fazit und Ausblick: Abschließend wird eine kritische Würdigung der Konvergenzbestrebungen zwischen IFRS und US-GAAP sowie der Einfluss auf die Transparenz und bilanzpolitischen Spielräume vorgenommen.
Goodwill, IFRS, IASB, Impairment-only-Approach, Erstkonsolidierung, Unternehmenszusammenschluss, Cash Generating Unit, CGU, DCF-Methode, Multiplikatorenverfahren, Werthaltigkeitstest, Fair Value, Finanzanalyse, Rechnungslegung, Firmenwertbilanzierung.
Die Arbeit analysiert die grundlegenden Neuregelungen des IASB zur Bilanzierung von Goodwill und die damit verbundenen Änderungen bei der Bewertung von Unternehmenszusammenschlüssen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erstkonsolidierung, der Identifizierung des Erwerbers, der Ermittlung des Firmenwertes sowie der Durchführung der jährlichen Werthaltigkeitsprüfungen (Impairment Tests).
Ziel ist es, den Paradigmenwechsel hin zum Impairment-only-Ansatz zu erläutern und aufzuzeigen, wie sich diese Änderungen auf die Bilanzierungspraxis und den Vergleich mit US-GAAP-Standards auswirken.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Rechnungslegungsstandards kombiniert mit einer prozessorientierten Darstellung anhand von Berechnungsbeispielen und finanzanalytischen Betrachtungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erstkonsolidierung inklusive der Goodwill-Ermittlung sowie die Folgebewertung mit Fokus auf verschiedene Bewertungsverfahren wie die DCF-Methode.
Zu den zentralen Begriffen gehören Goodwill, IFRS, Impairment-only-Approach, Cash Generating Units (CGU) und die Werthaltigkeitsprüfung.
Während beide Systeme einen Impairment-only-Ansatz verfolgen, gibt es Unterschiede in der Testmethodik, wobei der IASB einen einstufigen und US-GAAP teilweise einen zweistufigen Niederstwerttest vorsehen.
Da Goodwill-Abschreibungen nicht zahlungswirksam sind, jedoch massiven Einfluss auf das Eigenkapital, die Ertragslage und wichtige Kennzahlen wie den ROI haben, besteht ein erhebliches bilanzpolitisches Gestaltungspotential.
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