Diplomarbeit, 2006
91 Seiten, Note: 2,7
1 Zum Geleit
2 Geschichte des Deutschen Eisenbahnwesens
2.1 Kurze Geschichte der Eisenbahn
2.2 Eisenbahnen in Deutschland
3 Die Intermodale Entwicklung
3.1 Der Weg in eine deutsche Autogesellschaft
3.2 Generelle Strukturmerkmale in der Transportwirtschaft
4 Die Grundlagen eines wettbewerbsorientierten Eisenbahnwesens
4.1 Privatisierung
4.2 Gestaltungsmöglichkeiten im Eisenbahnwesen
4.2.1 Vertikale Desintegration
4.2.2 Beibehaltung der vertikalen Integration
4.2.3 Probleme bei bestehender vertikaler Integration
4.2.4 Regulierungserfordernisse
4.3 Optimale Infrastrukturbenutzungsgebühren
5 Erfolge und Bewertung der Bahnreform
5.1 Schritte der Bahnreform seit 1994
5.2 Die Trassenpreissysteme der Deutschen Bahn AG
5.3 Institutionelle Diskriminierungstatbestände
5.4 Die Regionalisierung
5.5 Wettbewerb auf dem Schienennetz und Ableitung notwendiger Weiterentwicklungen
5.6 Sanierung der Bahn – ein Erfolg?
5.6.1 Organisationsstruktur und finanzielle Situation der Bahn
5.6.2 Task-Force „Zukunft der Schiene“
5.6.3 Was ist zu tun?
6 Ein Blick auf den europäischen Schienenverkehrsmarkt
6.1 Vorbetrachtung
6.2 Exemplarische Umsetzung der RL 91/440/EWG in ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten
6.3 Zukunft der Eisenbahn in Europa
7 Fazit
Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten der Liberalisierung des deutschen Schienenverkehrsmarktes und führt eine kritische Bestandsaufnahme der Bahnreform durch. Ziel ist es, die Entwicklung von Wettbewerb auf dem Schienennetz zu untersuchen, die Rolle der Deutschen Bahn AG als dominierender Akteur zu beleuchten und potenzielle Diskriminierungstatbestände gegenüber Wettbewerbern zu identifizieren.
Die Grundlagen eines wettbewerbsorientierten Eisenbahnwesens
Der Begriff Regulierung steht generell für die Gesamtheit aller Regeln, mit denen der Staat in den Wettbewerb eingreift, um Marktversagen zu verhindern oder nicht wettbewerbskonforme Ziele durchzusetzen. Die strengste Form des Marktversagens ist dabei das öffentliche Gut. Eisenbahndienstleistungen wurden lange Zeit als öffentliches Gut und damit als schutzbedürftig betrachtet. Doch handelt es sich hierbei wirklich um ein Kollektivgut, ähnlich der Landesverteidigung?
Hierzu geben die Charakteristika eines öffentlichen Gutes näheren Einblick. Ein Kollektivgut ist gekennzeichnet durch zum einen Nichtrivalität im Konsum und zum anderen durch das Versagen des Ausschlussprinzips. Laut Claus-Friedrich Laaser trifft keines der beiden Kriterien auf das Eisenbahnwesen zu: „die Nichtausschließbarkeit zahlungsunwilliger Nutzer, ist in keinem Fall erfüllt, weder für den Schienenverkehr insgesamt (…), noch für die Benutzung der Schieneninfrastruktur durch Züge (…).“ Auch fehlende Konsumrivalität deute sich zwar aufgrund der niedrigen Grenzkosten an, „eine Regulierung oder öffentliche Produktion lassen sich damit aber nicht rechtfertigen.“ Auch externe Effekte rechtfertigen kein staatliches Eingreifen. Zum einen sind die Umweltbelastungen durch die Bahn weit geringer als bei anderen Verkehrsmitteln und eine verursachungsgerechte Anlastung würde Abhilfe schaffen.
1 Zum Geleit: Einleitung in die europäische Verkehrspolitik und die Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Deutschen Bahn.
2 Geschichte des Deutschen Eisenbahnwesens: Darstellung der historischen Entwicklung von den Anfängen bis zur Deutschen Reichsbahn und der Nachkriegszeit.
3 Die Intermodale Entwicklung: Analyse der Verlagerung des Verkehrsaufkommens hin zum Automobil und die strukturellen Nachteile der Eisenbahn.
4 Die Grundlagen eines wettbewerbsorientierten Eisenbahnwesens: Theoretische Untersuchung von Privatisierung, Netzstrukturen und dem Bedarf an Regulierungsansätzen.
5 Erfolge und Bewertung der Bahnreform: Kritische Analyse der Bahnreform seit 1994, der Trassenpreissysteme und der Diskriminierungstatbestände.
6 Ein Blick auf den europäischen Schienenverkehrsmarkt: Vergleichende Betrachtung von Liberalisierungsansätzen in anderen EU-Staaten wie Schweden und Großbritannien.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung des bisherigen Erfolgs der Bahnreform an den 1994 gesteckten Zielen.
Schienenverkehr, Liberalisierung, Bahnreform, Deutsche Bahn AG, Wettbewerb, Netzzugang, Infrastruktur, Trassenpreissystem, SPNV, Privatisierung, natürliches Monopol, Diskriminierung, Regulierungsbedarf, Transportwirtschaft, Verkehrsmarkt.
Die Diplomarbeit untersucht den deutschen Schienenverkehrsmarkt im Kontext der Liberalisierung und bewertet kritisch die Erfolge sowie Misserfolge der Bahnreform seit 1994.
Die Arbeit behandelt die Historie der Eisenbahn, ökonomische Grundlagen der Marktliberalisierung, Trassenpreissysteme, Wettbewerbsbarrieren sowie vergleichende europäische Reformmodelle.
Das Hauptziel ist es zu beurteilen, inwieweit die Bahnreform die gesetzten Ziele – Stärkung der Schiene und Entlastung des Staatshaushalts – erreicht hat und ob fairer Wettbewerb im Schienennetz stattfindet.
Der Autor nutzt einen disaggregierten Ansatz der Transportwirtschaft, um den Regulierungsbedarf und die Möglichkeiten zur Trennung von Infrastruktur und Transportleistung theoretisch und praktisch zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Wettbewerbs, die kritische Analyse der Bahnreform, die Auswertung der Trassenpreissysteme (TPS 94, 98, 01/05) und eine Bestandsaufnahme der Wettbewerbssituation in den einzelnen Sparten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Liberalisierung, Schienenverkehr, Bahnreform, Trassenpreissystem und Wettbewerb definieren.
Die Arbeit stellt fest, dass die Trassenpreissysteme der DB AG oft dazu dienten, Konzerninteressen zu schützen und Wettbewerber durch hohe Zugangshürden zu behindern.
Der Autor kritisiert, dass durch die fortbestehende vertikale Integration innerhalb der Holding-Struktur der DB AG ein erhebliches Diskriminierungspotenzial besteht, da die Netzgesellschaft Konzernvorteile gegenüber externen Wettbewerbern sichern kann.
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